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Familie / Ehe im Judentum

Ehe und Familie stellen für die jüdische Religion einen unermesslichen Wert dar. Auf diesen beiden Säulen ruht das jüdische Leben. Die Ehe zwischen Mann und Frau wird im Judentum als göttliches Gebot aufgefasst (siehe Genesis 2,18). 

Am Schabbat vor der Trauung wird der Bräutigam unter Anteilnahme der jüdischen Gemeinde feierlich zur Tora gerufen. Dieser Aufruf markiert für ihn einen neuen Lebensabschnitt als (bald) verheirateter Mann. Die Gemeinde bewirft ihn mit Süßigkeiten, damit sein neues Leben ebenso süß wie die Bonbons wird. Am Tag der Eheschließung fasten Bräutigam und Braut, um für ihren neuen Lebensabschnitt die Vergebung vergangener Sünden zu erbitten und besuchen die Mikwa. Die Hochzeitszeremonie findet oftmals im Freien unter dem Sternenhimmel statt. Die Sterne erinnern an das göttliche Versprechen an Awraham, seine Nachkommen so zahlreich wie die Sterne am Nachthimmel werden zu lassen.

Während der Hochzeit stehen die Brautleute unter einer Chuppa, einem Baldachin, der oftmals aus einem großen Gebetsschal mit Zizit besteht. Die Zeremonie setzt sich aus den beiden Teilen Kidduschin (heilige Verlobung) – hier wird die Braut dem Bräutigam durch das Anstecken eines Rings angelobt – und Nissuin (Heirat) zusammen. Erst mit diesem zweiten Teil wird die Verlobung vollzogen, indem sieben Segenssprüche aufgesagt werden. Zwischen Verlobung und Heirat wird der Ehevertrag verlesen. Mit ihm verpflichtet sich der Bräutigam unter anderem, für den Unterhalt der Frau zu sorgen. Am Ende der Zeremonie ist es Brauch, im Andenken an die Zerstörung des Jerusalemer Tempels ein Glas zu zerbrechen.

Falls eine Ehe unwiderruflich zerbrochen ist, kann sie von einem religiösen Gericht geschieden werden. Der Scheidebrief (Get) beziehungsweise das „Freilassungsdokument“ (Pitur) ermöglichen eine neue Vermählung.