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Religiöse Rituale / Alltagsrituale / Feste im Islam

Es gibt zahlreiche Rituale, die zwar nicht unbedingt im Koran ihren Ursprung haben, die aber durch viele Traditionen und Überlieferungen mit übernommen worden sind. Diese Möglichkeit, ’Urf und ’Ada (Brauch und Sitte) mit zu übernehmen, ergibt sich aus dem islamischen Rechtsdenken, das dieses Instrumentarium zulässt, wenn die jeweilige Lebensart nicht dem Koran widerspricht.

Rituale im Kindesalter

Meist wird einem Neugeborenen der Adhan (Gebetsruf) leise ins Ohr gerufen. Bei manchen Gruppierungen wird die abgetrennte Nabelschnur des Neugeborenen vergraben.

Es ist üblich Knaben zu beschneiden, allerdings geschieht dies bei verschiedenen Ethnien zu unterschiedlichen Zeitpunkten: die Zeitspanne reicht vom 7. Tag nach der Geburt bis hin zum 7. Geburtstag. Das Beschneiden von Mädchen ist im Islam mit keinem Textzeugnis zu belegen.

Weit verbreitet ist auch die Sitte, dem Kind nach 40 Tagen den Kopf zu scheren (Aqiqa), das Gewicht der Haare in Gold aufzuwiegen und dieses an die Armen zu verteilen. Sowohl bei der Beschneidung als auch bei der Aqiqa wird ein Essen sowohl für die Gäste als auch für die Armen gegeben.

Eine neuere Sitte vor allem in Europa ist es, eine besondere Feier zu veranstalten, wenn das Kind zum ersten Mal durchgefastet hat, gleich ob es sich dabei um einen Tag oder um den gesamten Monat Ramadan handelt.

Fasten

Im Monat Ramadan fasten alle Musliminnen und Muslime, die körperlich und geistig dazu in der Lage sind, von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang, das heißt, sie nehmen keine Nahrung und keine Flüssigkeiten zu sich, sie rauchen nicht und enthalten sich des Geschlechtsverkehrs. Zudem wird es als wichtig angesehen, besonders in dieser Zeit auf die eigene Wortwahl und das Benehmen zu achten.

Es gibt Ausnahmeregelungen vom Fasten zum Beispiel bei Krankheit, Schwangerschaft und Altersschwäche, die mit Ersatzleistungen wie beispielsweise der Speisung von Armen abgegolten werden kann.

Am Ende des Ramadan feiern die Musliminnen und Muslime das so genannte ’Id-ul-fitr, vielfach auch ?ekerbayramRamazanbayram oder Zuckerfest genannt.

Pilgerfahrt

Etwa zweieinhalb Monate später findet jedes Jahr die Pilgerfahrt (Ha??) nach Mekka statt. Am Ende dieser Pilgerfahrt feiern die Musliminnen und Muslime in der ganzen Welt das Opferfest (’Id-ul-Adha oder Kurban Bayram). Dieses Fest erinnert an die Opferungsvision Ibrahims (Abrahams) und der Ablehnung des Menschenopfers durch Gott.

Die Musliminnen und Muslime tragen bei der Ha?? ein besonderes Pilgergewand, das sie bis zu ihrem Tod aufbewahren. Die meisten von ihnen werden auch in diesen Tüchern beerdigt.

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Beerdigung

Die Beerdigung erfolgt nach der Totenwaschung in einem Grab, wobei der/die Tote mit dem Kopf nach Mekka gebettet wird, in das Pilgergewand gehüllt. Es ist theologisch gesehen wünschenswert, die Beerdigung so schnell wie möglich zu vollziehen.

In manchen Gruppen nehmen Frauen nicht an der Beerdigung teil, sondern lesen zu Hause im Koran, vorwiegend die Sure Yasin.

Koranrezitation

Die Lesung des Korans beginnt mit der rituellen Waschung und dem Aussprechen der so genannten Basmala: „Bismi'llahi-'rrahmani-'rrahim“ (Im Namen Gottes, des Gnädigen, des Barmherzigen).

Festtage

Neben den beiden Hauptfesten Zuckerfest und Opferfest werden verschiedentlich auch noch andere Feste gemeinsam begangen, so zum Beispiel der Geburtstag des Propheten oder das Gedenken an den Propheten. Der Ašura-Tag ist bei den Schiiten ein hoher Feiertag zum Gedenken an das Leiden des Prophetenenkels, bei den Sunniten gilt er dem Gedenken an die Landung der Arche Nu auf dem Berg Ararat.

Das islamische Jahr ist ein reines Mondjahr, das heißt, es ist etwa um 11 Tage kürzer als das Sonnenjahr. Auf diese Weise wandern die islamischen Monate durch die Jahreszeiten und beispielsweise der Ramadan fällt einmal in den Sommer und einmal in den Winter. Die Musliminnen und Muslime sehen darin auch die Gerechtigkeit Gottes gegenüber den Menschen, da so jeden Muslim/jede Muslimin einmal eine lange oder eine kurze Fastenzeit trifft.

Durch diese „Jahreswanderung“ werden die Feste jedes Jahr zu einem anderen Datum gefeiert. 

Freitag

Der Freitag ist der wöchentliche Ruhetag, an dem das zentrale wöchentliche Freitagsgebet in der Moschee stattfindet. Die Versammlung zu diesem Gebet spielt eine besondere Rolle für die Musliminnen und Muslime. An den übrigen Tagen der Woche wird von den meisten Menschen zuhause gebetet.

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