Überblick über die Strukturen der Jugendverbandsarbeit

Spanien ist dezentralistisch aufgebaut. Das Staatsgebiet ist in 17 Autonome Gemeinschaften (Comunidades Autónomas, CCAA), 50 Provinzen mit je einer gewählten Diputación Provincial sowie Gemeinden gegliedert. Die Autonomen Gemeinschaften haben Regierungen und für vier Jahre gewählte Parlamente. Ihre Zuständigkeiten, unter anderem im sozialen Bereich, variieren je nach Statut. Viele Aufgaben werden vom Staat und den CCAA gemeinsam wahrgenommen, zum Beispiel auch die Ausbildung.

Die Strukturen der Jugendpolitik und Jugendverbandsarbeit in Spanien ähneln denen in Deutschland. So gibt es Träger auf Bundes-, Landes- und kommunaler Ebene, die zum größten Teil selbstständig arbeiten können.

Das Königliche Dekret über die Registrierung von Jugendverbänden vom 22. April 1988 legt die Altersbegrenzung für die Registrierung als Jugendverband fest. Um sich als Jugendverband registrieren zu lassen, müssen die Mitglieder im Alter zwischen dem vollendeten 14. und dem nicht vollendeten 30. Lebensjahr sein.

Nach Artikel 48 der Verfassung ist sichergestellt, dass die jungen Menschen in freier Entscheidung das gesellschaftliche, politische, soziale und wirtschaftliche Leben des Landes mitgestalten sollen.

Überregionale Jugendverbände

Nach dem Erlass des Gesetzes zur Gründung des Spanischen Jugendrats (Consejo de la Juventud de España, CJE) von 1983 hat sich der CJE im Dezember 1984 konstituiert. Dies markierte den vorläufigen Endpunkt einer langen Entwicklung: Bereits 1977 waren mehr als 100 Jugendorganisationen übereingekommen, den Weg der Gründung des Spanischen Jugendrates zu gehen. Ziel war eine Organisation zu schaffen, die Vorschläge und Forderungen der Jugend gegenüber Verwaltung und Gesellschaft verteidigen und kanalisieren sollte (siehe Nationale und regionale Jugendräte).

Politische Bildung

Beauftragt mit der Förderung der politischen Jugendbildung ist das Jugendinstitut (INJUVE). Es arbeitet mit verschiedenen Ministerien, den Jugendbehörden der Autonomen Gemeinschaften, der Spanischen Vereinigung der Gemeinden und Provinzen und den Jugendorganisationen zusammen. Auf internationaler Ebene bemüht sich das INJUVE, das Kennenlernen zwischen spanischen Jugendlichen und Jugendlichen verschiedener Länder und Regionen der Welt zu fördern. Der Schwerpunkt liegt hier auf Europa und Lateinamerika.

Aus dem letzten Jugendbericht Spaniens 2004 geht hervor, dass etwa 74% der befragten Jugendlichen gar kein oder wenig politisches Interesse zeigt. Knapp die Hälfte der Jugendlichen meinen, dass sie politische Zusammenhänge und Ereignisse nicht verstehen würden und sie ihnen zu kompliziert erscheinen. Daraus leitet sich auch eine geringe politische Beteiligung Jugendlicher ab. Nicht einmal 10% der Jugendlichen gaben an, politisch aktiv zu sein.
(Quelle: Informe Juventud en España 2004, Teil IV, Kapitel 3)

Kulturelle Bildung

Minnesänger bei einer Tuna mallorquina. Fot: A. Zwingmann

Die Förderung der kulturellen Jugendbildung erfolgt durch das Jugendinstitut (INJUVE). Es fördert die Teilnahme von jungen Menschen an Ausstellungen und Wettbewerben in den Bereichen Kunst, Fotografie, Video, Comic, Musik, Theater und Wissenschaft, die jedes Jahr ausgeschrieben werden. Dadurch will das Institut die Professionalisierung neuer Werke und der Verbreitung der Kultur unterstützen.

Weitere Informationen: www.injuve.migualdad.es > Creación Joven

Sport

Zirka 20% der spanischen Jugendlichen geben an, in ihrer Freizeit am liebsten Sport zu treiben; davon mehr Jungen als Mädchen. Etwa 6% der Jugendlichen gehören einem Fußballverein an, auch hier sind es mehr Jungen als Mädchen. Die beliebtesten Sportarten sind Basketball, Fußball und Schwimmen.

Insgesamt treibt mehr als die Hälfte der spanischen Jugendlichen Sport, meist in öffentlichen, vor allem städtischen Einrichtungen. Etwa ein Viertel der Jugendlichen betätigt sich in speziellen Sportschulen.

Jugendsozialarbeit und Hilfen für Kinder

Grundsätzlich ist festzustellen, dass Jugendzentren in Spanien anders arbeiten als in Deutschland. In Spanien existiert das Konzept der offenen Jugendarbeit nicht oder wird zumindest nicht in die Tat umgesetzt. Jugendzentren bieten vielmehr feste Kurse etc., die nicht unbedingt mit den Jugendlichen gemeinsam entwickelt wurden. Die spanischen Jugendhäuser haben auch nicht den gleichen Grad an Programmautonomie wie in Deutschland.

Das Jugendinstitut INJUVE unterhält Maßnahmen und Kampagnen mit einem sozialen Hintergrund in den Bereichen Prävention, Gesundheitskontrolle und -verständnis für die jugendliche Bevölkerung. Es hält ebenso Informationsmaterial für Jugendliche zu Themen wie Gesundheit, Verkehr, Gewaltprävention, soziale Integration, Familie und andere bereit. Seit 2000 führt das Jugendinstitut jährlich den Wettbewerb zur Förderung einer gesunden Lebensweise Salud Activa durch.

Außerdem setzt INJUVE das Projekt Módulo Joven durch. Das ist eine Initiative zur Reintegration von jungen Strafgefangenen zwischen 21 und 34 Jahren in die Gesellschaft durch Bildung.

Glaubensgemeinschaftliche Angebote für Kinder und Jugendliche

Als geistige Macht ist die katholische Kirche mit einem Anteil von 20% katholischer Privatschulen am gesamten Schulwesen sowie vier konfessionellen Universitäten präsent. Die Kirche verfügt weiterhin über eigene Zeitungen und Rundfunksender. Die Rolle der katholischen Kirche in der Sozial- und Jugendarbeit ist maßgeblich für das Verständnis der Entwicklung dieser Bereiche und der darin geführten gesellschaftspolitischen Diskussion. In diesem Zusammenhang sind insbesondere die Katholische Pfadfinderbewegung (Movimiento Scout Católico) und die Spanische Caritas zu erwähnen.

Die Christliche Arbeiterjugend (Juventud Obrera Cristiana, JOC) ist eine Bewegung der katholischen Kirche, organisiert von jungen Menschen für junge Menschen. Die JOC sieht ihre Aufgabe in der Evangelisierung und Bildung der jungen berufstätigen Menschen.

Die Katholische Studentenjugend (Juventud Estudiante Católica, JEC) ist eine Bewegung im Rahmen der Föderation der Bewegungen der katholischen Aktion Spanien (Federación de Movimientos de Acción Católica Española) und richtet sich hauptsächlich an Studierende beziehungsweise Hochschulabsolvent(inn)en. Im Mittelpunkt der Tätigkeit der JEC steht die Evangelisierung der Studierenden und jungen Absolvent(inn)en innerhalb ihres Tätigkeitsbereiches (Institute, Universitäten, Arbeitsplätze, andere) unter anderem durch die Begleitung von Prozessen der aktiven christlichen Teilnahme (Mitgliedschaft) der Mitglieder.

Die Evangelische Kirche Spaniens (Alianza Evangélica Española) hat eine Jugendkommission. Sie verfolgt die Einbindung junger Menschen in die Kirche zur Förderung ihrer Talente und Begabungen. Die Fortbildung Fundamentos para el Ministerio Cristiano con Jóvenes richtet sich an junge Führungskräfte innerhalb der Kirche. Sie werden im Umgang mit jungen Leuten geschult, um ihnen christliches Glaubensgut zu vermitteln.

Die Jugendpastoral (Pastoral Juvenil) der Salesianer Don Bosco fühlt sich vor allem folgenden Feldern verpflichtet:
- Förderung der Analyse des soziokulturellen Umfeldes und der Entwicklung der Jugendpastorale,
- Reflektion über die Lebensumstände junger Menschen und die Mitwirkung bei Jugendstudien,
- Abgabe von Vorschlägen für Treffen und Dialoge über Möglichkeiten und Konditionierung der religiösen Erfahrung bei Heranwachsenden und jungen Menschen,
- Entwicklung von abgestimmten und kontinuierlichen Bildungsplänen aller Akteure der Jugendpastorale,
- Vorantreiben der Kommunikation und des Erfahrungsaustauschs in der Jugendpastoral.

Der römisch-katholische Jesuitenorden in Spanien (Compañia de Jesús España) sieht als eines seiner wichtigen Tätigkeitsfelder die Jugendarbeit an. Die Jesuiten unterhalten Hochschulen, Schulen und Internate, in denen sie jungen Menschen allgemeine Bildungsinhalte vermitteln mit der Absicht, sie dabei auch auf ihr späteres Leben nach den Grundsätzen des (katholisch-)christlichen Menschenbildes vorzubereiten.

Links
www.misionjoven.orgMisión joven digital, die Zeitschrift der Jugendpastoral der Salesianer Don Bosco
www.mjac.org – Website der Jugendbewegung der Katholischen Aktion (Movimiento de Jóvenes de Acción Católica)

Integration von Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund

Erstmalig in 2004 beinhaltet der Bericht über die Jugend in Spanien einen eigenen Bereich (Bereich VI) über junge Migrant(inn)en in Spanien. Die „Migrantenjugend“ wurde Anfang 2000 zu einem Begriff. Zuvor existierten junge Ausländer(innen) als „ausländische Studierende“ oder als „(junge) ausländische Arbeitnehmer(innen)“, wurden aber nicht entsprechend ihrer doppelten Eigenschaft als „jung“ und „Migrant(in)“ definiert. Anders traten die jugendlichen Migrant(inn)en aber als Gemeinschaft nicht in Erscheinung. Erst jetzt beginnen auch andere Dimensionen jugendlicher Migrant(inn)en sichtbar zu werden: Sie sind nicht länger nur an Schule, Universität oder im Arbeitsleben zu finden. Es sind Jugendliche,

  • die sich niedergelassen und Familien gegründet haben,
  • deren Kinder in Spanien geboren wurden,
  • die sich mit Gesundheitsproblemen befassen müssen,
  • Freizeiteinrichtungen aufsuchen und am Wochenende ausgehen,
  • die sich zum Ausüben von Gemeinschaftssportarten zusammentun,
  • im Konflikt ihrer Identitäten Auseinandersetzungen haben,
  • aus dem Konsum einen bevorzugten Raum ihrer Sozialisation machen und andere.

Dies alles ist Ausdruck davon, dass sich innerhalb des “Einwanderungslandes Spanien” eine „Migrantenjugend“ mitheranbildet (vergleiche Cachón, Inmigrantes jóvenes en España. Sistema educativo y mercado de trabajo. Madrid, INJUVE, 2003b).

Ende 2003 lebten nach Angaben des spanischen Innenministeriums etwa 450 000 Ausländer(innen) zwischen 16 und 29 Jahren legal in Spanien. Die Zahl in Spanien lebender jugendlicher Ausländer(innen) hat sich seit 1997 verdreifacht. Auch ihr Anteil unter den legal in Spanien lebenden Migrant(inn)en hat weiter an Gewicht zugenommen - von 23 % der Ausländer(innen) 1997 auf 27 % Anfang 2004. Ausländische Jugendliche machen 5,2 % der Jugend in Spanien insgesamt aus.
(Quelle: Teil 7 „Inmigrantes Jóvenes en España“ des Berichts über die Jugend 2004, www.injuve.mtas.es > Estudios y Publicaciones > Estudios e Investigaciones > Estudios Injuve 2004 > Informe Juventud en España 2004).

Ende 2009 hat sich das Netzwerk Juvenreda (Red para la juventud inmigrante) gegründet. Ziel ist die Förderung der sozialen Beteiligung von jungen Migrant(inn)en. Gründerorganisationen sind neben dem Spanischen Jugendrat CJE: Asociación para la Cooperación en el Sur (ACSUR/Las Segovias), Asociación América-España, Solidaridad y Cooperación (AESCO), Asociación Juventud Inmigrante (AJI ATIME), Asociación pro derechos humanos de España (APDHE), Asociación AYNI De Codesarrollo, Área Federal De Izquierda Unida, Confederación Estatal de Asociaciones de Estudiantes (CANAE), Comisión Española de Ayuda al Refugiado (CEAR), Comisiones Obreras (CCOO) Juventud, Federación De Asociaciones De Peruanos, Federación Concordia, Federación estatal de asociaciones de inmigrantes y refugiados en España (Ferine), Asociación Cultural IBN BATUTA, Movimiento por la Paz (MPDL), Red Acoge, Red Europea contra el Racismo (ENAR), Asociación Rumiñahui, SOS Racismo, Unión de Juventudes Comunistas de España (UJCE) y Unión Sindical Obrera (USO).

 Beiträge zum Thema Migrantenjugend in Spanien von:
- Lorenzo Cachón: Einwanderungsland Spanien und die Entstehung einer Migrantenjugend
- Francisco García-Calabrés Cobo: Die Betreuung von Migrant(inn)en nach Spanien durch die Zivilgesellschaft. Das Beispiel von Córdoba Acoge. Erfolgreiche Praktiken und innovative Konzepte in der Jugendarbeit mit jungen Migrant(inn)en in Spanien 

Informations- und Beratungszentren für Kinder und Jugendliche

Das Jugendinformationszentrum (Centro de Información Joven) des Nationalen Jugendinstituts INJUVE berät telefonisch und per E-Mail Anfragen zu den Angeboten und Dienstleistungen des INJUVE sowie zu Themen, die Jugendliche interessieren: Beschäftigung, Wohnraum, Reisen, Austausch, Ehrenamt und Freiwilligendienste, Kultur.

Gegenwärtig bestehen zirka 3000 Jugendinformationszentren, die mit dem Jugendinformationszentrum von INJUVE über die jeweiligen regionalen Informationszentren in den 17 Autonomen Gemeinschaften vernetzt sind. Die Zentren befinden sich in der Trägerschaft öffentlicher Institutionen (Autonome Regierungen, Provinzverwaltungen, Kommunen, Gemeindeverbände, Zweckverbänden der Provinzen) und privater gemeinnütziger Initiativen. Die öffentlichen Institutionen finanzieren mit ihrem eigenen Etat die Einrichtung und den Betrieb solcher Zentren. Die gemeinnützigen Institutionen finanzieren die Jugendinformationsangebote mittels öffentlicher Subventionen oder aus Eigenmitteln.

Link
www.infoven.injuve.es - zentrale Eingangsseite für die Jugendinformationsangebote der Autonomen Gemeinschaften sowie Ceuta und Melilla

Kinder- und Jugendmedien

Der Jugendbericht 2004 stellt fest:

  • Jugendliche sind die stärksten Nutzer/-innen der Informations- und Kommunikationstechnologien: Die durchschnittliche Verweildauer im Internet liegt bei neun Stunden wöchentlich. Etwa neun von zehn Jugendlichen nutzen normalerweise und individuell ein Mobiltelefon, vor allem um Nachrichten zu senden und zu empfangen und um mit der Familie zu sprechen.
  • Jugendliche sind den neuen Technologien gegenüber optimistischer eingestellt als ältere Personen: Im Allgemeinen sehen sie ihre Privatsphäre nicht durch sie gefährdet. Jugendliche sind der Ansicht, dass Computer und die Kommunikation zwischen ihnen die Lebensqualität und das soziale Leben der Menschen verbessern. 
  • 64 % der Jugendlichen haben 2003 durchschnittlich fast vier Bücher gelesen, eine Tätigkeit, die eher von weiblichen als von männlichen Jugendlichen praktiziert wird. Im letzten Quartal verfügten 62,6 % der Jugendlichen über einen Computer, mehr als die Hälfte davon für die persönliche Nutzung. Darüber hinaus können 41,5 % der Jugendlichen auf diesem Weg aufs Internet zugreifen.

Links
www.balzac.tv - Videoblog der spanischsprachigen Blogosphäre: Webshow, die sich in jeder Episode mit einem Thema aus den Bereichen Jugend- und Netzkultur beschäftigt
malviviendo.com - Videoblog mit Kurzfilmen, Musik, etc. von jungen Leuten für junge Leute

Internationale Kooperationen

Spanien nimmt am Projekt Eurodesk teil, einem europäischen Informationsnetzwerk mit Auskünften zu europäischen Strukturen und Förderprogrammen, die in jedem teilnehmenden Land mit nationalen Daten ergänzt wird. Die Koordinierungsstelle für Eurodesk Spanien ist beim Jugendinstitut INJUVE angesiedelt.

Spanien ist außerdem Mitglied bei ERYICA (European Youth Information and Counselling Agency), dem Zusammenschluss der Jugendinformationsangebote auf europäischer Ebene und wird dort durch das Spanische Jugendinstitut INJUVE vertreten. Über die Mitgliedschaft von INJUVE in der OIJ (Organización Iberoamericana de Juventud) bestehen Kontakte zu den Ländern Lateinamerikas. Dort sucht man gemeinsam nach Wegen, um das Angebot an Jugendinformation im Rahmen der Informationsgesellschaft weiter zu entwickeln.

Reiseverhalten der Kinder und Jugendlichen

Die Reisegewohnheiten der Spanier/-innen haben sich nicht wesentlich verändert. Rund 68 % verlassen nie ihr Land (Studie Euro und Mobilität von IPSOS/Thalys Explorer). Sie sind die sesshaftesten Europäer/-innen.

Erst allmählich wird das Ausland als touristisches Ziel entdeckt. Dennoch ist die Erholung im eigenen Land am beliebtesten, wobei organisierte Busreisen oder eigene Autoreisen bevorzugt werden. Wandern gehört nicht zum beliebten Repertoire des Reisens bei Spanier(inne)n. Eine Ausnahme sind hier die Basken und Katalanen.

Jugendherbergen und andere Jugendunterkünfte

Jugendherberge in der Region Navarra. Foto: José Torrejón

Einen bedeutenden Teil des Jugendtourismus-Systems stellen die 206 Jugendherbergen dar, die im Spanischen Jugendherbergsverband (Red Española de Albergues Juveniles, REAJ) organisiert sind. REAJ ist Mitglied der International Youth Hostel Federation (IYHF).

Sehr viele Jugendherbergen sind in kommunaler Trägerschaft, einige aber auch in Trägerschaft der autonomen Gemeinschaften. Das erschwert bei der Belegung der Häuser die gegenseitige Koordination.

Reisetipps und -informationen

In Spanien besteht für alle Personen, die in Deutschland gesetzlich versichert sind, ein Anspruch auf Behandlung - soweit dringend erforderlich – bei Ärzt(inn)en, Zahnärzt(inn)en, Krankenhäusern, die vom ausländischen gesetzlichen Krankenversicherungsträger zugelassen sind. Als Nachweis ist die europäische Krankenversicherungskarte (EHIC) beziehungsweise Ersatzbescheinigung (beide Dokumente bei der Krankenkasse erhältlich) vorzulegen. Unabhängig davon wird dringend empfohlen, für die Dauer des Auslandsaufenthaltes eine Auslandsreise-Krankenversicherung abzuschließen, die Risiken abdeckt, die von den gesetzlichen Kassen nicht übernommen werden (Rücktransport nach Deutschland im Krank-heitsfall, Behandlung bei Privatärzten oder in Privatkliniken).
(Quelle: Auswärtiges Amt)

Die allgemeine Notruftelefonnummer ist 112, die Feuerwehr hat die Nummer 085.

Die Apotheken (farmacias) sind mit einem roten oder grünen Kreuz gekennzeichnet und haben meist von 9.30 bis 14.00 Uhr und von 16.30 bis 20.00 Uhr geöffnet. Abends und am Wochenende sind auch Apotheken mit Notdienst geöffnet (farmacia de guardia).

Polizeinotruf
Die Polizei ist 24 Stunden am Tag unter 091 erreichbar (Fehlanzeigen stellen einen Verstoß gegen das Strafgesetzbuch dar).

Kleidung
In dieser Hinsicht gibt es keine festen Regeln. Die Kleidungsart wechselt in Abhängigkeit von Klima, Örtlichkeit und Umständen. In seiner Freizeit kleidet man sich in Spanien in Gesellschaft Anderer im Allgemeinen eher zwanglos und leger, aber fast immer auch sehr gepflegt.

Stromspannung
Alle elektrischen Geräte funktionieren mit 220 V Wechselstrom, 50 Hertz, und die Steckdosen entsprechen dem europäischen Modell mit runden Kontaktstiften.

Trinkgeld
Fast alle Lokale in Spanien haben in ihren Preisen den vorschriftsmäßigen Aufschlag für Bedienung mit einberechnet. Es ist üblich, aber keine Pflicht, in Bars und Restaurants, Hotels und im Taxiverkehr Trinkgeld zu geben, dessen Höhe jeweils von der Gebefreudigkeit seines Spenders abhängt, generell aber zwischen 5 und 10 % des Gesamtbetrages beträgt.

Telefonieren
Das Telefonnetz ist in ganz Spanien ausgebaut. Überall auf den Straßen gibt es öffentliche Telefonbüros (locutorios) mit Gesprächsvermittlung und anschließender Bezahlung sowie Telefonzellen (cabinas) für Orts-, Fern- und Auslandsgespräche, die mit Münzen oder magnetischen Telefonkarten funktionieren, die in den Tabakläden (estancos) erhältlich sind.

Bei Gesprächen ins Ausland wird 00 (Herstellung der internationalen Verbindung) und danach die Vorwahl des gewünschten Landes, der Stadt (nach Deutschland ohne 0) und zum Schluss die Rufnummer gewählt. Bei Anrufen nach Spanien ist die Landeskennzahl 34; danach die Telefonnummer zu wählen. Die allgemeine Telefonauskunft hat die Nummer 1003, bei der alle nationalen und internationalen Kennzahlen und Vorwahlnummern erfragt werden können.

PostIn Spanien kann man Briefmarken außer bei der Post selbst in den Tabakläden (estancos) kaufen. Um sicher zu gehen, dass Postkarten den Bestimmungsort erreichen, sollte man die Briefmarken nur in Läden mit der Aufschrift Correos y Telégrafos kaufen, die Briefmarken selbst auf die Postkarten kleben und dann in einen Briefkasten von Correos y Telégrafos werfen.

Das Jugendinstitut verfügt seit vielen Jahren über ein weitverzweigtes Netz von Jugendreisebüros, zusammengefasst im staatlichen Dachverband Nationales Büro für Tourismus und Austausch von Jugendlichen und Studenten (TIVE). Es gibt in ganz Spanien über 40 Büros, davon unterstehen dem Dachverband direkt 18 Büros, die restlichen werden von den jeweiligen Autonomen Gemeinschaften getragen. TIVE als Dachverband ist Mitglied der International Federation of Youth Tourism und Travel (FIYTO).

Über TIVE wird der Jugendtourismus mit dem Ziel gefördert, spanischen Jugendlichen sowohl das Kennenlernen des eigenen Landes als auch das interkulturelle Lernen durch Auslandsreisen zu ermöglichen. Die Dienstleistungen der Jugendreisebüros werden sowohl individuell Reisenden als auch Gruppen von Jugendlichen, Jugendorganisationen und Bildungseinrichtungen zur Verfügung gestellt.

Spanien ist am europäischen Netzwerk Jugendkarte beteiligt (Euro<26 Carnet Joven). Jungen Reisenden, und Inhabern der Jugendkarte werden zahlreiche Vergünstigungen für Busse, Bahnen, Hotels, Eintrittskarten zu kulturellen Veranstaltungen etc. eingeräumt. Das spanische Eisenbahnnetz heißt RENFE.

Auch die Internationale Studentenkarte (ISIC) ist in Spanien gültig. Mit ihr können Studierende diverse Vergünstigungen erhalten.

Für Nichtstudierende unter 26 gibt es mit ähnlichen Konditionen die Karte Go 25 (oder: International Youth Travel Card).

Weitere Informationen zu Spanien für junge Leute auf dem Europäischen Jugendportal:
http://www.europa.eu.int/youth/travelling_europe/index_es_de.html

Zentrale Einrichtungen und Organisationen

Für die internationale Jugendarbeit ist in Spanien in erster Linie das Nationale Jugendinstitut (Instituto Nacional de la Juventud, INJUVE) im Auftrag des Ministeriums für Gesundheit, Soziales und Gleichstellung (Ministerio de Sanidad, Servicios Sociales e Igualdad) zuständig. Zum INJUVE gehört auch das Centro Eurolatinoamericano de Juventud, CEULAJ

Der Spanische Jugendrat (Consejo de la Juventud de España) beziehungsweise dessen Kommission für Internationale Beziehungen ist in internationalen, regierungsunabhängigen Jugendeinrichtungen vertreten, zum Beispiel im Europäischen Jugendforum und anderen europäischen Institutionen. Außerdem ist die Kommission für Internationale Beziehungen dafür zuständig, internationale Austauschmaßnahmen anzuregen, bilaterale und multilaterale Beziehungen zu Jugendorganisationen anderer Länder aufrecht zu erhalten und eine Plattform für Themen der internationalen Kooperation, Entwicklung und Solidarität zu schaffen. Der Jugendrat arbeitet vorrangig mit Lateinamerika und den Mittelmeerregionen zusammen. Die Partnerorganisation in Lateinamerika, mit dem seit den Anfängen gute Beziehungen bestehen, war in den letzten Jahren das Foro Latinoamericano de Juventud. Die Mittelmeerregion ist als Schwerpunkt- und Partnerregion relativ neu. Vielfältige Aktivitäten wie die Nutzung des Programms Euro-Med Youth oder das Foro Euromediterráneo de Juventud sollen die europäisch-mediterrane Zusammenarbeit fördern.

Zusammenarbeit mit Deutschland

IJAB-Fachprogramm „Berufliche Eingliederung von benachteiligten Jugendlichen“ in Pamplona (Navarra), 26.04.-01.05.2003. Foto: José Torrejón

Das Kulturabkommen zwischen der Bundesrepublik Deutschland und Spanien vom 10. Dezember 1954 zwischen Deutschland und Spanien bildete die Basis für den in der Vergangenheit jährlich tagenden Gemischten Deutsch-Spanischen Fachausschuss zur jugendpolitischen Zusammenarbeit, der abwechselnd in Deutschland und in Spanien stattfand. Partner auf deutscher Seite waren das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) in Kooperation mit IJAB - Fachstelle für Internationale Jugendarbeit der Bundesrepublik Deutschland e.V. sowie als weitere Teilnehmende ein/e Ländervertreter/-in und ein/e Vertreter/-in des Deutschen Bundesjugendrings. Als Partner des BMFSFJ fungierte auf spanischer Seite das Nationale Jugendinstitut (INJUVE). Informationen zum Stand der internationalen jugendpolitischen Zusammenarbeit mit Spanien hier ...

Regelmäßig am deutsch-spanischen Austausch beteiligte deutsche Träger sind:

  • Bayerischer Jugendring 
  • Deutsche Pfadfinderschaft St. Georg 
  • SCI Bonn 
  • Deutsche Sportjugend 
  • DGB Jugend 
  • Internationaler Bund 
  • Arbeitskreis Deutscher Bildungsstätten sowie 
  • die Bundesländer Baden-Württemberg, Berlin, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern. 

Das spanische Außenministerium vergibt jährlich Stipendien für ausländische Studierende und Postgraduierte.

Internationale Zusammenarbeit

Regionale Schwerpunkte in der internationalen jugendpolitischen Zusammenarbeit Spaniens sind Europa, Lateinamerika und sowie die Zusammenarbeit auf Basis bilateraler Vereinbarungen. Letztere bestehen mit Belgien (Flämische Gemeinschaft), der Bundesrepublik Deutschland, Finnland, Griechenland, Italien, Portugal und Zypern.

Spanien ist Mitglied der Iberoamerikanischen Jugendorganisation (Organización Iberoamericana de Juventud – OIJ) und wird dort durch das INJUVE vertreten. Die OIJ ist ein repräsentatives zwischenstaatliches Organ für internationale multilaterale Zusammenarbeit im Bereich der jugendrelevanten Politiken und Programme in Lateinamerika. Die institutionalisierte Form der Zusammenarbeit ist die Iberoamerikanische Jugendkonferenz. Sie tagt alle zwei Jahre und wird von einem Leitungsrat (consejo directivo) geleitet. Im Zeitraum zwischen den Jugendministerkonferenzen sind jeweils regionale Anlaufstellen in Lateinamerika für die Zusammenarbeit zuständig.

Um den spanischen Jugendlichen auch entwicklungspolitische Themen und Inhalte näher zu bringen, wurde von INJUVE in Zusammenarbeit mit dem Nationalen Institut für Beschäftigung (Instituto Nacional de Empleo, INEM) und der Spanischen Agentur für Internationale Entwicklungszusammenarbeit (Agencia Española de Cooperación Internacional para el Desarrollo, AECID) das Programm Jóvenes Cooperantes entwickelt. Darüber können Jugendliche zwischen 18 und 30 Jahren an entwicklungspolitischen Projekten in Lateinamerika, Afrika, Osteuropa und Asien teilnehmen.