Rahmenbedingungen für die Jugendarbeit - ES
Hier gibt's Infos zu den Rahmenbedingungen für die Jugendarbeit in Spanien. Mehr lesen unter
Situation der Kinder und Jugendlichen
Kultur und Lebensformen
Beschäftigung und Arbeitslosigkeit
Kriminalität
Drogen
Kultur und Lebensformen
Gut 9 Millionen Jugendliche im Alter zwischen 15 und 29 Jahren leben im Jahr 2005 in Spanien. Sie machen 21 % der Gesamtbevölkerung aus. Der Anteil der männlichen Jugendlichen überwiegt mit 51,5 % nur gering. Der Anteil jugendlicher Bevölkerung ist seit 1991 stetig gesunken. Die genaue Zahl Jugendlicher liegt bei 9 149 511, wovon 4 681 034 männlich und 4 468 477 weiblich sind.
Die Jugendlichen leben sehr ungleich auf das Staatsgebiet verteilt. Die drei Autonomen Gemeinschaften Andalusien (19,2 %), Katalonien (15,4 %) und Madrid (13,9 %) vereinen bereits fast die Hälfte aller Jugendlichen in Spanien, Valencia stellt mit 10,7 % ebenfalls überdurchschnittlich viele Jugendliche. Die restlichen 40,8 % Jugendlichen leben in den anderen Autonomen Gemeinschaften. 12,4 % aller Jugendlichen haben einen Migrationshintergrund.
Einige Merkmale und Neuerungen des VI. Bericht „Jugend in Spanien“ 2004 sind besonders hervorzuheben:
- Der Bericht wurde von einem Team aus sechs Wissenschaftler(inne)n erarbeitet, die alle Expert(inn)en in den von ihnen bearbeiteten Themen sind.
- Es wurde erstmals eine Studie über Migrantenjugendliche einbezogen. Diese Gruppe macht 5,2 % der in Spanien lebenden Jugendlichen aus.
- Ein weiteres Kapitel befasst sich speziell mit den geschlechtsspezifischen Unter-schieden zwischen männlichen und weiblichen Jugendlichen.
- Außerdem wurden die Nutzung der Informations- und Kommunikationstechnologien seitens der jugendlichen Bevölkerung sowie ihre sozialen, wirtschaftlichen und famili-ären Auswirkungen besonders erwähnt.
Veränderungen in der familiären Umgebung
Die Studienergebnisse zeigen die allmählichen Veränderungen der familiären Strukturen, in denen die Jugendlichen leben. Der Prozentsatz junger Menschen, die nicht mehr bei ihren Eltern oder anderen Verwandten wohnen, hat sich bei den älteren Jugendlichen (25 bis 29 Jahre) seit 2000 deutlich erhöht. Ein selbstständiges und unabhängiges Leben bedeutet für immer mehr Jugendliche eine durchaus gültige Alternative zum Leben im familiären Haushalt. Neue Aspekte erhält die unabhängige Haushaltsführung Jugendlicher dadurch, dass sie möglicherweise nur vorübergehend ist oder ökonomisch von einer Partnerschaft oder der Familie abhängt.
Freude am Leben und an den neuen Technologien
Die spanischen Jugendlichen äußern keine großen Lebenssorgen. Ihr Optimismus- und Zufriedenheitsgrad gegenüber dem Leben ist hoch. Die Gründe für die Zufriedenheit der spanischen Jugend liegen vor allem in der Harmonie persönlicher Beziehungen in Freundschaft, Partnerschaft und Familie.
Spanische Jugendliche identifizieren sich im Wesentlichen mit ihrem Dorf oder ihrer Stadt. Durch dieses Gefühl der Verwurzelung mit ihrer nächsten Umgebung sind sie sehr wenig mobil und ziehen aus keinem Grund gerne weg. Die Jugendlichen sind auf zwei Ebenen moderat nationalistisch eingestellt, im Allgemeinen fühlen sie sich ebenso Spanien wie auch ihren jeweiligen autonomen Regionen zugehörig. Allerdings beeinflusst die Tatsache, ob sie in einer historisch autonomen Region leben oder nicht, die Zu- oder Abgeneigtheit gegenüber Autonomiebestrebungen.
Jugendliche sind die stärksten Nutzer/-innen der Informations- und Kommunikationstechnologien: Die durchschnittliche Verweildauer der Jugendlichen im Internet liegt bei neun Stunden wöchentlich. Etwa neun von zehn Jugendlichen nutzen normalerweise und individuell ein Mobiltelefon, vor allem um Nachrichten zu senden und zu empfangen und um mit der Familie zu sprechen.
Jugendliche sind den neuen Technologien gegenüber optimistischer eingestellt als ältere Personen: Im Allgemeinen sehen sie ihre Privatsphäre nicht durch sie gefährdet. Jugendliche sind der Ansicht, dass Computer und die Kommunikation zwischen ihnen die Lebensqualität und das soziale Leben der Menschen verbessern.
Schule und Studium, Lesen, Freizeit, Internet und Sexualverhalten
1996 erreichte der Anteil Jugendlicher, der zur Schule geht oder studiert, mit 55 % seinen höchsten Stand. 2004 lag dieser Anteil bei 45 %. In den letzten Jahren ist nicht nur die Zahl an Schüler(inne)n und Studierenden gesunken, sondern auch der Anteil derjenigen, die ausschließlich die Schule besuchen oder studieren (31 % im Vergleich zu 41 % im Jahr 1996).
Die Jugendlichen verfügen im Durchschnitt über 28 Stunden Freizeit wöchentlich, männliche Jugendliche über zweieinhalb Stunden mehr als weibliche. Über 90 % der Jugendlichen geben an, dass sie Musik, Freunde, Fernsehen, Reisen und Kino mögen. Die größten Ausgaben im Bereich Freizeitaktivitäten fallen für „Ausgehen“ (60 %) an, gefolgt von „ins Kino gehen“ (13 %) und „Kauf von Kleidung, Büchern und Musik“ (7 %).
64 % der Jugendlichen haben im vergangenen Jahr durchschnittlich fast vier Bücher gelesen, eine Tätigkeit, die eher von weiblichen als von männlichen Jugendlichen praktiziert wird. Im letzten Quartal verfügten 62,6 % der Jugendlichen über einen Computer, mehr als die Hälfte davon für die persönliche Nutzung. Darüber hinaus können 41,5 % der Jugendlichen auf diesem Weg aufs Internet zugreifen.
81 % derjenigen, die die Fragen zur Sexualität beantworteten, gaben an, vollständige sexuelle Beziehungen gehabt zu haben. Männliche Jugendliche gaben eine größere sexuelle Erfahrung an als weibliche, wobei die Erfahrungen mit dem Alter zunehmen. 9,9 % der weiblichen Jugendlichen mit vollständigen sexuellen Beziehungen wurden ungewollt schwanger.
Beschäftigung und Arbeitslosigkeit
Spanien hat die höchste Jugendarbeitslosigkeit innerhalb der Europäischen Union. Mit einer Rate 42,9 % im Oktober 2009 führt es die Liste der Jugendarbeitslosigkeit vor Lettland (33,6 %) an. (Quelle: Informationsbulletin der spanischen Botschaft, Nr. 246, 28.11.-4.12.09)
Unter der sozialistischen Regierung Zapatero wurden verschiedene Maßnahmen zur Bekämpfung der Jugendarbeitslosigkeit eingeleitet. Dazu zählen u. a. die Arbeitsmarktreform vom Mai 2006 mit einem umfassenden Maßnahmenkatalog mit den Schwerpunkten Arbeitsrechte, Förderung der unbefristeten Beschäftigung und Verbesserung der Situation Arbeitsloser. Ferner wurde eine nationale Aufklärungskampagne zu den Problemen jugendlicher Beschäftigung Trabaja Por Lo Justo vom spanischen Jugendrat durchgeführt.
Der Nationale Jugendrat CJE hat Jugendliche zu einer Beteiligungskampagne gegen die berufliche Unsicherheit aufgerufen: Campaña de Participación Juvenil contra la Precariedad Laboral, http://www.cje.org/trabajaporlojusto/campana.html
Kriminalität
Über von Jugendlichen verübte Straftaten liegen in Spanien wenig Angaben vor. Lediglich für die 15- bis 17-Jährigen gibt es Zahlen. Für jüngere gibt es keine Zahlen, und Volljährige gehen in der Statistik der Erwachsenen auf. Generell gilt aber: wenn Jugendliche an kriminellen Handlungen beteiligt sind, dann häufig als Opfer und nur selten als Täter.
In der Zeit des Heranwachsens ist der Hang, sich in Risikosituationen zu begeben und Normen zu verletzen besonders groß. Die geschieht oft im Gruppenzusammenhang. Diese Gruppen können manchmal auch etwas Sektenhaftes haben oder manchmal auch fremdenfeindlich gesinnt sein. Es handelt sich aber im Großen und Ganzen um Randerscheinungen, die selten echte Straftaten nach sich ziehen.
Gründe für Festnahmen bei den unter 18-Jährigen haben meistens mit Diebstahl in öffentlichen Einrichtungen, Unterschlagung und anderen Diebstählen zu tun. Andere Straftaten finden im Bereich des Straßenverkehrs statt oder haben mit Drogenkonsum zu tun. Die Zahl der Straftäter/-innen ist zwar gering, steigt jedoch in letzter Zeit an.
Außerdem gibt es das Phänomen des Vandalismus bei Jugendlichen, wobei sich dieses meist auf die Zeit vor der Aufnahme einer Arbeit oder dem Studienbeginn beschränkt.
Drogen
Zigaretten
Die spanischen Jugendlichen fangen meist mit 14 bis 15 Jahren an zu rauchen; nach einem Jahr sind es dann zirka 20 % der Jugendlichen, die abhängig sind, mit 20 bis 24 Jahren etwa 36 % und mit 25 bis 29 Jahren zirka 38 %.
Alkohol
Auch mit dem Alkohol beginnen die Jugendlichen in Spanien bereits mit 15 Jahren. Je älter die Jugendlichen werden, desto mehr von ihnen trinken auch täglich, die Männer allerdings deutlich häufiger als die Frauen. Mit 25 bis 29 Jahren genehmigen sich 10 % der männlichen Jugendlichen täglich ein oder mehrere alkoholische Getränke im Vergleich zu 4 % der Frauen. Die Zahl steigt danach übrigens noch deutlich an. Auf der anderen Seite gibt es mehr und mehr Jugendliche, die gar nicht trinken: von den 20- bis 29-Jährigen sagen 25 %, dass sie Abstinenzler sind.
Die Probleme der Jugendlichen mit dem Alkohol hängen eng mit dem Missbrauch während der abendlichen Wochenendaktivitäten zusammen. 48 % der Jugendlichen trinken in der Freizeit, wenn sie mit Freunden ausgehen. Und diese Zahl scheint noch zuzunehmen. Die meistkonsumierten Getränke sind Bier (48 %), Cocktails (combinados oder cubatas) (17 %) und Wein (16 %). Dieser soziale Konsum ist zu einer Gewohnheit geworden, zu der die Werbung ihren Teil beiträgt, in dem sie direkt oder indirekt alkoholische Getränke mit Freizeit und Kameradschaft in Zusammenhang bringt.
Auch die Zahl derjenigen, die sich am Wochenende exzessiv betrinken, gibt Anlass zur Sorge: mit 15 bis 19 Jahren sind es schon zirka 11 % bis 12 %, mit 20 bis 24 Jahren zirka 15 % und mit 25 bis 29 Jahren immer noch 12 %, wobei die Jungen deutlich mehr betroffen sind.
Illegale Drogen
Haschisch ist die meistkonsumierte illegale Droge, sowohl bei den Jugendlichen als auch in der Gesamtbevölkerung, gefolgt - allerdings mit großem Abstand - von Kokain und Ecstasy.
Ein Drittel der männlichen spanischen Jugendlichen und ein Viertel der jungen Frauen probiert mindestens einmal Haschisch: Tendenz steigend. Das Einstiegsalter liegt bei 19 Jahren. Haschisch wird sowohl am Wochenende als auch täglich geraucht.
Ecstasy wird - meist in moderaten Mengen - weitaus weniger konsumiert und auch erst später (mit zirka 20 Jahren). Sechs Prozent der männlichen Jugendlichen und zwei Prozent der weiblichen Jugendlichen haben mindestens einmal Ecstasy probiert. Tendenz: die Droge wird zwar immer früher probiert, dafür aber von immer weniger Jugendlichen.
Die Zahl derjenigen, die Kokain nehmen, hält sich mit den Ecstasy-Konsumierenden in etwa die Waage (7 % Jungen, 3 % Mädchen mit mindestens einmaligem Kontakt). Der Erstkontakt findet mit knapp 22 Jahren eher spät statt.
Früher als mit Kokain, nämlich mit zirka 19 Jahren, kommen die Jugendlichen mit Heroin in Kontakt, allerdings sind es nur sehr wenige. Die soziale Randstellung der Betroffenen hat sowohl damit zu tun, dass diese Jugendlichen anfälliger für eine Abhängigkeit von Heroin sind als auch mit der verheerenden Wirkung von Heroin selbst, die wiederum soziale Ausgrenzung nach sich zieht.
Tranquilizer und Schlafmittel werden eher nach der Jugendzeit genommen; die männlichen Jugendlichen beginnen mit etwa 25 bis 28 Jahren und die Frauen mit 30 Jahren.
Gesetzliche Grundlagen
Relevante Gesetze
Gesetz 18/1983 über die Gründung des Spanischen Jugendrates vom 16. November 1983: gesetzliche Verankerung des Jugendrats (Consejo de la Juventud en Espana, CJE) als Interessenvertretung der Jugendverbände. Es legt fest, dass der Spanische Jugendrat seine Kontakte zu Organen der Staatsverwaltung über das Ministerium für Arbeit und Soziales, jetzt: Ministerium für Gesundheit, Sozialpolitik und Gleichstellung (Ministerio de Sanidad, Política Social e Igualdad) abzuwickeln hat. Aufgaben des Jugendrates sind die Vertretung der Interessen der Jugendverbände
- gegenüber Parlament und Regierung sowie
- vor den internationalen Institutionen.
Ferner regelt das Gesetz die Bedingungen für die Mitgliedschaft im Jugendrat sowie seine administrative Struktur. Derzeit sind 79 Jugendorganisationen (16 Landesjugendräte und 63 Jugendverbände) CJE-Mitglieder. Diese vertreten eine Vielzahl von Ideologien, Meinungen, Zielen und Glaubensrichtungen von rund 700 000 Mitgliedern. Download des Gesetzes hier ...
Dekret über die Umbenennung und Organisation des Jugendinstitutes (Artikel V des Königlichen Dekrets 565/1985 über die Organisationsstruktur des Kultusministeriums): Umwandlung des Instituts für Jugend und Gemeinschaftsförderung (Instituto de la Juventud y Promoción Comunitaria) in das Jugendinstitut (Instituto de la Juventud). Das Dekret legt Aufgaben und Funktionen des Instituts fest.
Aufgaben
- Ausarbeitung und Durchführung der Jugendpolitik in Zusammenarbeit mit anderen Ministerien und Organen der Staatsverwaltung,
- Förderung der kulturellen Gemeinschaft der Jugend Spaniens,
- Förderung des Jugendverbandswesen und die Beteiligung der Jugendverbände in internationalen Bewegungen,
- Entwicklung und Koordinierung eines Jugendinformations- und Dokumentationssystems,
- Förderung der internationalen Zusammenarbeit im Jugendbereich.
Funktionen
- Ausbau der Zusammenarbeit mit den Autonomen Gemeinschaften in allen jugendrelevanten Fragen,
- Förderung des Jugendtourismus und des Jugendaustausches auf nationaler und internationaler Ebene,
- Ausarbeitung und Vertrieb von Umfragen, Studien und Informationen über die Jugend sowohl national als auch international,
- Leistung von jeglichen weiteren Diensten im Sinne der Wahrnehmung seiner Aufgaben.
Königliches Dekret 1677/1985 vom 11. September 1985: Grundlage des Nationalen Drogenplans (Plan Nacional de Drogas). Regelt die interministerielle Koordinierung der Durchführung des vom Ministerrat am 24. Juli 1985 beschlossenen Nationalen Drogenplans. Präsident der durch das Dekret ins Leben gerufenen Interministeriellen Gruppe ist der Minister für Gesundheit und Konsum. Zu den wichtigsten Errungenschaften der bisherigen Existenz des Nationalen Drogenplans gehören:
- Existenz eines globalen Interventionsplans zum Thema Drogenabhängigkeit
- Festigung des sozialen Verbundsystems (Präsenz diverser Institutionen wie Universitäten, Unternehmen, Stiftungen etc.),
- Festigung eines weiten, vielfältigen und professionalisierten Behandlungsnetzes (knapp 600 öffentliche Zentren können mehr als 100 000 Drogenabhängige pro Jahr behandeln),
- Förderung der Wiedereingliederung im sozialen Bereich und in Arbeitsverhältnisse (das Instituto Nacional de Empleo, INEM, konnte seit 1997 über 5000 Drogenabhängigen in Rehabilitation Arbeitsplätze anbieten),
- Schaffung einer soliden Basis für präventive Politik,
- Festigung von Informationssystemen zur Erfassung und Bereitstellung von Daten des Drogenkonsums,
- Modernisierung der Gesetzgebung,
- Bereitstellung hoch spezialisierter politischer Mittel und Instrumente,
- Vertretung Spaniens in den wichtigsten internationalen Organen und Foren, bilaterale Abkommen mit zahlreichen Ländern und die Einrichtung eines Iberoamerikanischen Netzes von Nichtregierungsorganisationen, die auf Drogenabhängigkeit spezialisiert sind,
- Verankerung von Haushaltszuwendungen im Staatshaushalt zur Bekämpfung der Drogenabhängigkeit.
Königliches Dekret 192/1988 über Einschränkungen des Verkaufs und des Gebrauchs von Tabak zum Schutz der Gesundheit der Bevölkerung vom 4. März 1988: beschränkt den Tabakkonsum und schützt die Rechte der Nichtraucher. Es hat dabei wichtige jugendrelevante Bestimmungen. Im Dezember 2005 wurde in Spanien mit der Ley Antitabaco eines der strengsten Anti-Raucher Gesetze in Europa verabschiedet. Ab 1. Januar 2006 gelten folgende Bestimmungen:
- allgemeines Rauchverbot in öffentlichen Gebäuden (Bahnhöfen, Flughäfen, Kranken-häuser, Fahrstühlen, Ladenlolaklen) sowie am Arbeitsplatz,
- Raucherverbot in Bars und Restaurants, die kleiner als 100 m² sind,
- Einrichtung von Nichtraucherbereichen in Bars und Restaurants, die größer als 100 m² sind,
- allgemeines Verkaufsverbot an Jugendliche unter 18 Jahren in Tabakläden,
- Jugendlichen unter 18 Jahren ist es verboten, Zigarettenautomaten zu benutzen,
- Verkaufsverbot von Tabakerzeugnissen in schulischen und allen Kinder- und Jugendeinrichtungen,
- Rauchverbot in öffentlichen und privaten Schulbussen und -bahnen,
- Rauchverbot in allen schulischen Einrichtungen,
- Verbot von Tabakwerbung in Presse, Radio, Fernsehen, Kino und Plakatwänden,
- Verbot der Abgabe von Tabak als Werbemittel.
Zuwiderhandlungen werden mit Strafen zwischen 30 und 600 000 Euro geahndet.
Beschluss über die Ausschreibung von Zuschüssen im Kinderbereich vom 13. Februar 1990: legt die Bereiche fest, in denen für Fachprogramme staatliche Hilfen beansprucht werden können. Diese sind:
- Programme für benachteiligte und in soziale Konflikte geratene Kinder, insbesondere für misshandelte Kinder und Kinder mit erworbener Immunschwäche,
- Alternativprogramme für die Fernhaltung von Minderjährigen vom System der Jugendgerichtsbarkeit,
- Allgemeine Kinderprogramme insbesondere für Kinder aus benachteiligten sozialen Schichten und Wohngegenden mit sozialen Gefährdungen,
- Programme zur Freizeitgestaltung für Kinder,
- Programme zur Förderung des Kinderverbandswesens, insbesondere der Bildung von informellen Kindergruppen.
Die Zuschüsse werden für Programme der Altersgruppe 0 bis 14 Jahren gewährt.
Weitere Gesetze
Gesetz zur allgemeinen Neuordnung des Bildungswesens (Ley Orgánica de Ordenación del Sistema Educativo – LOGSE) von Oktober 1990 - öffnete den Weg zu einem neuen Bildungssystem
Gesetz über das Recht auf Bildung (Ley Orgánica del Derecho a la Educación – LODE) vom Juli 1985 - bekräftigt das Recht aller Spanier auf freie Grundbildung
Altersbezogene gesetzliche Bestimmungen
| Gesetzliche Bestimmung | Alter in Jahren |
| Beginn der Schulpflicht | 6 |
| Ende der Schulpflicht | 16 |
| Abgabe von Tabakwaren an Jugendliche gestattet ab | 16 |
| Strafmündigkeit | 18 |
| Erlaubnis zur Vollzeitbeschäftigung | 16 |
| Volljährigkeit/Wahlrecht | 18 |
| Passives Wahlrecht | 18 |
| Recht zum Erwerb eines Führerscheins Klasse 3 | 18 |
| Heirat ohne Zustimmung der Eltern oder der Vormundschaftsgerichte (in Ausnahmefällen) | 18 |
Seit Anfang 2002 gibt es in Spanien keine Wehrpflicht mehr. Es gibt eine Berufsarmee.
Kinder- und jugendpolitische Strukturen
Relevante Ministerien und ihre Zuständigkeiten
Nationale und regionale Kinder- und Jugendräte
Kinder- und jugendpolitische Einrichtungen und ihre Kompetenzen
Kinder- und jugendpolitische Schwerpunkte und Aktionsprogramme
Relevante Ministerien und ihre Zuständigkeiten
Das für Jugendfragen zuständige Ministerium in Spanien ist das Ministerium für Gesundheit, Sozialpolitik und Gleichstellung (Ministerio de Sanidad, Política Social e Igualdad). Mit der Umsetzung seiner jugendpolitischen Programme auf nationaler und internationaler Ebene sind nachgeordnete Behörden zuständig:
- das Jugendinstitut (Instituto de la Juventud - INJUVE) sowie
- die Spanische Nationalagentur für das EU-Programm JUGEND IN AKTION; siehe Kinder- und jugendpolitische Einrichtungen und ihre Kompetenzen).
Das Ministerium ist für die Ausgestaltung der Jugendpolitik und für die Koordinierung aller kinder- und jugendpolitischen Vorhaben über den Interministeriellen Ausschuss für Kinder und Jugendfragen (Comisión Interministerial para la Juventud e Infancia) zuständig.
Mit dem politischen Ziel, gesellschaftliche Probleme durch eine transparente, global-integrative Jugendpolitik zu lösen, wurde 1986 durch ein königliches Dekret der Interministerielle Ausschuss für Jugend und Kindheit (Comisión Interministerial para la Juventud e Infancia) auf nationaler Ebene gegründet. Im Interministeriellen Ausschuss sind alle nationalen Ministerien vertreten. Der Ausschuss hat die Aufgabe, alle gesellschaftspolitischen Maßnahmen, die den jungen Menschen in Schule, Arbeitswelt, Beruf und Freizeit betreffen, zu verwirklichen. Dies geschieht im Einzelnen durch
- Vorschläge an die Regierung zu jugendpolitischen Fragen in Bezug auf wirtschaftliche, soziale, politische und kulturelle Faktoren,
- Analysen der Kinder- und Jugendprobleme und Unterbreitung von Lösungsvorschlägen,
- Koordination von kinder- und jugendspezifischen Aufgaben der einzelnen Ministerien,
- besondere Aufmerksamkeit für die vom Spanischen Jugendrat formulierten Initiativen und Vorschläge,
- Durchführung von Initiativen zur Verbesserung der Zusammenarbeit.
Frauenpolitik und das frauenpolitische Förderungsprogramm gehören in den Kompetenzbereich des Instituts für Frauenfragen (Instituto de la Mujer), ebenfalls beim Ministerium für Gesundheit, Sozialpolitik und Gleichstellung angesiedelt.
In den Autonomen Gemeinschaften (Comunidades Autónomas) wird die regionale Jugendpolitik unter der Koordinierung der Zentralregierung eigenständig gestaltet und ausgeführt. Auf regionaler Ebene sind die Jugendbehörden (Direcciones Generales de Juventud) für Jugendpolitik zuständig. In jeder Jugendbehörde gibt es auch ein Büro für Jugendaustausch.
Nationale und regionale Kinder- und Jugendräte
Ein wichtiges Organ der Interessenvertretung für junge Menschen ist der Spanische Jugendrat (Consejo de la Juventud de España, CJE). In ihm sind Jugendverbände, politische Jugendorganisationen, Fachverbände und Erwachsenenorganisationen vertreten. Auf der Ebene der autonomen Regionen bestehen regionale Jugendräte, auf der örtlichen Ebene kommunale Jugendräte.
Der Spanische Jugendrat ist eine Errungenschaft des Jugendverbandswesens. Seine Schaffung ist das Ergebnis jahrelanger Bemühungen Tausender Jugendlicher im Kampf um eine aktive Teilnahme an der Gestaltung und Stärkung der Gesellschaft. Ziele und Aktivitäten des Spanischen Jugendrats: www.cje.org > ¿En qué trabajamos?
Hauptaktionsfelder des CJE: Partizipation, Erziehung, Training, Beschäftigung, Gesundheit und Lebensqualität, Sexualität, Umwelt, Wohnen, Drogenmissbrauch, Aids, Friedenserziehung, Zusammenleben und Verschiedenheit, Junge Frauen, Landjugend, Kindheit und internationale Beziehungen, Immigration.
Mitglied im CJE kann ein Verband werden, wenn er in mindestens 15 Provinzen vertreten ist und 5000 Mitglieder hat. Jugendwohlfahrtsverbände müssen 10 000 Mitglieder nachweisen.
Gegenwärtig gehören dem Jugendrat 76 Jugendorganisationen (25 Verbände mit vollem Stimmrecht, 15 mit Beobachterstatus, 17 Landesjugendräte sowie 22 Verbände mit einem Kooperationsvertrag) an. Adressen der regionalen Jugendräte: http://www.cje.org > ¿Qué es el CJE? > Entidades Miembro.
Kinder- und jugendpolitische Einrichtungen und ihre Kompetenzen
Das Jugendinstitut ist eine nachgeordnete Behörde des Ministeriums für Gesundheit, Sozialpolitik und Gleichstellung. Es hat einen eigenen Rechtsstatuts sowie ein eigenes Budgetrecht, was ihm erlaubt, eine relativ eigenständige Jugendpolitik im Rahmen der jugendpolitischen Leitlinien umzusetzen.
INJUVE führt regelmäßig Studien und Untersuchungen über die Jugend in Spanien durch und hat eine spezielle Datenbank, die man in der Bibliothek des Instituts einsehen kann. Die Erkenntnisse werden vor allem Fachkräften der Jugendarbeit zur Verfügung gestellt. Seit 1984 erscheint alle vier Jahre der Jugendbericht (Informe Juventud).
Kinder- und jugendpolitische Schwerpunkte und Aktionsprogramme
Die Jugendpolitik der Regierung ist seit 1990 in Aktionsplänen für die Jugend (Plan de Juventud) festgelegt.
Spanien kämpft mit einer der höchsten Jugendarbeitslosigkeitsraten in der EU und muss mit einem beträchtlichen Anteil an Zuwanderung zurechtkommen. Jugendliche erreichen ihre persönliche Unabhängigkeit erst sehr spät (hohe Wohnungspreise). Daher wird im Bereich der Jugendpolitik Pilotprojekten im Arbeitsmarkt-, Wohnungs- und Gesundheitsbereich wie auch in der Kulturarbeit Vorrang eingeräumt. Derzeit wird an einem Strategieplan zur Förderung der Jugendemanzipation (Mehr Zugang zu Beschäftigung und Wohnraum) gearbeitet.
Neben der Bereitstellung verschiedener Instrumente und eines neuartigen Prozesses der Einbeziehung und Partizipation der Jugendlichen bildet der Bericht Jugend in Spanien die theoretische Grundlage der Jugendpolitik und der Formulierung von Aktionsplänen.
Informationen (in Spanisch) zur staatlichen Jugendpolitik hier ...
Spanien nimmt am EU-Programm JUGEND IN AKTION teil. Für die Umsetzung ist die beim Jugendinstitut angesiedelte Spanische Nationalagentur für das Programm JUGEND IN AKTION (Agencia Nacional Española del Programa Juventud en Acción) zuständig. Auf der Ebene der Autonomen Gemeinschaften gibt es lokale Büros des Programms.
Staatliche nationale Förderung
Auf staatlicher Seite stehen für die Förderung der Jugendarbeit eigene Haushaltsmittel aus dem Jugendplan zur Verfügung. Der Jugendplan 2005 – 2008 wird in den kommenden Jahren Referenz für alle jugendpolitischen Maßnahmen sein und dient der Förderung der Partizipation Jugendlicher in der politischen, sozialen, wirtschaftlichen und kulturellen Entwicklung sowie der Chancengleichheit unter den Jugendlichen.
Empfänger des Gelds sind Jugendorganisationen und Jugendservicestellen. Priorität haben Programme, die sich den wichtigsten Problemen (Arbeiten, Wohnen, Gesundheit, soziale Integration) widmen, die auf benachteiligte Jugendliche ausgerichtet sind und das soziale Engagement von Jugendlichen fördern.
Private und sonstige Finanzierungsquellen
Das Gesetz zur Neuordnung von Stiftungen vom 24. November 1994 legt unter anderem fest, dass Zuwendungen von Privatpersonen an gemeinnützige Maßnahmen steuerlich begünstigt werden.
Die Arbeit der Stiftungen in Spanien erfolgt hauptsächlich zugunsten behinderter Personen, Senioren, Bedürftiger sowie Kinder und Jugendlicher. Meist haben sie nur begrenzte Mittel, leisten aber dennoch einen wertvollen Beitrag im Bereich der Kinder- und Jugendsozialarbeit.
Link
www.fundaciones.org – Website des Spanischen Stiftungsverbandes


