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Jugendbegegnung in Israel. Foto: ConAct
Jugendbegegnung in Israel. Foto: ConAct

Aktionsfelder im Kinder- und Jugendbereich - Israel

Hier gibts Infos zu den Aktionsfeldern im Kinder- und Jugendbereich in Israel. Mehr lesen unter

Bildung und Beschäftigung

Bildung
Beschäftigung

Bildung

Ein neues Schuljahr wird an der Yonatan-Grundschule in Netanya eröffnet. Bildquelle: Amos Ben Gershom/National Photo Collection

In Israel machen die jährlichen Gesamtausgaben für Bildung und Erziehung nach Angaben des Zentralbüros für Statistik (CBS) insgesamt 7,9 % des Bruttoinlandsproduktes aus (2014). Das ist ein höherer Anteil als in Deutschland (5,1 %) oder im Durchschnitt aller OECD-Länder (6,2 %) (Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung). Rechnet man die Ausgaben jedoch pro Kopf der Gesamtbevölkerung, erreicht Israel wegen des hohen Anteils an Kindern und Jugendlichen einen geringeren Prozentsatz als der Durchschnittswert der OECD.

Staatliche Programme
Erziehungs- und Lernprogramme zu Fächern wie Mathematik, Physik, Biologie und Biochemie sind Schwerpunkte von Aktionsprogrammen im Bildungs- und Ausbildungssystem. Das Ministerium für Erziehung (Abteilung Wissenschaft und Technologie) investiert insbesondere in die Förderung der Bildung auf wissenschaftlichem und technischem Gebiet. Mit verschiedenen Universitäten und wissenschaftlichen Forschungsinstituten des Landes arbeitet das Erziehungsprogramm ‚Wissenschaftsinteressierte Jugend’ (Noar Schocher) zusammen. Es richtet sich an Jugendliche aus einkommensschwachen Familien und verfolgt das Ziel, eine wissenschaftsorientierte Ausbildung und eine entsprechende Berufswahl zu fördern.

In Kooperation mit dem US-amerikanischen Rüstungs- und Technologiekonzern Lockheed-Martin arbeitet das ‚Ministerium für Wissenschaft, Technologie und Raumfahrt‘an der Entwicklung von Programmen der beruflichen Qualifizierung im Bereich von Cyber-Security. Für Kindergärten und Schulen soll ein STEM-Curriculum (Science, Technology, Engineering, Mathematics) entwickelt werden, um frühzeitig motivierte und gut geförderte Schülerinnen und Schüler für diese Ausbildungszweige zu gewinnen.

Ein Ausbildungsprogramm des Ministeriums für Wissenschaft und Technologie will speziell Schülerinnen dazu motivieren, bereits an der Oberschule intensiv naturwissenschaftliche Fächer zu wählen und zu studieren, um später eine wissenschaftliche Berufslaufbahn einzuschlagen. Etwa 400 Mädchen, zur Hälfte aus arabischen und drusischen Familien, haben 2015 an diesem Programm unter dem Titel ‚Frauen als Wissenschaftlerinnen der Zukunft‘ teilgenommen.

Nichtstaatliche Bildungsreinrichtungen

Nichtstaatliche Organisationen spielen in der Berufsbildung Israels traditionell eine tragende Rolle. Sie unterhalten ein dichtes Netzwerk von Ausbildungsstätten und Angeboten zur beruflichen Bildung. Die wichtigste dieser Organisationen ist ORT (Engl.), die weltweit größte jüdische Erziehungs- und Ausbildungseinrichtung mit Schwerpunkt auf Ausbildungsprogrammen für Wissenschaft und Technik. ORT unterhält in Israel über 150 Einrichtungen für mehr als 90.000 Auszubildende. Das vergleichbare (gewerkschaftsnahe) Ausbildungsnetzwerk Amal (Engl.) verfügt über mehr als 120 Einrichtungen mit etwa 40.000 Lernenden.

Jugendförderung

Israel ist ein Einwanderungsland. Bei der Aufnahme und Eingliederung von Neueingewanderten (Olim Chadaschim) sind Programme zur Berufsbildung ein entscheidender Faktor. In den Dörfern der Kinder- und Jugendalija liegt der Schwerpunkt der Erziehung in der beruflichen Ausbildung.

Das Erziehungsprogramm HILA (Engl.), der Name ergibt sich aus dem hebräischen Kürzel für ‚Abschluss der Grundausbildung‘, wendet sich an Jugendliche mit schulischen Schwierigkeiten. Es ermöglicht Jugendlichen aus eingewanderten Familien, oft mit russischem oder äthiopischem Familienhintergrund, ihre schulische oder berufliche Ausbildung abzuschließen. Ein weiterer Schwerpunkt des Programms liegt auf der Verbesserung von Lese- und Schreibfertigkeiten arabischer Kinder und Jugendlicher.

Die Initiative des Erziehungsministeriums Jugend im Zentrum des Interesses (Hebr.) (Hanoar B’Merkas Ha‘injanim) richtet sich an Jugendliche aus sozialen Brennpunkten und vernetzt verschiedene Einrichtungen der Jugendarbeit. Es dient der Entwicklung neuer Förderprogramme, der Fortbildung von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, der Integration von Jugendlichen durch Aktionsprogramme und der engen Zusammenarbeit mit örtlichen Behörden und Jugendeinrichtungen.

Das Förderprogramm Unistream (Engl.) möchte sozial benachteiligte Jugendliche zu einer guten beruflichen Ausbildung motivieren und zur Gründung künftiger eigener Start-Up-Unternehmen befähigen.

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Beschäftigung

Junger Mann schweißt.
Junger Mann schweißt.Bild: trapezemike / pixabay.com

Die Jugendarbeitslosigkeit liegt in Israel im Vergleich mit anderen Mitgliedsstaaten der OECD  relativ niedrig, der Prozentsatz lag 2017 bei 7,3%. Im Durchschnitt der EU-Mitgliedstaaten lag die im gleichen Jahr bei 11,9%. Bestimmte israelische Bevölkerungsgruppen sind jedoch überproportional von Arbeitslosigkeit betroffen. Mehr als 3/4 der männlichen fromm-religiösen jüdischen Bevölkerung (Charedim) und 3/4 der weiblichen arabischen Bevölkerung sind nicht berufstätig. Fehlende Beschäftigungsverhältnisse in Verbindung mit hohen Geburtenraten sind die entscheidenden Ursachen der hohen Armutsrate dieser Bevölkerungsgruppen.

Links
Aktuelle Wirtschaftsstudie der OECD - OECD Economic Surveys Israel 2018 


Kinder- und Jugendarmut
Laut Armutsbericht 2015 der Nationalen Sozialversicherung gelten 1,7 Millionen Menschen in Israel als arm, darunter 776.000 von insgesamt 2,74 Millionen Kindern und Jugendlichen unter 17 Jahren. In der fromm-religiösen jüdischen Bevölkerung (Charedim) leben sogar 54 % unterhalb der Armutsgrenze und 2/3 der Kinder in Armut. Damit hat Israel unter den 34 Mitgliedsstaaten der OECD nach der Türkei die zweithöchste Kinderarmutsrate.

Verschiedene staatliche Programme unterstützen Eltern, Erziehende und Lehrende bei der Auseinandersetzung mit Arbeitslosigkeit und ihren Folgen. Das Erziehungswissenschaftliche Institut der Universität Haifa veröffentlicht Informationen und Ratgeber. Die Abteilung ‚Gesellschaft und Jugend’ im Ministerium für Erziehung gibt Aufklärungsmaterial zu Arbeitslosigkeit und Armut heraus. Mehr Frauen aus der arabischen und mehr Männer aus der frommen jüdischen Bevölkerung in das Berufsleben zu integrieren ist zentrales Ziel staatlicher Politik gegen Armut.

Links

Kav Laowed (Worker's Hotline) – Informationen zu Rechten von Arbeitenden und Arbeitssuchenden (Englisch) 

Israelische Gesellschaft zur Erforschung von Arbeitsbeziehungen (Hebräisch)


Berufsqualifizierung für Religiöse
Ein entscheidender Faktor für die fehlende berufliche Perspektive der fromm-religiösen jüdischen Bevölkerung (Charedim) ist der fehlende Unterricht in ihrem Schulsystem in Fremdsprachen und naturwissenschaftlichen Fächern. Das führt zu mangelnder Qualifikation für den Arbeitsmarkt. Das Erziehungsministerium hat ein Förderprogramm für 17- bis 20-jährige religiöse Jugendliche initiiert, um ihnen eine berufliche Zukunft zu ermöglichen. Innerhalb von nur 2 Jahren können sie kostenlos die allgemeine 12-jährige Schulausbildung nachholen und das Abitur ablegen.

Ein 2007 geschaffenes Ausbildungsprogramm der Armee versucht, mehr religiöse Männer für die Armee zu gewinnen, sie leisten wegen ihrer kontinuierlichen religiösen Studien normalerweise keinen Militärdienst. Das ‚Schachar-Programm‘ ermöglicht fromm-religiösen Rekruten, in besonderen Einheiten zu dienen, ihren Glauben zu praktizieren und gleichzeitig in einem 6-monatigen Intensivkurs eine computer- und kommunikationstechnische Ausbildung zu absolvieren. Das Programm qualifiziert für eine spätere Berufstätigkeit und ermöglicht auf diese Weise einen finanziellen Unterhalt der Familien.

 

 

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Gesundheit und Wohlbefinden

Gesundheit 
Sport

Suizide

Nach Angaben der WHO (World Health Organization) beträgt in Israel die durchschnittliche jährliche Suizid-Rate per 100.000 Einwohnern bei Männern 9,8 und bei Frauen 2,6 (2012). Die Zahl der insgesamt registrierten Suizidversuche liegt bei etwa 3.500 jährlich (2013). Häufigste Hintergründe sind wirtschaftliche und soziale Notlagen und persönliche Schwierigkeiten von Eingewanderten bei ihrer Eingliederung in die neue Gesellschaft. Unter Jugendlichen haben 13 % schon einmal mit dem Gedanken gespielt, sich selbst zu töten. 5 % der Heranwachsenden haben tatsächlich einen Suizid-Versuch unternommen (2004). In der Armee ist Suizid noch vor militärischen Einsätzen die statistisch häufigste Todesursache.

HIV-Infektionen

Nach Angaben des Zentralbüros für Statistik leben in Israel 6.947 Menschen, die HIV infiziert sind und 583 Menschen, die an Aids erkrankt sind, und sich in medizinischer Behandlung befinden (2014). Das israelische Präventionsprogramm der Nicht-Regierungsorganisation ‚Jerusalem AIDS Project’ (JAIP) wurde von UNAIDS, der Hilfsorganisation der Vereinten Nationen als das bestes Aufklärungsmodell über HIV und AIDS und als Vorbild für andere Länder ausgezeichnet.

Quellen
World Happiness Report 2018 (Englisch) 

Datenbank des Ministeriums für Gesundheit mit Berichten, Daten, Fakten (Englisch)

Central Bureau of Statistics (CBS) – Statistikbüro der Israelischen Regierung (Hebräisch/Englisch) 

World Health Organization

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Sport

Staatliche Sportförderung
Für Sportunterricht an Schulen und anderen Erziehungseinrichtungen ist das Ministerium für Kultur und Sport (Amt für Sport) zuständig, ebenso für Sportzentren, Sportmedizin, Forschung und entsprechende fachliche Veröffentlichungen. Auf lokaler Ebene fördern die Sportämter der örtlichen Verwaltungen außerschulische sportliche Aktivitäten und unterstützen Sportverbände und Sportanlagen des Breiten- und Leistungssports. Die zentrale Ausbildungsstätte des Landes für Lehrende von Sport und Physiotherapie, Trainerinnen und Trainer sowie Jugendleiterinnen und Jugendleiter ist das Wingate Institute bei Netanja. Es fungiert auch als Ausbildungszentrum für die Armee. Drei weitere israelische Sporthochschulen befinden sich in Tel Aviv, Be’er Schewa und Givat Washington. Ein Sportzentrum für Menschen mit Behinderungen (Israel Sports Center for the Disabled) liegt in Ramat Gan.

Verschiedene Sportbälle.
Verschiedene Sportbälle.Bild: © jokatoons / fotolia.com

Breitensport

Die beliebtesten Mannschaftssportarten in Israel sind Fußball und Basketball. In den letzten Jahren haben auch Judo und Tennis stark an Zulauf gewonnen. Im Breitensport ist gemeinsames Wandern, Laufen oder Schwimmen bei jungen wie alten Israelinnen und Israelis sehr beliebt. Öffentliche Sportveranstaltungen haben häufig einen besonderen israelischen Charakter. Sie nehmen Bezug auf Orte und Ereignisse in Bibel und jüdischer Geschichte, werden geprägt von Volksfestatmosphäre und finden nicht selten unter Beteiligung junger Soldatinnen oder Soldaten in der Ausbildung statt.

Jährliche besonders populäre Traditionsveranstaltungen sind das vom Sportverband Hapoel organisierte Durchschwimmen des Sees Genezareth, der Volkslauf um den Berg Tabor, das Massenschwimmen in der Bucht von Haifa oder im Roten Meer bei Eilat sowie der dreitägige von Armee organisierte Frühlingsmarsch nach Jerusalem. Die Stadt Jerusalem organisiert jährlich Sommer Zeltlager und Sportwettkämpfe für tausende Jugendliche aus jüdischen und arabischen Jugendklubs, ähnliche Veranstaltungen finden auch an anderen Orten des Landes statt. Internationale bekannte Sportereignisse sind der Tel Aviver und der Jerusalemer Marathonlauf.

Links

Academic Sport Association (ASA) – Sportverband der Universitäten und Hochschulen (Hebräisch) 

Central Bureau of Statistics (CBS) - Statistische Übersicht zum Sport, 2016 (Hebräisch)
 
Etgarim (Herausforderungen) – Outdoor-Sport von Menschen mit Behinderungen (Englisch) 

Otzma – Dachverband der unabhängigen Sportvereine in Israel (Englisch)


Die bereits vor der Gründung des Staates Israels entstandenen traditionsreichen großen jüdischen Sportbewegungen Hapoel (Engl.), Makkabi (Engl.), Betar (Hebr.) und Elizur (Hebr.) wurden ursprünglich einmal stark mit verschiedenen parteipolitischen oder gewerkschaftlichen Strömungen identifiziert, verstehen sich jedoch heute in Israel als überparteiliche Organisationen.

Menschen nehmen an einem Lauf teil.
Menschen nehmen an einem Lauf teil.Bild: © pawel1964 / fotolia.com

Internationale Sportwelt

Das von der Makkabi-Sportbewegung organisierte internationale Sportfestival Makkabia ist weltweit bekannt. Es ist ähnlich wie die Olympischen Spiele konzipiert und das größte internationale jüdische Sportereignis mit zuletzt über 10.000 Teilnehmenden, das drittgrößte Sportereignis der Welt. Das Sportfestival findet jeweils im Jahr vor den olympischen Spielen in Israel statt, zuletzt vom 4. bis 18. Juli 2017, das nächste Mal im Jahr 2021. Jeweils im Jahr nach der Olympiade organisiert die Hapoel-Bewegung in Israel einen weiteren internationalen Sportwettkampf jüdischer Athletinnen und Athleten aus aller Welt.

Seit dem Oktober-Krieg 1973 ist Israel von internationalen Sportereignissen in asiatischen Ländern ausgeschlossen und deshalb verbandspolitisch in die europäische Sportwelt integriert. Israel wurde offiziell in die europäische Region verschiedener internationaler Sport-Föderationen aufgenommen. Durch den israelisch-arabischen Konflikt begründete Boykott-Maßnahmen beeinträchtigen noch immer internationale israelische Sportkontakte.

Links

Sports in Israel - Informationen des israelischen Außenministeriums (Englisch)

The Olympic Committee of Israel (Englisch)

Special Olympics Israel (Hebräisch)

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Ein ausländischer Freiwilliger jätet einen Fruchtbaum in einem der Obstgärten des Kibbutz Dan. Bildquelle: Ohayon Avi/National Photo Collection

Partizipation und Citizenship

Politische Bildung
Freiwilliges Engagement

Schauspieler stehen auf der Bühne und proben.Bild: © WavebreakmediaMicro / fotolia.com

Die israelische Kulturszene wird von der Buntheit und Vielfalt ethnischer und religiöser Bevölkerungsgruppen aus mehr als 80 Ländern inspiriert, in der sich Elemente aus Ost und West, aus Orient und Okzident, sowie aus allen Erdteilen der Welt vermischen. In den ersten Jahrzehnten Israels galt die Schaffung einer einheitlichen hebräisch-israelischen Kultur als Ziel der Erziehungs- und Bildungsarbeit. Heute zielen Kulturpolitik und Bildungswesen auf die Bewahrung der Einheit in der Vielfalt der Gesellschaft.
Für den Kulturbereich ist in Israel das Ministerium für Kultur und Sport zuständig. Mit ihrem monatlichen Newsletter ‚Kultur in Israel’ (Archiv 2007 bis 2018) informiert die Kulturabteilung der Botschaft des Staates Israels in Berlin über Aktuelles in der israelischen Kulturszene und Besuche israelischer Kulturschaffender in Deutschland. Das jährlich größte Kulturereignis im Land ist das dreiwöchige internationale Festival Israel in Jerusalem.

Kulturerziehung

Wichtige Träger staatlicher kultureller Jugendbildung in Israel sind die entsprechenden Abteilungen des Ministeriums für Erziehung und die mit dem Ministerium zusammenarbeitende Einrichtungen der lokalen Behörden. In den mehr als 150 Zentren für Kultur, Jugend und Sport (Matnassim) bilden kulturelle Aktivitäten und Veranstaltungen einen wichtigen Programmschwerpunkt der wöchentlichen Veranstaltungen. Die großen politischen Verbände wie Parteien, Gewerkschaften und Kibbuzbewegungen unterhalten jeweils spezielle Kulturabteilungen für Jugendarbeit. In Bildungseinrichtungen und Initiativen, die sich um jüdisch-arabische Verständigung bemühen, sind kulturell ausgerichtete Programme ein Mittel, breitere Publikumsschichten zu erreichen.

Links
AICF – American Israel Cultural Foundation (Englisch) 

Alma – College für Hebräische Kultur in Tel Aviv (Englisch) 

Jewish Virtual Library - Israel Society & Culture: Arts, Culture & Literature

Sal Tarbut – Kultur-Bildungsprogramm der Matnassim für Kinder und Jugendliche (Englisch)
http://www.alma.org.il/?lang=en

Musik

Israelinnen und Israelis singen gern und kennen die Texte einheimischer Folklore und Pop-Musik oft auswendig. Wie traditionelle Volksmusik ist auch die einheimische israelische Rock- und Popmusik stark von ethnischen und kulturellen Bindungen unterschiedlicher Bevölkerungsgruppen geprägt. Einen erheblichen Anteil an der israelischen Musikszene haben Künstler und Musikgruppen, die ihre Karriere in einer der Kultur- und Unterhaltungsabteilungen der Armee (Zahal) begonnen haben. In populären Schabbat- und Festival-Liedern werden Verse aus der Bibel und liturgische Elemente lebendig. Ein Grund für die besondere Beliebtheit jemenitischer Musik ist ihre große Ähnlichkeit mit biblischen musikalischen Traditionen. Israelischer HipHop mit einer Mischung aus orientalisch-mediterranen Klängen, hartem Rap und Soul thematisiert soziale und politische Aspekte des israelischen Alltagslebens. Auch klassische Musik hat einen hohen Stellenwert, international bekannt sind das Israel Philharmonic Orchestra und das Jerusalem Symphony Orchestra.

Link

Jerusalem Music Center

Keshet Eilon - Musikzentrum im Kibbuz Eilon in Galiläa

Nationalbibliothek Israels - Musiksammlung und Sound-Archiv (Englisch)

Youth and Music Israel – Jugendorganisation und Mitglied im Jeunesses Musicales International (Englisch) 

Theater

Das Repertoire der israelischen Theaterszene umfasst ein breites Spektrum klassischer, moderner und kommerzieller Stücke. Das moderne Theater greift oft kontroverse aktuelle Themen wie den jüdisch-arabischen Konflikt oder die Macht von Ideologien auf und ist Gegenstand heftiger öffentlicher Debatten. Auch klassische Stücke werden in israelischen Inszenierungen immer wieder in den Kontext der aktuellen gesellschaftspolitischen Situation gestellt. Mit der Einwanderungswelle aus der ehemaligen Sowjetunion in den 90er Jahren kam eine große Zahl kulturell engagierter Kulturschaffender ins Land. Das führte zur Gründung des erfolgreichen russischsprachigen Theaters Gescher (Brücke). Großes internationales Ansehen genießt das ursprünglich in Moskau gegründete Nationaltheater ‚Habima‘ (Die Bühne) in Tel Aviv, das erste hebräische Theater der Welt.

Link
Festival Akko - jährliches Festival des Internationalen Theaters in Akko (Englisch) 

Peace Child Israel - jüdisch-arabisches Theaterprojekt für Kinder

Kunst und Museen

Bei der Entwicklung der Malerei und Bildhauerkunst in Israel spielten und spielen die Kibbuzim (landwirtschaftliche Kollektivsiedlungen) und die bereits 1906 gegründete Kunsthochschule Bezalel für Kunst und Design in Jerusalem eine große Rolle. Zeitgenössische Künste in Israel sind von modernen internationalen Strömungen beeinflusst, zeigen jedoch gleichzeitig typische Merkmale israelischer Kultur. Kunst in allen Formen wird in vielen Museen und in einer Fülle von Galerien im ganzen Land gezeigt. Mehr als 80 Museen in Groß- und Kleinstädten sowie in Kibbuzim sind vielfältigen Themenbereichen gewidmet, von Archäologie bis Zoologie.

Link

Museums in Israel - Nationales Internetportal zu Museen und Ausstellungen

Yolanda und David Katz Fakultät – Kunstfakultät der Universität Tel Aviv (Englisch) https://en-arts.tau.ac.il/

Tanz

Moderne israelische Tanzkunst genießt Weltruf und verbindet europäische und orientalische Traditionen miteinander. Im In- und Ausland berühmte Tanzgruppen sind ‚Batsheva Dance Company’, ‚Bat-Dor’ und ‚Kibbuz Contemporary Dance Company’ mit modernen Tänzen sowie das ‚Israel Ballett’ mit klassischem Tanz. Überall im Land sind Volkstanzgruppen aktiv und pflegen ihre jeweiligen Traditionen – europäische, orientalische, weltliche, religiöse. Am bekanntesten ist die Jerusalemer Gruppe ‚Hora Jeruschalaim’. Internationale Ausstrahlung hat das 'Karmiel Dance Festival'.

Link
CULTURE: Dance - Website des israelischen Außenministeriums (Englisch)

Jerusalem Academy of Music and Dance (Englisch)

Film

Im Bereich des Films erregten Produktionen mit politischen Botschaften, die sich stark mit gesellschaftspolitischen Themen und dem jüdisch-arabischen Konflikt beschäftigen, auch im Ausland immer wieder Aufsehen. In den israelischen Kulturzentren Jerusalem und Tel Aviv befinden sich Filmakademien. Die 'Sam Spiegel Film School' für Fernsehen und Film in Jerusalem und die 'Steve Tisch School' an der Universität Tel Aviv zählen zu den renommiertesten Filmausbildungsstätten. Das ‚Sapir College‘ im Süden des Landes (Kreis Scha’ar Hanegev) bietet einen Hochschulstudiengang für Film und Fernstehen.

Links
The New Fund for Cinema und TV – Stiftung für Film und Fernsehen in Jerusalem (Englisch)

Literatur

Bücher spielen in der jüdischen und israelischen Kultur eine überragende Rolle. Die beiden zentralen literarischen Ereignisse in Israel sind das Jerusalem International Book Forum und das International Writers Festival in Jerusalem. Literarisches wird auch in anderen Sprachen wie Englisch, Russisch, Französisch oder Polnisch veröffentlicht. Buchreihen für Kinder und Jugendliche sind ein wichtiger Bestandteil der israelischen Buchproduktion. Das ‚Ministerium für Erziehung’ förderte die Entwicklung von Kinder- und Jugendliteratur durch die Verleihung des jährlichen Ze’ev-Preises für Kinderliteratur. Die Themen der modernen israelischen Literatur für umfassen auch kontroverse Inhalte, die früher als Tabu in der Kinder- und Jugendliteratur galten, wie zum Beispiel Familienkrisen, Scheidungen, Tod und Verzweiflung in Kriegssituationen.

Links
Nationale Bibliothek Israels (Englisch)
Institut für die Übersetzung hebräischer Literatur (Englisch) 

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Zentrale Einrichtungen

Das israelische Außenministerium initiierte 2008 das Gesetz zur Schaffung der Israelischen Behörde für Jugendaustausch (Israel Youth Exchange Authority – IYEA). Die Behörde ist aus dem seit 1972 existierenden ‚Öffentlichen Rat für Jugendaustausch‘ (Israel Youth Exchange Council – IYEC) hervorgegangen. Sie hat die Aufgabe, internationale Jugendbeziehungen mit Israel zu stärken und weiterzuentwickeln, entsprechende Leitlinien zu erarbeiten sowie an Begegnungsprogrammen beteiligte Einrichtungen und Trägerorganisationen zu beraten und zu unterstützen.

Das Direktorium setzt sich zusammen aus Vertreterinnen und Vertretern verschiedener Ministerien (Amt des Ministerpräsidenten, Erziehungsministerium, Finanzministerium, Außenministerium, Tourismusministerium), der Vereinigung der Lokalbehörden, des Rates der Jugendbewegungen und Vertretungen weiterer gesellschaftlicher Gruppierungen.

Rat der Jugendbewegungen

Eine ständige Vertretung im Direktorium der Israelischen Behörde für Jugendaustausch hat der israelische Rat der Jugendbewegungen (Mo’ezet Tnuot Hanoar, hebräisches Kürzel: Matan). Er unterhält internationale Arbeitsbeziehungen zu nationalen Jugendräten vieler anderer Länder. Mit dem Deutschen Bundesjugendring besteht seit vielen Jahren eine enge Zusammenarbeit. Nähere Informationen zum Rat und zur Arbeit der Jugendbewegungen im Abschnitt: Jugendarbeit – Jugendverbandsarbeit.

Vereinigung der Lokalbehörden

Ebenfalls eine ständige Vertretung im Direktorium der Israelischen Behörde für Jugendaustausch hat die Vereinigung der Lokalbehörden in Israel (Merkas Haschilton Hamekomi B’israel), die Dachorganisation aller Städte- und Gemeindeverwaltungen des Landes. Ihre Abteilung für internationale Beziehungen vermittelt Begegnungs- und Austauschprogramme und führt eigene bi- und internationalen Maßnahmen durch. Die Abteilung kümmert sich auch um die Vermittlung internationaler Kontakte zu Dörfern, Moschawim und Kibbuzim der israelischen Landkreise.

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Zusammenarbeit mit Deutschland

Flaggen Deutschland und Israel.
Flaggen Deutschland und Israel.Bild: Christian Dorn / pixabay.com

Besondere Beziehungen

In den ersten Jahren nach Ende der NS-Herrschaft mit der Verfolgung und Ermordung der jüdischen Bevölkerung Europas waren Besuche von deutschen Gruppen in Israel nicht selbstverständlich und heftig umstritten. Noch 1958 und 1962 beschloss das israelische Parlament (Knesset), bis auf weiteres keine offiziellen israelischen Delegationen nach Deutschland zu entsenden. Deutschsprachige Israelis (Jeckes), oft Überlebende der Schoa, wurden die ersten Brückenbauer. Sie machten den Beginn besonders belasteter aber auch besonders intensiver Begegnungen möglich.

Erst 1965 konnten zwischen beiden Staaten diplomatische Beziehungen aufgenommen werden. 2015 war ein doppeltes Jubiläumsjahr: 50 Jahre diplomatische Beziehungen und gleichzeitig 60 Jahre Jugendaustausch zwischen Deutschland und Israel. Die Zusammenarbeit war allerdings bis zur deutschen Wiedervereinigung 1990 auf das Gebiet der Bundesrepublik Deutschland und Berlin (West) beschränkt, von Seiten der Deutschen Demokratischen Republik ist es nie zur Aufnahme diplomatischer Beziehungen mit Israel gekommen.

Quelle

Bundeszentrale für politische Bildung - Deutsch-Israelische Beziehungen – Informationen zur politischen Bildung (Nr. 27/2015)

Gemischter Fachausschuss

Mit der Etablierung eines interministeriellen Ausschusses und der Gründung einer ‚Gemeinsamen Fachkommission‘ für den deutsch-israelischen Jugendaustausch fand der deutsch-israelische Austausch ab 1969 auch in institutionalisierter Form statt. Seit der Einrichtung des Gemischten Fachausschusses für den deutsch-israelischen Jugendaustausch 1973 werden regelmäßig für beide Seiten verbindliche Absprachen getroffen, die in Gemeinsamen Bestimmungen für die Durchführung und Förderung des deutsch-israelischen Jugendaustausches festgehalten werden. Der deutsch-israelische Fachausschuss trifft sich jährlich wechselnd in Israel und in Deutschland. Über Austausch- und Begegnungsprogramme hinaus werden auch Sonderprogramme für Aus- und Weiterbildung von Fachkräften sowie Multiplikatorinnen und Multiplikatoren zu wichtigen aktuellen Themen vereinbart.

ConAct

Zentrale Institution und deutsches Pendant zur ‚Israelischen Behörde für Jugendaustausch‘ in Deutschland ist das 2001 gegründete ConAct - Koordinierungszentrum Deutsch-Israelischer Jugendaustausch. Die Einrichtung des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend wird von den Ländern Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern unterstützt und arbeitet in Trägerschaft der Evangelischen Akademie Sachsen-Anhalt. Das Service- und Informationszentrum unterstützt bestehende Projekte und regt zu neuen an durch Beratung zur Planung und Finanzierung, Bereitstellung von Länderinformationen, Vernetzung von Engagierten sowie Initiativen zur Weiterentwicklung des Jugendaustausches zwischen Deutschland und Israel.
ConAct verwaltet die ‚Sondermittel Deutschland–Israel’ im ‚Kinder- und Jugendplan’ (KJP) des Bundes. Jährlich werden rund 300 Projekte der außerschulischen Bildungs- und Austauscharbeit finanziell und pädagogisch unterstützt.

Deutsch-Israelisches Jugendwerk

Auf den Deutsch-Israelischen Regierungskonsultationen am 4.10.2018 in Jerusalem haben die Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend Dr. Franziska Giffey und der israelische Erziehungsminister Naftali Bennett die Einrichtung eines Deutsch-Israelischen Jugendwerkes verabredet. Die bestehenden Arbeitsstrukturen von ConAct und Israel Youth Exchange Authority IYEA sollen in das neue Jugendwerk integriert, staatliche Fördermittel verstärkt und die Begleitung der bilateralen Begegnungsprogramme intensiviert werden.

Deutsch-Israelisches Zukunftsforum

Das Deutsch-Israelische Zukunftsforum wurde 2007 als Stiftung bürgerlichen Rechts durch die Bundesrepublik Deutschland und den Staat Israel gegründet und nahm im Februar 2009 seine Arbeit auf. Die Idee dazu hatten der deutsche Bundespräsident und der israelische Staatspräsident im Jahr 2005 anlässlich des 40. Jahrestages der Aufnahme diplomatischer Beziehungen zwischen beiden Ländern entwickelt. Das DIZF fördert deutsch-israelische Projekte, die verstärkt junge Erwachsene in bilaterale Programme und gemeinsame Netzwerke einbeziehen. Dazu gehören der Schüler-, Jugend und Fachkräfteaustausch und Projekte in den Bereichen Kultur, Medien, Politik, Wirtschaft und Wissenschaft. Seit 2017 verleiht das DIZ jährlich den ‚Shimon-Peres-Preis‘ an junge deutsche und israelische Fach- und Führungskräfte, die sich um deutsch-israelische Beziehungen besonders verdient gemacht haben.

Deutsch-Israelischer Freiwilligendienst

Anlässlich des 50-jährigen Bestehens der deutsch-israelischen diplomatischen Beziehungen hat Bundesjugendministerin Manuela Schwesig 2015 den Start des neuen Austauschprogramms Deutsch-Israelischer Freiwilligendienst verkündet. Israelis und Deutsche im Alter von 18 bis 27 Jahren können 6 bis 12 Monate lang in pflegerischen, sozialen, ökologischen, kulturellen und sportlichen Institutionen des jeweiligen Partnerlandes tätig werden. Das Programm, eine Kooperation des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend und des israelischen Ministeriums für Wohlfahrt und Soziales, soll dazu beitragen, die Anzahl israelischer Freiwilliger in Deutschland zu steigern. Anlaufstelle für Interessierte ist die Zentralwohlfahrtsstelle der Juden in Deutschland (ZWST), die auch mit der Durchführung der pädagogischen Begleitseminare der Freiwilligen beauftragt ist.

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Zusammenarbeit mit anderen Ländern

Zionistische Partnerorganisationen

In Israel ist internationale Jugendarbeit überwiegend zionistisch ausgerichtet. Sie zielt schwerpunktmäßig auf Kooperationen mit jüdischen Gemeinden, Einrichtungen und Organisationen in anderen Ländern. Die Arbeit geschieht in enger Zusammenarbeit mit der Jewish Agency und der Jugend- und Pionierabteilung der World Zionist Organization. In den Führungsgremien beider Organisationen, deren politische und finanzielle Unterstützung in vielen sozialen und gesellschaftspolitischen Programmen eine tragende Rolle spielt, nehmen israelische Politikerinnen und Politiker traditionell Schlüsselfunktionen wahr. Auch die Women’s International Zionist Organization (WIZO) engagiert sich stark in der Jugendarbeit.

Im Erziehungsbereich ausgebildete Israelis oder israelische Freiwillige arbeiten oft in jüdischen Begegnungs- und Bildungseinrichtungen des Auslandes. Umgekehrt kommen aus vielen Ländern der Welt jüdische Jugendliche oder Fachkräfte der Jugendarbeit für mehrere Wochen oder Monate nach Israel, um sich intensiv mit jüdischer Geschichte, ihrer Religion und ihrem Verhältnis zu Israel auseinanderzusetzen. Die Erziehungsarbeit wird von israelischen Universitäten unterstützt, zum Beispiel durch das Melton Centre for Jewish Education in the Diaspora an der Hebräischen Universität Jerusalem. Vergleichbare Institute arbeiten an der Universität Tel Aviv und an der Bar-Ilan-Universität.

Diese internationale orientierte Jugendarbeit zielt auf individuelle und kollektive Stärkung jüdischer und zionistischer Identität sowie auf eine Intensivierung der Bildungs- und Erziehungsarbeit im jeweiligen Heimatland und eine Förderung der Jugendeinwanderung (Alijat Hanoar) nach Israel. Besonders bekannt in diesem Zusammenhang sind die internationalen Begegnungsprogramme mit Israel Birthright (Taglit) und Masa Israel, die jährliche internationale Gedenkstättenfahrt nach Polen March of the Living (Mizad Hechajim) und das Programm Machal der israelischen Armee (hebräisches Kürzel für Mitnatwei Chuz L’arez - Freiwillige aus dem Ausland).

Asien – Afrika - Südamerika

Israelische Regierungsstellen verfügen über einen großen Erfahrungsschatz in Bezug auf gemeinsame Projekte mit sich entwickelnden Ländern in Asien, Afrika und Südamerika. Eine zentrale Rolle dabei spielt die 1958 eingerichtete Abteilung Maschav im israelischen Außenministerium (hebräisches Kürzel für: Machlaka L’schituf Pe’ula Bejnle’umi - Abteilung für internationale Kooperation). Neben politischer, wirtschaftlicher und militärischer Zusammenarbeit wird großes Gewicht auf soziale und erzieherische Aspekte der Beziehungen gelegt. Landwirtschaftliche Programme bilden den Schwerpunkt der Entwicklungspolitik, an zweiter Stelle folgen jugendpolitische Programme zur Erziehung und Ausbildungsförderung, an dritter Stelle Maßnahmen zur Gesundheitsförderung.

Zur traditionellen Außenpolitik Israels gehört die Förderung von Jugendorganisationen in sich entwickelnden Ländern. Parallel zur wirtschaftlichen Förderung des Landes werden erzieherische und soziale Programme entwickelt. Mit israelischer Hilfe sind in den vergangenen Jahrzehnten in mehr als 30 Staaten nationale Jugendorganisationen gegründet, Jugendzentren aufgebaut und Programme zur Ausbildung von Jugendleiterinnen und Jugendleitern organisiert worden. In Israel entwickelte erzieherische und soziale Programme sollen vor allem Mädchen und Frauen ansprechen. Durch einen Ausbau der Erziehungs- und Ausbildungssysteme sollen in den Ländern demokratische Strukturen gefördert werden.

Vereinte Nationen

Jahrzehntelang haben israelfeindliche Staaten die Mitarbeit und Integration israelischer Expertinnen und Experten in internationalen Organisationen und UN-Gremien erschwert. 2006 wurde mit Mazal Ranford vom Mount Carmel International Training Center (MCTC) in Haifa erstmals eine israelische Staatsbürgerin für ein wichtiges Amt in einer zentralen UN-Organisation ausgewählt. Heute unterhalten Fachkräfte aus der israelischen Jugendarbeit innerhalb internationaler Gremien intensive Arbeitskontakte und regelmäßigen Austausch mit Pädagoginnen, Pädagogen und Institutionen anderer Länder.

Dazu gehört über 6 Jahrzehnte lang die Mitarbeit in der UNESCO, in der Israel seit 1949 bis Ende 2018 Mitgliedsstaat war, mit einer Nationalen israelischen Kommission für die UNESCO (Hawa‘ad Haisraeli L’unesko) und dem jeweiligen Erziehungsminister als Präsident. In der Jugendabteilung der UNESCO wurden internationale Förderprogramme für Jugendliche erarbeitet, Netzwerke mit assoziierten NGO-Verbänden aus der Lebens- und Arbeitswelt Jugendlicher geknüpft und beispielhafte Jugendprogramme und Veranstaltungen unterstützt.

Links

Permanent Mission of Israel to the UN – Ständige UN-Vertretung Israels, New York (Englisch)

Mobilität

Mädchen sitzt auf der Straße auf einer Kiste und schaut in eine Landkarte.
Mädchen sitzt auf der Straße auf einer Kiste und schaut in eine Landkarte.Bild: langll / pixabay.com

Auslandsreisen

Israelische Jugendliche träumen von individuellen langen Reisen in ferne Länder. Der Begriff ‚Chul‘ (hebräische Abkürzung für ‚Chuz L’arez‘ - außerhalb des Landes) hat für viele einen magischen Klang. In einem Staat, der sich seit seiner Gründung 1948 mit umliegenden arabischen Ländern im Kriegszustand befindet, haben Auslandsreisen eine besondere Bedeutung. Sie bieten Möglichkeiten, dem Alltag zu entfliehen und die Welt außerhalb des kleinen Israels kennen zu lernen. Ein jährlich wiederkehrendes typisches Phänomen in den israelischen Ferien ist die Ausreise von Hunderttausenden, um eine gewisse Zeit außerhalb des Landes zu verbringen und Erholung und Ablenkung zu finden.

Fast rituellen Charakter haben die zeitlich und geografisch ausgedehnten Auslandsaufenthalte junger Israelinnen und Israelis nach Abschluss ihrer mehrjährigen Armeezeit. Israelische 'Rucksack-Reisende', Backpackers (hebräisch: Tarmila’im), sind überall in der Welt anzutreffen. Nach einer anstrengenden und oft gefährlichen Zeit beim Militär suchen sie Erholung, Selbstfindung und die Rückkehr ins zivile Leben. Als besonders beliebte Reiseziele gelten Indien, Tibet und Südamerika. Junge israelische Reisende werden im Ausland sehr unterschiedlich wahrgenommen, interessiertes und kommunikatives Auftreten findet viele Sympathien, bisweilen wird jedoch auch rüpelhaftes und lautes Verhalten kritisiert.

Links
Afty – Portal für israelische Rucksack-Reisende (Hebräisch)

Masa Acher (Andere Reise) – Portal für israelische Rucksack-Reisende (Hebräisch)


Familienspurensuche

Die israelische Gesellschaft ist eine Einwanderungsgesellschaft, deren Bevölkerung sich aus Nachkommen von aus mehr als 80 verschiedenen Ländern eingewanderten Familien zusammensetzt. Reisen in die Länder der eigenen Vorfahren haben daher oft einen besonderen biografischen Aspekt und können zu intensiven Begegnungen mit den eigenen Wurzeln (Schoraschim) werden. Oft nutzen israelische Jugendliche Auslandsaufenthalte zum Besuch von Geburtsort und Lebensstationen ihrer Großeltern und Urgroßeltern, um dort Spuren der eigenen Familiengeschichte nachzugehen.
In Europa sind dies meist Spuren einer durch die nationalsozialistische Judenverfolgung vernichteten Welt. Viele Jugendliche nehmen an speziell organisierten Fahrten zu Gedenkstätten oder zu Orten teil, die ehemals Zentren jüdischen Lebens in Europa waren. Solche Reisen, vor allem nach Polen, Tschechien und in die baltischen Staaten, werden zum Teil als schulische Veranstaltungen durch das Erziehungsministerium unterstützt. Auf Grund schmerzhafter Erinnerungen können sich allerdings auch gegenteilige Reaktionen zeigen, dass nämlich Jugendliche es grundsätzlich ablehnen, künftig in Länder der Verfolgung und Ermordung ihrer Familien zu reisen.

EU-Begegnungsprogramme

Im Rahmen des 2000 eingerichteten Euro-Med-Jugendprogramms der Europäischen Union können sich Anrainer-Staaten des Mittelmeers, die nicht Mitglieder der EU sind, als so genannte ‚Drittländer’ an multilateralen Begegnungen des Aktionsprogramms Jugend für Europa beteiligen. Dies trifft auch für Israel zu. Die Programme von ‚Jugend für Europa’ richten sich an Jugendliche und junge Erwachsene im Alter von 15 bis 25 Jahren und wollen dazu beitragen, internationale Kooperationen und Mobilität im Bereich der Jugendarbeit zu initiieren und zu fördern.

Israel ist Partner im neuen EU-Jugendaustauschprogramm Erasmus+ (2014-2020) für allgemeine und berufliche Bildung, Jugend und Sport. Es will mehr grenzüberschreitende Bildungsangebote für Schüler und Lehrkräfte, Studierende, Auszubildende und junge Erwachsene ermöglichen und vereint verschiedene bisherigen EU-Austauschprogramme. Die Europäische Union stellt für den europaweiten Jugendaustausch bis 2020 rund 15 Milliarden Euro zur Verfügung. Interessierte in Israel können sich über das Programm auf der Homepage des Rates für Höhere Bildung (Hamo’aza L’Haskala Gwoa) informieren.

Links
EuroMed Youth IV - Programm der Europäischen Union

National Erasmus+ Office Israel - Büro des Programms der Europäischen Union

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Impressum - Israel

Die Länderinfos zu ISRAEL wurden zusammengestellt von Bernhard Krane in Zusammenarbeit mit dem Koordinierungszentrum Deutsch-Israelischer Jugendaustausch ConAct

Redaktion: IJAB - Fachstelle für Internationale Jugendarbeit der Bundesrepublik Deutschland e.V. und Koordinierungszentrum Deutsch-Israelischer Jugendaustausch ConAct

Letzte Aktualisierung: April 2019

Kontakt: dija@ijab.de