x

Schriftgröße ändern

Zum Ändern der Schriftgröße verwenden Sie bitte die Funktionalität Ihres Browsers. Die Tastatur-Kurzbefehle lauten folgendermaßen:

[Strg]-[+] Schrift vergrößern
[Strg]-[-] Schrift verkleinern
[Strg]-[0] Schriftgröße Zurücksetzen

Textauslegung im Christentum

In der katholischen und evangelischen Kirche werden die biblischen Texte heute mit wissenschaftlichen Methoden untersucht. Dabei geht es darum, den Sinn eines Textes herauszuarbeiten, den der Verfasser in seinem jeweiligen historischen Umfeld zum Ausdruck bringen wollte.

Historisch-kritische Methode

Die historisch-kritische Methode ist die bekannteste Form der biblischen Textauslegung. Historisch ist die Auslegung, weil sie davon ausgeht, dass der zu untersuchende Text eine Geschichte hat, zum Beispiel durch mündliche Überlieferung. Kritisch, dies aber nicht im umgangssprachlichen Sinn, ist die Methode, weil sie davon ausgeht, dass es allgemein einsichtige Kriterien für die wissenschaftliche Untersuchung der Geschichte von Texten gibt.

Kriterien sind beispielsweise

  • Textkritik: Geschichte der Handschrift, zum Beispiel Untersuchung des Textes auf Übersetzungsfehler,
  • Redaktionsgeschichte: Umgang des Autors mit den Quellen. Frage nach der Absicht des Autors.
  • Literaturkritik: Untersuchung, ob dem Text schriftliche Quellen vorgelegen haben und welche es waren.
  • Formgeschichte: Bestimmung der Textgattung - liegt zum Beispiel eine Wundergeschichte oder ein Gleichnis vor?
  • Überlieferungsgeschichte: Tradition der mündlich überlieferten Geschichte. Suche nach der ursprünglichen Geschichte.
  • Religionsgeschichte: Vergleich mit anderen außerbiblischen Texten/Erzählformen, zum Beispiel Sagen oder Legenden.

Die Ergebnisse dieser Untersuchungen (die verschieden sein können) sind in so genannten Kommentaren zu den Bibeltexten nachzulesen. Aufgrund der Textuntersuchungen gibt es einen Grundkonsens, wie ein Text auszulegen sei, es gibt aber keine allgemein verbindliche Interpretation.

Texthierarchien

Nicht alle Bibeltexte sind gleich wichtig. Grundsätzlich gilt vor allem für das Neue Testament: Je „älter“ ein Text ist, das heißt je getreuer er das wiedergibt, was damals gesprochen und gesagt wurde, desto wichtiger ist er. Zum Beispiel ist die Jesusrede (Bergpredigt Matthäus 5,1) wichtiger als die Aussagen der Nachfolger und ersten Christen, wie zum Beispiel des Apostel Paulus, über die Stellung der Frau („die Frau schweige in der Gemeinde“), die nur im Zusammenhang im damaligen gesellschaftlichen Kontext zu verstehen sind.

Für die ganze Heilige Schrift gilt: Je mehr ein Text den Grundlinien des Evangeliums als froher und befreiender Botschaft für alle Menschen entspricht, desto bedeutender ist er.

nach oben