x

Schriftgröße ändern

Zum Ändern der Schriftgröße verwenden Sie bitte die Funktionalität Ihres Browsers. Die Tastatur-Kurzbefehle lauten folgendermaßen:

[Strg]-[+] Schrift vergrößern
[Strg]-[-] Schrift verkleinern
[Strg]-[0] Schriftgröße Zurücksetzen

Ukraine: Internationale Jugendarbeit könnte helfen, Brücken nach Europa zu bauen

Ukraine-Special

IJAB hat auf www.dija.de und www.ijab.de für alle, die sich mit der Ukraine und den Möglichkeiten Internationaler Jugendarbeit beschäftigen möchten, Quellen und Stimmen zusammengetragen, die Sinn und Nutzen von Jugendaustausch zwischen Deutschland und der Ukraine verdeutlichen und zum besseren Kennenlernen unseres direkten EU-Nachbarn beitragen.

Im Jahr 1 nach der Revolution verfolgt die ukrainische Regierung weiter ihren Kurs der Hinwendung zu Europa und die große Mehrheit der Bürger/-innen unterstützt sie darin – auch wenn viele sich inzwischen von Europa alleine gelassen fühlen. Internationale Jugendarbeit könnte dazu beitragen, dass sich Deutsche und Ukrainer/-innen näher kommen.

Ein Jahr ist seit dem Euromaidan vergangen. Nach Monaten zivilen Ungehorsams und zwei Tagen blutiger Auseinandersetzungen mit über 100 Toten flüchtete am 21. Februar 2014 der damalige ukrainische Präsident Viktor Janukowitsch. Das ukrainische Parlament machte daraufhin den Weg für eine demokratische Erneuerung und eine Hinwendung zu Europa frei. Mit Europa verbinden viele Ukrainer/-innen Rechtssicherheit, Korruptionsbekämpfung, Demokratie und soziale Gerechtigkeit. „Es ist schon erstaunlich, dass es Ukrainer sind, die uns zeigen, wofür die Idee „Europa“ in der Welt steht“, sagt Klaus Waiditschka, der seit Jahren den Jugendaustausch zwischen Fürstenwalde und der Ukraine initiiert.

Seit den schicksalhaften Tagen im Februar 2014 ist die Ukraine nicht aus den Schlagzeilen verschwunden – die Krim wurde von Russland annektiert, im Osten des Landes herrscht Krieg. Der Krieg ist sicher einer der Gründe, warum die deutsche Zivilgesellschaft bisher noch nicht in die Ukraine aufgebrochen ist. Ein weiterer Grund liegt in den geringen Kenntnissen über Osteuropa, seine Geschichte und Traditionen. Der Osten des Kontinents ist vielen schlicht „fremd“ – mit der Folge, dass wir leicht geneigt sind, die Ereignisse des letzten Jahres als „geopolitische Auseinandersetzung“ wahrzunehmen – ohne in den Ukrainer(inne)n Menschen zu sehen, die frei von äußerer Einflussnahme selbstbestimmt handeln und sich eine bessere Zukunft wünschen.

Gerade die Internationale Jugendarbeit könnte Brücken bauen zwischen Deutschland, Europa und der Ukraine. Es waren die jungen Leute, die in einer unabhängigen Ukraine und ohne sowjetische Prägung aufgewachsen sind, zuerst gegen die Regierung Janukowitsch aufstanden, als der damalige Präsident plötzlich und ohne weitere Erklärung die Verhandlungen über die Ratifizierung eines Assoziierungsabkommens mit der EU für beendet erklärte. Von ihnen können wir etwas über Courage beim Einsatz für Demokratie, Bürgerrechte und europäische Werte lernen. Und – um noch einmal Klaus Waiditschka zu zitieren – „wir könnten lernen, dass Europa nicht an den Grenzen der EU endet.“ Nicht zuletzt könnte Internationale Jugendarbeit einen Beitrag dazu leisten zur Unterstützung und Stärkung der ukrainischen Zivilgesellschaft leisten. Es war die Zivilgesellschaft, die den Euromaidan möglich gemacht hat, und sie wird weiterhin gebraucht. Der Krieg im Osten des Landes verbraucht die knappen Ressourcen der Ukraine, absorbiert die gesamte Aufmerksamkeit von Politik, Bürger(inne)n und Medien und sorgt so dafür, dass Reformen nur stockend vorankommen. Demokratie, Bürgerrechte und europäische Werte werden aber nur mit einer starken Zivilgesellschaft verwirklicht werden können.

Nach oben