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Die Schoa

Die Vernichtung der europäischen Juden durch die Nationalsozialisten und ihre Helfer wird im Hebräischen mit dem Begriff Schoa (Katastrophe, Untergang) wiedergegeben. Im deutsch- und englischsprachigen Raum ist der Name Holocaust (griechisch: Brandopfer) üblich.

Schrittweise Entrechtung

Das Jahr 1933 stellt für Juden ein Schicksalsjahr dar. Die damals mehr als 500 000 deutschen Juden – weniger als ein Prozent der deutschen Bevölkerung – wurden einer schrittweisen Entrechtung preisgegeben, die scheinbar zunächst ihre Vertreibung aus Deutschland zum Ziel hatte.

So wurde wenige Monate nach der „Machtergreifung“ ein Boykott gegen „jüdische Geschäfte“ organisiert, auf den ein Berufsverbot für jüdische Beamte folgte. Ein Gesetz von 1933 beschränkte die Zahl jüdischer Schüler/-innen und Student(inn)en in deutschen Lehranstalten. Zwei Jahre darauf konkretisierten die so genannten Nürnberger Rassengesetze, wer „rechtlich“ als jüdisch galt. Aufgrund der hier festgelegten Kriterien konnte eine Person nicht-jüdischen Glaubens, die nie Mitglied einer jüdischen Gemeinde war, als jüdisch erklärt werden. Bis 1935 wurde in allen öffentlichen Bädern ein Zutrittsverbot für Juden und Jüdinnen durchgesetzt. 1938 und 1939 erhielten noch zugelassene Ärzte, Apotheker und Rechtsanwälte ein Berufsverbot. 

Vernichtungspolitik der Nationalsozialisten

"Judensterne": Zwangskennzeichnung der Nationalsozialisten für jüdische Bürger/-innen. Foto: Ruben Joye - fotolia.com
"Judensterne": Zwangskennzeichnung der Nationalsozialisten für jüdische Bürger/-innen. Foto: Ruben Joye - fotolia.com

Nachdem im Oktober 1938 Juden polnischer Herkunft von Deutschland nach Polen abgeschoben wurden, beging einer ihrer Angehörigen einen Mord an einem in Paris tätigen deutschen Diplomaten. Diese Verzweiflungstat wurde von Seiten der nationalsozialistischen Führung zum Anlass für die Reichspogromnacht genommen. Sie und ihre Helfershelfer schändeten, zerstörten und brannten sämtliche Synagogen nieder. Manche beziffern deren Zahl auf über 400.  Wohnungen wurden geplündert und demoliert. Zahlreiche Menschen wurden getötet oder begingen Selbstmord.

Bis zum Ausbruch des Zweiten Weltkriegs 1939 konnte sich etwas mehr als die Hälfte der deutschen Juden ins Ausland retten. Spätestens mit der so genannten Wannseekonferenz von 1942 wurde deutlich, dass sich die Vertreibungspolitik der Nationalsozialisten in eine Vernichtungspolitik gewandelt hatte. Bis zum Ende des Krieges 1945 fielen dieser Politik rund sechs Millionen Juden aus den von den Nazis besetzten Ländern in Ghettos, Arbeits-, Konzentrations- und Vernichtungslagern zum Opfer. Mit ihnen starben unzählige Angehörige anderer Gruppen wie Sinti, Roma, Behinderte, Mitglieder demokratischer Parteien, Widerständler/-innen und Homosexuelle.

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