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Ursprung & Geltungsbereich

Ursprung

Historisch wurde das grundlegende Glaubenszeugnis des Islam, der Koran, im 7. Jahrhundert nach Christus offenbart. Muslime bezeugen, dass die Offenbarung zu verschiedenen Anlässen in insgesamt nur 23 Jahren zwischen 610 und 632 nach Christus von Gott herab gesandt wurde. 

Schreiber hielten die Botschaften unmittelbar nach der Sendung, die vom Propheten Muhammad gehört wurde, fest. Die Texte wurden zudem von einer großen Anzahl von Anhängerinnen und Anhängern auswendig gelernt, was dem damaligen Verfahren von Textsicherung entsprach. 

Der Text des Koran ist nach Auffassung aller theologischen Schulen und allen bisherigen wissenschaftlichen Erkenntnissen zufolge heute noch in seinem Original erhalten. Andere, dem Koran nachgeordnete Texte beinhalten Aussprüche des Propheten (arabisch Hadith, plural Ahadith). Diese Prophetenworte haben für die Muslime orientierende Bedeutung. Sie sind in der so genannten Sunna zusammengefasst.

Der Begriff Islam

Der Begriff Islam

Der Koran beruft sich weder auf eine bestimmte Person, noch wendet er sich an eine ausgewählte Ethnie oder eine andere homogene Gruppe. Er richtet sich als letzte Offenbarung an alle Menschen. Der Begriff Islam wird daher als (Lebens-)Haltung definiert. Auch die Überbringer vorhergehender Botschaften werden als Botschafter des Islam bezeichnet. Islam bedeutet mit Gott und der Welt in Einklang leben.

Geltungsbereich

Die Muslime betrachten ihre Religion nicht als eine von den anderen Religionen gänzlich unterschiedene neue Botschaft, sondern als eine abschließende, die anderen Religionen bestätigende, in einigen Teilen weiter entwickelte Botschaft. Aus muslimischer Sicht stammen die Botschaften der unterschiedlichen Religionen alle aus der gleichen Quelle. Anhänger und Anhängerinnen früherer Offenbarungsschriften (Juden, Christen) werden als Schriftbesitzer und nicht als Ungläubige bezeichnet. Andersgläubige als Ungläubige zu bezeichnen ist koranisch unkorrekt. Leider kommt es im Volksislam dennoch häufig zu Abgrenzungen.

Judentum und Christentum waren im 7. Jahrhundert bereits auf der arabischen Halbinsel vertreten. Die meisten Bewohner und Bewohnerinnen der beiden bedeutenden Städte Mekka und Medina waren jedoch Polytheisten, das heißt, sie verehrten eine Vielzahl verschiedener Götter. Der Koran diskutiert auch über das Selbstverständnis der vorgefundenen religiösen Gemeinschaften und deren Wahrheitsanspruch:

„Und sie sagen: ‚Es wird niemand in das Paradies eingehen außer Juden und Christen.’ Dies sind Wunschvorstellungen. Sprich: ‚Bringt euren Beweis her, wenn ihr wahrhaftig seid!’“ (Koran 2:111)

„Sag ‚Ist unter euren Teilhabern etwa einer, der zur Wahrheit leitet?’" (Koran 10:35) 

„Gewiss, diejenigen, die glauben, und die Juden, die Christen und die Sabäer, wer an Allah und den Jüngsten Tag glaubt und Gutes tut - diese haben ihren Lohn bei ihrem Herrn und sie werden weder Angst haben noch werden sie traurig sein.“ (Koran 2:62) 

„Wir hatten die Thora, in der Führung und Licht war, herab gesandt. Damit haben die Propheten, die sich (Allah) hingaben, den Juden Recht gesprochen, und so auch die Rabbiner und die Gelehrten; denn ihnen wurde aufgetragen, das Buch Allahs zu bewahren, und sie waren seine Hüter...“ (Koran 5:44)

„Es gibt keinen Zwang im Glauben.“ (Koran 2:256)