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Der Talmud

Schild an einer Synagoge in Hove/Großbritannien. Foto: flickr.com © the justified sinner (CC: BY-NC-SA)
Schild an einer Synagoge in Hove/Großbritannien. Foto: flickr.com © the justified sinner (CC: BY-NC-SA)

Nach der jüdischen Überlieferung erhält Mosche am Berg Sinai von Gott nicht nur die zehn Gebote, sondern viele weitere Bestimmungen – insgesamt 613 Gebote und Verbote. Etliche dieser Anordnungen werden von ihm schriftlich in der Tora festgehalten. Sie wird daher auch schriftliche Lehre genannt. Bei anderen an Mosche mitgeteilten Geboten besteht wiederum ein ausdrückliches Verbot, sie niederzuschreiben. Sie dürfen von Generation zu Generation lediglich mündlich weitergegeben werden und heißen deshalb mündliche Lehre

Spätestens nach der Zerstörung des Zweiten Tempels und der immer stärkeren Zerstreuung der Juden wird die Niederschrift der mündlichen Lehre eine zeitgeschichtliche Notwendigkeit. Auf diese Weise entsteht der Talmud, die Sammlung der mündlichen Lehre. Mit ihm soll dem Vergessen dieser für das Judentum so wichtigen Bestimmungen entgegengearbeitet werden. 

Im 2. Jahrhundert nach der Zeitenrechnung entsteht zunächst die Mischna (Lehre, Wiederholung). Die komprimierte Vermittlung der Gebote in der Mischna regt Gelehrtenkreise in darauf folgenden Jahrhunderten zu eingehenden Diskussionen an. Ihre Debatten münden schließlich in einem weiteren, ausführlicheren Werk, der Gemara (Vollendung). 

Beide zusammen, Mischna und Gemara, bilden den Talmud (Studium, Lehre). Bis heute bilden schriftliche und mündliche Lehre zusammen das Rückgrat jüdischen Lebens. Über viele Jahrhunderte hinweg widmen sich Generationen jüdischer Gelehrter mit ihren Schülerinnen und Schülern der Diskussion und dem Kommentar dieser Lehren. Entwickelt wird auf diesem Wege eine zunehmende Spezifizierung der Halacha, des jüdischen Gesetzes.