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Textauslegung im Judentum

Seit Generationen beschäftigen sich jüdische Gelehrte mit dem Studium und der Auslegung der Heiligen Schriften und des Talmuds. In nahezu jeder Generation finden sich Kommentatoren, deren Auslegungen bis zum heutigen Tag von Bedeutung sind.

Die wissenschaftliche Bibelforschung des 18. und 19. Jahrhunderts fußte auf der Beobachtung, dass im Pentateuch (Fünf Bücher Mose) verschiedene Gottesnamen auftauchen. Forschungen zu Erzählstil, Theologie und weiteren Aspekten ergaben, dass die Bibel ein Produkt mehrerer Verfasser sei. Ausgehend von dieser Erkenntnis entwarfen in der Mehrzahl christliche Bibelwissenschaftler verschiedene Hypothesen, wie die Bibel entstanden sein könnte.

Manche jüdischen Gelehrten, so auch in Deutschland, übernahmen die von der Bibelwissenschaft entwickelten Methoden. Andere hingegen lehnten sie entschieden ab und verstanden manche Interpretationen von Forschungsergebnissen als Delegitimierung der jüdischen Religion und ihrer Traditionen.

Diese jüdischen Gelehrten bemühten sich in ihrer Arbeit um die Erforschung der Bibel und des Judentums auf Grundlage neuer Mittel. Sie zeigten sich bemüht, moderne, wissenschaftliche Erkenntnisse und Methoden mit dem Glauben an die Tora als Fundament der jüdischen Religion und des jüdischen Selbstverständnisses in Einklang zu bringen. Vor allem auf nicht-orthodoxer, liberaler Seite entstand so eine bis heute fortgeführte jüdische Bibelwissenschaft, die den biblischen Text mit kritischen Methoden auf eigene Weise untersucht, ohne jüdische nachbiblische Traditionen zu übergehen und seinen historischen Hintergrund zu vergessen.