Integration von Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund
Erstmalig in 2004 beinhaltet der Bericht über die Jugend in Spanien einen eigenen Bereich (Bereich VI) über junge Migrant(inn)en in Spanien. Die „Migrantenjugend“ wurde Anfang 2000 zu einem Begriff. Zuvor existierten junge Ausländer(innen) als „ausländische Studierende“ oder als „(junge) ausländische Arbeitnehmer(innen)“, wurden aber nicht entsprechend ihrer doppelten Eigenschaft als „jung“ und „Migrant(in)“ definiert. Anders traten die jugendlichen Migrant(inn)en aber als Gemeinschaft nicht in Erscheinung. Erst jetzt beginnen auch andere Dimensionen jugendlicher Migrant(inn)en sichtbar zu werden: Sie sind nicht länger nur an Schule, Universität oder im Arbeitsleben zu finden. Es sind Jugendliche,
- die sich niedergelassen und Familien gegründet haben,
- deren Kinder in Spanien geboren wurden,
- die sich mit Gesundheitsproblemen befassen müssen,
- Freizeiteinrichtungen aufsuchen und am Wochenende ausgehen,
- die sich zum Ausüben von Gemeinschaftssportarten zusammentun,
- im Konflikt ihrer Identitäten Auseinandersetzungen haben,
- aus dem Konsum einen bevorzugten Raum ihrer Sozialisation machen und andere.
Dies alles ist Ausdruck davon, dass sich innerhalb des “Einwanderungslandes Spanien” eine „Migrantenjugend“ mitheranbildet (vergleiche Cachón, Inmigrantes jóvenes en España. Sistema educativo y mercado de trabajo. Madrid, INJUVE, 2003b).
Ende 2003 lebten nach Angaben des spanischen Innenministeriums etwa 450 000 Ausländer(innen) zwischen 16 und 29 Jahren legal in Spanien. Die Zahl in Spanien lebender jugendlicher Ausländer(innen) hat sich seit 1997 verdreifacht. Auch ihr Anteil unter den legal in Spanien lebenden Migrant(inn)en hat weiter an Gewicht zugenommen - von 23 % der Ausländer(innen) 1997 auf 27 % Anfang 2004. Ausländische Jugendliche machen 5,2 % der Jugend in Spanien insgesamt aus.
(Quelle: Teil 7 „Inmigrantes Jóvenes en España“ des Berichts über die Jugend 2004, www.injuve.mtas.es > Estudios y Publicaciones > Estudios e Investigaciones > Estudios Injuve 2004 > Informe Juventud en España 2004).
Ende 2009 hat sich das Netzwerk Juvenreda (Red para la juventud inmigrante) gegründet. Ziel ist die Förderung der sozialen Beteiligung von jungen Migrant(inn)en. Gründerorganisationen sind neben dem Spanischen Jugendrat CJE: Asociación para la Cooperación en el Sur (ACSUR/Las Segovias), Asociación América-España, Solidaridad y Cooperación (AESCO), Asociación Juventud Inmigrante (AJI ATIME), Asociación pro derechos humanos de España (APDHE), Asociación AYNI De Codesarrollo, Área Federal De Izquierda Unida, Confederación Estatal de Asociaciones de Estudiantes (CANAE), Comisión Española de Ayuda al Refugiado (CEAR), Comisiones Obreras (CCOO) Juventud, Federación De Asociaciones De Peruanos, Federación Concordia, Federación estatal de asociaciones de inmigrantes y refugiados en España (Ferine), Asociación Cultural IBN BATUTA, Movimiento por la Paz (MPDL), Red Acoge, Red Europea contra el Racismo (ENAR), Asociación Rumiñahui, SOS Racismo, Unión de Juventudes Comunistas de España (UJCE) y Unión Sindical Obrera (USO).
Beiträge zum Thema Migrantenjugend in Spanien von:
- Lorenzo Cachón: Einwanderungsland Spanien und die Entstehung einer Migrantenjugend
- Francisco García-Calabrés Cobo: Die Betreuung von Migrant(inn)en nach Spanien durch die Zivilgesellschaft. Das Beispiel von Córdoba Acoge. Erfolgreiche Praktiken und innovative Konzepte in der Jugendarbeit mit jungen Migrant(inn)en in Spanien


