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Gebete und Gotteshäuser im Judentum

Gebet

Täglich werden drei Gebete gesprochen, und zwar morgens, nachmittags und abends. Die Gebete stellen eine Parallele zum Opferdienst im Tempel dar. Die zu betenden Texte sind größtenteils der Hebräischen Bibel entnommen. Zu den wichtigsten Gebeten gehört das Schma Jisrael („Höre, Israel“). Es ist eine Art Bekenntnisformel des Glaubens an den einen Gott und wird sowohl am Morgen als auch am Abend gesprochen. Zu allen drei Gebetszeiten spricht man die aus 19 Bittgebeten bestehende Amida.

Für das öffentliche, vollständig gesprochene Gebet benötigen orthodoxe und konservative Juden einen Minjan, eine Zusammenkunft von zehn Erwachsenen. Viele reformjüdische Gemeinden legen keinen gesonderten Wert auf einen Minjan.

Orthodoxe und konservative Juden verstehen das dreimal tägliche Gebet als göttliches Gebot. Die meisten Reformjuden sehen sich nicht in dieser Häufigkeit zum Gebet verpflichtet. In orthodoxen und den meisten konservativen Gemeinden wird das Gebet auf Hebräisch gesprochen, in Reformgemeinden ist der Anteil am Gebet in Landessprache unterschiedlich groß.

Gebetszeichen

Als Gebetszeichen dienen bei Männern in den jüdischen Glaubensrichtungen an allen Tagen die Kippa (Käppchen; jiddisch: Jarmulke) oder eine sonstige Kopfbedeckung und der Tallit (Gebetstuch mit Zizit, Schaufaden). An Wochentagen tragen orthodoxe und konservative Männer zudem Tefillin (Gebetskapseln), eine Art Würfel, mit Lederriemen angebracht an Kopf und Arm, die Bibelzitate enthalten. Das Tragen von Tefillin ist bei Reformjuden nicht in diesem Maße üblich. In konservativen Gemeinden tragen auch Frauen Kippa, Tallit und Tefillin.

Gotteshäuser

Die Synagoge (hebräisch: Bet Knesset, Haus der Versammlung) ist zugleich Gebetsraum und Lehrhaus. Meist ist ein Gemeindezentrum angeschlossen.  In den meisten jüdischen Gemeinden in Deutschland ist die Teilnahme von Nicht-Gemeindemitgliedern an Gottesdiensten nach vorheriger Anmeldung möglich.

Als „Haus Gottes“ verlangt die Synagoge nach einer dem Brauch der jeweiligen jüdischen Gemeinde angemessenen Kleidung und nach der Einhaltung gewisser Verhaltensregeln, die auch für andere Gotteshäuser gelten (kein Kauen von Kaugummi und lautes Reden während des Gottesdienstes; man erhebt und setzt sich gemeinsam mit der Gemeinde und Ähnliches).

Betreten anderer Gotteshäuser

Über das Betreten anderer Gotteshäuser durch Jüdinnen und Juden lässt sich keine verallgemeinernde Aussage treffen. Manche Juden, gleich welcher religiösen Bewegung zugehörig, betreten die Gotteshäuser anderer Religionen, andere wiederum nicht. Bei einigen religiösen Menschen betrifft dies insbesondere christliche Gotteshäuser, da sie in dortigen christlichen Abbildungen und Skulpturen eine Verletzung des biblischen Bilderverbots sehen (Exodus 20,4) und die figürliche Darstellung eines menschlichen „Gottessohnes“ ablehnen.

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