Relevante Ministerien und ihre Zuständigkeiten

Das für Jugendfragen zuständige Ministerium in Spanien ist das Ministerium für Gesundheit, Sozialpolitik und Gleichstellung (Ministerio de Sanidad, Política Social e Igualdad). Mit der Umsetzung seiner jugendpolitischen Programme auf nationaler und internationaler Ebene sind nachgeordnete Behörden zuständig: 

Das Ministerium ist für die Ausgestaltung der Jugendpolitik und für die Koordinierung aller kinder- und jugendpolitischen Vorhaben über den Interministeriellen Ausschuss für Kinder und Jugendfragen (Comisión Interministerial para la Juventud e Infancia) zuständig. 

Mit dem politischen Ziel, gesellschaftliche Probleme durch eine transparente, global-integrative Jugendpolitik zu lösen, wurde 1986 durch ein königliches Dekret der Interministerielle Ausschuss für Jugend und Kindheit (Comisión Interministerial para la Juventud e Infancia) auf nationaler Ebene gegründet. Im Interministeriellen Ausschuss sind alle nationalen Ministerien vertreten. Der Ausschuss hat die Aufgabe, alle gesellschaftspolitischen Maßnahmen, die den jungen Menschen in Schule, Arbeitswelt, Beruf und Freizeit betreffen, zu verwirklichen. Dies geschieht im Einzelnen durch

  • Vorschläge an die Regierung zu jugendpolitischen Fragen in Bezug auf wirtschaftliche, soziale, politische und kulturelle Faktoren, 
  • Analysen der Kinder- und Jugendprobleme und Unterbreitung von Lösungsvorschlägen, 
  • Koordination von kinder- und jugendspezifischen Aufgaben der einzelnen Ministerien, 
  • besondere Aufmerksamkeit für die vom Spanischen Jugendrat formulierten Initiativen und Vorschläge, 
  • Durchführung von Initiativen zur Verbesserung der Zusammenarbeit. 

Frauenpolitik und das frauenpolitische Förderungsprogramm gehören in den Kompetenzbereich des Instituts für Frauenfragen (Instituto de la Mujer), ebenfalls beim Ministerium für Gesundheit, Sozialpolitik und Gleichstellung angesiedelt.

In den Autonomen Gemeinschaften (Comunidades Autónomas) wird die regionale Jugendpolitik unter der Koordinierung der Zentralregierung eigenständig gestaltet und ausgeführt. Auf regionaler Ebene sind die Jugendbehörden (Direcciones Generales de Juventud) für Jugendpolitik zuständig. In jeder Jugendbehörde gibt es auch ein Büro für Jugendaustausch.

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Nationale und regionale Kinder- und Jugendräte

Ein wichtiges Organ der Interessenvertretung für junge Menschen ist der Spanische Jugendrat (Consejo de la Juventud de España, CJE). In ihm sind Jugendverbände, politische Jugendorganisationen, Fachverbände und Erwachsenenorganisationen vertreten. Auf der Ebene der autonomen Regionen bestehen regionale Jugendräte, auf der örtlichen Ebene kommunale Jugendräte.

Der Spanische Jugendrat ist eine Errungenschaft des Jugendverbandswesens. Seine Schaffung ist das Ergebnis jahrelanger Bemühungen Tausender Jugendlicher im Kampf um eine aktive Teilnahme an der Gestaltung und Stärkung der Gesellschaft. Ziele und Aktivitäten des Spanischen Jugendrats: www.cje.org > ¿En qué trabajamos?

Hauptaktionsfelder des CJE: Partizipation, Erziehung, Training, Beschäftigung, Gesundheit und Lebensqualität, Sexualität, Umwelt, Wohnen, Drogenmissbrauch, Aids, Friedenserziehung, Zusammenleben und Verschiedenheit, Junge Frauen, Landjugend, Kindheit und internationale Beziehungen, Immigration.

Mitglied im CJE kann ein Verband werden, wenn er in mindestens 15 Provinzen vertreten ist und 5000 Mitglieder hat. Jugendwohlfahrtsverbände müssen 10 000 Mitglieder nachweisen.

Gegenwärtig gehören dem Jugendrat 76 Jugendorganisationen (25 Verbände mit vollem Stimmrecht, 15 mit Beobachterstatus, 17 Landesjugendräte sowie 22 Verbände mit einem Kooperationsvertrag) an. Adressen der regionalen Jugendräte: http://www.cje.org > ¿Qué es el CJE? > Entidades Miembro.

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Kinder- und jugendpolitische Einrichtungen und ihre Kompetenzen

Das Jugendinstitut ist eine nachgeordnete Behörde des Ministeriums für Gesundheit, Sozialpolitik und Gleichstellung. Es hat einen eigenen Rechtsstatuts sowie ein eigenes Budgetrecht, was ihm erlaubt, eine relativ eigenständige Jugendpolitik im Rahmen der jugendpolitischen Leitlinien umzusetzen. 

INJUVE führt regelmäßig Studien und Untersuchungen über die Jugend in Spanien durch und hat eine spezielle Datenbank, die man in der Bibliothek des Instituts einsehen kann. Die Erkenntnisse werden vor allem Fachkräften der Jugendarbeit zur Verfügung gestellt. Seit 1984 erscheint alle vier Jahre der Jugendbericht (Informe Juventud).

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Kinder- und jugendpolitische Schwerpunkte und Aktionsprogramme

Die Jugendpolitik der Regierung ist seit 1990 in Aktionsplänen für die Jugend (Plan de Juventud) festgelegt.

Spanien kämpft mit einer der höchsten Jugendarbeitslosigkeitsraten in der EU und muss mit einem beträchtlichen Anteil an Zuwanderung zurechtkommen. Jugendliche erreichen ihre persönliche Unabhängigkeit erst sehr spät (hohe Wohnungspreise). Daher wird im Bereich der Jugendpolitik Pilotprojekten im Arbeitsmarkt-, Wohnungs- und Gesundheitsbereich wie auch in der Kulturarbeit Vorrang eingeräumt. Derzeit wird an einem Strategieplan zur Förderung der Jugendemanzipation (Mehr Zugang zu Beschäftigung und Wohnraum) gearbeitet.

Neben der Bereitstellung verschiedener Instrumente und eines neuartigen Prozesses der Einbeziehung und Partizipation der Jugendlichen bildet der Bericht Jugend in Spanien die theoretische Grundlage der Jugendpolitik und der Formulierung von Aktionsplänen.

Informationen (in Spanisch) zur staatlichen Jugendpolitik hier ... 

Spanien nimmt am EU-Programm JUGEND IN AKTION teil. Für die Umsetzung ist die beim Jugendinstitut angesiedelte Spanische Nationalagentur für das Programm JUGEND IN AKTION (Agencia Nacional Española del Programa Juventud en Acción) zuständig. Auf der Ebene der Autonomen Gemeinschaften gibt es lokale Büros des Programms.