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Bedeutung und Verbindlichkeit der Schriften und Gesetze im Islam

Der Koran gilt den Musliminnen und Muslimen grundsätzlich als Verbaloffenbarung Allahs (arabisch: Der Gott). Diese wurde dem Propheten Muhammad durch den Engel ?ibril (Gabriel) überbracht. Als unmittelbares Wort Gottes gilt nur der arabische Urtext.

Die meisten Musliminnen und Muslime betrachten den Koran somit als verpflichtend. Der Koran besteht nicht nur aus Geboten und Verboten. Nur sechs Prozent des Korans sind klare Anweisungen, die als solche verstanden werden können. Vom Schriftverständnis her ist eine zeitgemäße Deutung jederzeit möglich. Niemand darf diese Deutung aber für ebenso unantastbar erklären wie die ursprüngliche Quelle selbst.

Rechtlich relevante Schriften – der Koran ein Gesetzesbuch?

Das Wort Scharia (Šari’a) bedeutet wörtlich genommen „Der Weg zur Quelle“. Muslimische Menschen sind immer wieder aufgefordert, aus dieser Quelle neu zu schöpfen. Die Scharia stellt damit eine Struktur dar, die es - immer im Hinblick auf den Kontext - mit Details zu füllen gilt.

Aus der Struktur koranischer Verse erstellen muslimische Gelehrte Rechtsverordnungen, den so genannten Fiqh. Dieser ist je nach Gesellschaft und Sozialisation für einen entsprechenden Kreis muslimischer Menschen verbindlich, unterliegt jedoch der Veränderbarkeit.

Das gilt ebenfalls für ein so genanntes Fatwa (ein Rechtsgutachten), das zu einem bestimmten Thema von einem oder mehreren Gutachtern erstellt werden kann. Zu jedem Gutachten ist es auch möglich, ein Gegengutachten zu bekommen. Beispielsweise hat ein bekannter Rechtsschulenbegründer zu ein und demselben Koranvers an verschiedenen Orten und zu verschiedenen Zeiten jeweils ein unterschiedliches Fatwa erlassen.

Die Lebensweise des Propheten Muhammad – die Sunna

Eine weitere Schrift von großer Bedeutung und rechtlicher Relevanz ist die Sunna (arabisch: Gewohnheit) des Propheten Muhammad. Diese enthält Aussprüche, Taten und Billigungen des Propheten, die in den Ahadith (Singular: Hadith, arabisch: Ausspruch) niedergelegt sind.

Je nach Rechtsschule werden nur Ahadith eines bestimmten Überlieferers oder Sammlers akzeptiert. Daher ist die Verbindlichkeit dieser Texte in den einzelnen Gruppierungen sehr unterschiedlich, vor allem bei Sunniten und Schiiten.