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Christentum heute

Ökumenische Bewegung

Seit dem 20. Jahrhundert gibt es eine Ökumenische Bewegung (griechisch: oikoumene: die ganze bewohnte Erde betreffend), das heißt eine Einigungsbewegung christlicher Kirchen. Ihr Ziel ist es, die Einheit der Kirchen in der Verkündigung von Jesus Christus und eine Einheit im Dienst an der Welt zu erreichen. Ausgangspunkt dieser Bewegung war die Mission, das heißt die Verkündigung der christlichen Botschaft in anderen Ländern und Kontinenten.

Schlüsselereignis war 1910 die Weltmissionskonferenz in Edinburgh. Daraus entstand 1948 der Ökumenische Rat der Kirchen (auch Weltkirchenrat) mit seinem heutigen Sitz in Genf. Er begreift sich als eine Gemeinschaft der Kirchen, die sich zu Gott und Christus bekennen und „gemeinsam zu erfüllen trachten, wozu sie berufen sind, "Zur Ehre Gottes, des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes“ (Basisformel).

Beim Weltkirchenrat geht es um theologische und kirchliche Themen, aber auch um politische Fragen wie die Folgen von Globalisierung und ungerechter Weltwirtschaft, Rassismus, Sexismus, Menschenrechte oder Befreiungsbewegungen.

Zurzeit gehören dem Weltkirchenrat 330 anglikanische, orthodoxe und protestantische Kirchen an. Sie vertreten gemeinsam rund 450 Millionen Gläubige. Die römisch-katholische Kirche ist bis heute aufgrund ihres besonderen Kirchenverständnisses kein Mitglied, obwohl es Annäherungen gibt. So arbeitet sie in der Kommission für Glauben und Kirchenverfassung mit.

Theologie der Befreiung

Innerhalb der christlichen Theologie hat es immer Bewegungen gegeben, die sich mit der politischen, gesellschaftlichen und kulturellen Situation der Menschen in einer globalisierten Welt auseinandersetzen. In den 60er Jahren des 20. Jahrhunderts entstand in den damals so genannten „Ländern der Dritten Welt“, zunächst in Lateinamerika, die Befreiungstheologie.

Die Theologie der Befreiung ist eine konfessionsübergreifende Theologie. Ausgangspunkt war die Erfahrung von Unterdrückung und Armut. Ausgehend von dieser Erfahrung befragte man die Bibel und kirchliche Traditionen nach Anstößen für eine befreiende Praxis, um die Wirklichkeit der Unterdrückten und Armen zu verändern.

„Befreiung“ war der Schlüsselbegriff, der die biblische Botschaft mit den konkreten Handlungsschritten zur Befreiung der Menschen aus unwürdigen Verhältnissen verbindet. Diese Theologie verstand sich nie als reine Wissenschaft, sondern war immer mit konkreten praktischen Schritten und Forderungen verbunden.

Schwarze Theologie

Die Schwarze Theologie tritt für die Rechte der Menschen ein, die aufgrund ihrer schwarzen Hautfarbe diskriminiert und ausgebeutet werden. Sie entstand vor allem in Ländern Afrikas, besonders in Südafrika zur Zeit des Apartheidregimes.

Feministische Theologie

Die Feministische Theologie hat sich im Umfeld der Frauenbewegung Mitte der 1970er Jahre als eine Form der Befreiungstheologie zunächst in Nordamerika, dann in Westeuropa etabliert. Inzwischen hat sie auch in den Entwicklungsländern Fuß gefasst.

Die Feministische Theologie stellt die strukturelle Unterdrückung der Frau in den Mittelpunkt und tritt für die Rechte der Frau als gleichberechtigtes Ebenbild Gottes ein. Sie setzt sich kritisch mit den herkömmlichen Glaubensvorstellungen auseinander und möchte die in der Geschichte des Christentums und seiner Theologie bisher weitgehend verdrängte oder unterdrückte Sichtweise von Frauen zur Geltung bringen. 

Ihr Ziel ist es, eine einseitige patriarchalische, auf den Mann konzentrierte Deutung des Christentums zu überwinden. Dazu gehört der feministische Blick auf die Bibel (zum Beispiel in der 2006 erschienenen „Bibel in gerechter Sprache“), ebenso der Blick auf ‚große Frauengestalten’ und Aussagen über ‚weibliche Züge’ Gottes. Sie beschäftigt sich außerdem mit der Rolle der Frau in der Kirchengeschichte und den urchristlichen Gemeinden. 

Die feministische Theologie hat sich auch für die Durchsetzung von Frauen in kirchlichen Führungspositionen eingesetzt. In den evangelischen Kirchen können Frauen seit den 50er Jahren Pfarrerinnen werden, in den anglikanischen seit Beginn der 70er Jahre. Die katholische und orthodoxe Kirche lehnen die Priesterweihe für Frauen weiterhin ab.

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