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Mystik

Eine besondere Frömmigkeitsform haben die Mystiker. Mystik (griechisch: alle Sinne verschließen) ist eine Glaubensform, die in allen großen Religionstraditionen verbreitet ist. Mystische Frömmigkeit möchte sich fernab von allem Weltlichen versenken, um ein „Einswerden der Seele mit Gott“ (unio mystica) zu erreichen. Meditation und Kontemplation – im Mittelalter auch Praktiken wie die Askese – sind daher die bevorzugten Frömmigkeitsübungen, um dem Ziel der erfahrbaren Verbindung mit Gott näher zu kommen.

Nach Überzeugung vieler Mystiker befindet sich in jeder menschlichen Seele ein „göttlicher Funken“. Im tiefsten Inneren sind Gott und Seele miteinander verwandt. Vielen Mystikern ist eine Weltfremdheit nachgesagt worden. Doch nach der „Hinreise“ zu Gott folgt oft die „Rückreise“ in die Welt und den Alltag.

Nicht nur im katholischen, sondern auch später im evangelischen Christentum gibt es eine reiche mystische Tradition. Gemeinsam ist vielen Mystikern eine kritische Haltung gegenüber der kirchlichen Institution. Die Schriften der Mystiker hatten nicht nur eine innerkirchliche, sondern eine allgemeine geistesgeschichtliche Bedeutung, unter anderem auch für die Entwicklung der deutschen Sprache.

Die Blüte der deutschen Mystik war zwischen dem 13. und 15. Jahrhundert. Sie wurde vor allem in den Klöstern von Männern wie von Frauen gelebt. Zu den berühmtesten Mystikerinnen und Mystikern gehören Meister Eckhart, Johannes Tauler, Hildegard von Bingen, Theresa von Avila sowie in der Neuzeit Dorothee Sölle, die in ihrem Buch „Mystik und Widerstand“ aufzeigt, dass Kontemplation und politisches Engagement keine Gegensätze sind, sondern sich im Gegenteil gut ergänzen können.