Kulturelle Bildung

Zwei junge Frauen bemalen sich ihre Gesichter für den Karneval in Venedig. Foto: flickr - Doctor Tac (CC-Lizenz)
Zwei junge Frauen bemalen sich ihre Gesichter für den Karneval in Venedig. Foto: flickr - Doctor Tac (CC-Lizenz)

Laut einer Untersuchung aus dem Jahr 2005 nehmen 8,4 % der 3- bis 17-Jährigen in ihrer Freizeit an musikalischen Aktivitäten teil, 7,1 % tanzen, 2,6 % singen in Chören oder besuchen Gesangskurse, 2,4 % beschäftigen sich mit dem Schauspiel und 2,2 % nehmen an Mal- und Töpferkursen teil. Dabei ist der Anteil der Mädchen deutlich höher als der der Jungen. 

Trotz des kulturellen Reichtums des Landes und der daraus erwachsenen Tradition wird kulturelle Bildung im italienischen Schulsystem wenig systematisch gefördert. Musik und Kunsterziehung werden in der Grundschule unterrichtet. Kunstgeschichte wird in der Sekundarstufe II  gelehrt. Außerdem haben manche   Sekundarschulen einen besonderen Schwerpunkt auf klassischen Studien (liceo classico), auf Sprachen (liceo linguistico), auf künstlerischen Fächern (liceo artistico) oder auf Musik und Tanz (liceo coreutico).

1998 haben das Bildungsministerium und das Ministerium für Kulturerbe und Kulturelle Aktivitäten (Ministero per i Beni e le Attività Culturali) gemeinsam ein Protokoll unterzeichnet, mit dem die Förderung des Wissens über das kulturelle Erbe durch eine enge Zusammenarbeit zwischen Schulen und den lokalen Behörden unterstützt wird. Zur Förderung der kulturellen Bildung im Bereich Theater und Film bestehen darüber hinaus Vereinbarungen zwischen dem Bildungsministerium und AGIS (Associazione Generale Italiana dello Spettacolo), einer Vereinigung, die professionelle Künstler/-innen im Bereich der darstellenden Künste repräsentiert.

Im Zuge der Verabschiedung des Nationalen Jugendplans, der die Förderung der Kreativität von Jugendlichen und der Nutzung kultureller Angebote vorsieht, hat das Ressort für Jugendpolitik (Dipartimento della Gioventù) verschiedene Programme aufgelegt. So unterstützt es gemeinsam mit der Nationalen Vereinigung der Gemeinden Italiens (Associazioni Nazionale Comuni Italiani – ANCI) über das Programm „Rete dei Festival“ (Netz der Festivals) Initiativen zur Förderung der Talente junger Künstler/-innen. In diesem Rahmen werden beispielsweise Gesangs- und Instrumentenkurse, Schreibwerkstätten, Workshops zum Instrumentenbau und Treffen mit Persönlichkeiten der Kulturwelt gefördert. Insgesamt stehen für das Programm in den Jahren 2009/2010 rund vier Millionen Euro zur Verfügung.

In diesem Zusammenhang verdient auch GAI (Giovani  Artisti  Italiani) Beachtung. 38 lokale Verwaltungen (Gemeinden, Provinzen, Regionen) unterstützen die jugendliche Kreativität durch Forschung, Fortbildung und Förderung.

Als Jugendverband, der sich im musischen Bereich engagiert, sei hier beispielhaft Jeunesse Musicale Italien genannt. 1952 gegründet, verfügt der Jugendverband über 22 lokale Sektionen, die sich für die Förderung der musikalischen Arbeit mit Kindern und Jugendlichen und der Unterstützung von jungen Musiker(inne)n widmen. Neben der Organisation von Konzerten für Kinder und Jugendliche bzw. mit Kindern und Jugendlichen veranstaltet Jeunesse Musicale Italien unter anderem Musikcamps, Trainings, Seminare und Festivals. – Weitere Informationen unter www.jeunesse.it und unter www.jmi.net

Sehr bekannt ist auch das Giffoni Internationale Jugend Film Festival, das seit 1971 jährlich in Giffoni Valle Piana und Campania in Süditalien stattfindet. Mehr als 2 000 Kinder und Jugendliche aus 39 Ländern nehmen an dem Festival teil. Währenddessen schauen sie Filme, erfahren mehr über das Produzieren von Filmen, bewerten die Filme und vergeben einen Preis an den besten Film.

Quellen: