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Textauslegung im Islam

Die unterschiedliche Auslegbarkeit des Koran war bereits in der Frühzeit des Islam gegeben. Schon die Gründung unterschiedlicher Rechtsschulen zeugt von einer muslimischen Meinungsvielfalt. Grob gesehen gibt es zum einen eine orthodox-konservative Auslegung, die von der Mehrheit innerhalb der muslimischen Gemeinschaften geteilt wird, zum anderen eine liberale Lesart.

Bei der Textauslegung wird oft die Hierarchisierung der Quellen vernachlässigt und die Sunna mit den Ahadith (Singular Hadith, Aussagen und Handlungsweisen des Propheten Muhammad) als erste Quelle herangezogen. Das hat im so genannten Volksislam dazu geführt, dass viele Gläubige Ahadith-Texte für Korantexte halten. Grundsätzlich gilt allerdings, dass ein Hadith in keiner Weise dem Koran widersprechen darf. 

Die meisten Musliminnen und Muslime gehören einer der vier Rechtsschulen an und beten zum Beispiel nach deren Ritus. Die größeren Rechtsschulen akzeptieren sich gegenseitig. Bei einem Vertragsabschluss, zum Beispiel auch einem Ehevertrag, wird in den meisten Fällen schriftlich niedergelegt, nach welcher Rechtsschule ausgehandelt und entschieden werden soll.

In einigen (auch europäischen) Ländern existieren zum Beispiel auch so genannte Fatwakommissionen, die zu Fragen des heutigen Alltags Rechtsgutachten erstellen. Diese sind zumindest für diejenigen verbindlich, die sich daran gebunden fühlen.

In der Theologie bilden sich neue Richtungen heraus, die neue und zeitgemäße Interpretationsmöglichkeiten anstreben, so zum Beispiel die Ankaraer Schule.