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Kinder- und Jugendpolitik - Grundlagen und Strukturen - Schweden

Hier gibt's Infos zu den Grundlagen und Strukturen der Kinder- und Jugendpolitik in Schweden. Mehr lesen unter 

Relevante Gesetze

Kinder- und jugendrelevante Gesetze in Schweden sind:
Gesetz über das Wohl junger Menschen (Lag med särskilda bestämmelser om vård av unga) von 1990
Verordnung über staatliche Zuschüsse für Bildung von im Ausland geborenen Kindern und Jugendlichen (Förordning om statsbidrag till utbildning av utlandssvenska barn och ungdomar) von 1994, zuletzt geändert 2011
- Gesetzentwurf über Jugendpolitik von 1994 sowie nachfolgender Parlamentsbeschluss über die Umbildung des Nationalen Jugendrates in einen Nationalen Rat für Jugendfragen, Weiterentwicklung in 2004/05
- Gesetz über die Stärkung des Blickwinkels des Kindes bei Deportation aufgrund von Straftaten von 2003/2004 
Gesetz über das Verbot der Diskriminierung und anderer anstößiger Behandlung von Kindern und Schüler(inne)n (Lag om förbud mot diskriminering och annan kränkande behandling av barn och elever) von 2006
Verordnung über eine Jobgarantie für Jugendliche (Förordning om jobbgaranti för ungdomar) von 2007 
Gesetz über die Förderung und den Schutz von Kindern und Jugendlichen (Lag om stöd och skydd för barn och unga, LBU) von 2009
Verordnung über Bildung und staatliche Zuschüsse für Kinder und Jugendliche, die nicht in Schweden registriert sind (Förordning om utbildning och statsbidrag för vissa barn och ungdomar som inte är folkbokförda i Sverige) von 2011
Verordnung über staatliche Zuschüsse für Kinder- und Jugendorganisationen (Förordning om statsbidrag till barn- och ungdomsorganisationer) von 2011

Schweden hat als erstes Land der Welt Eltern per Gesetz (1979) verboten, ihre Kinder zu schlagen.

Weitere Gesetze und Verordnungen mit Kinder- und Jugendbezug unter http://www.riksdagen.se/sv/Dokument-Lagar/, Stichwort 'Ungdomar'.

Folgende internationale Dokumente gelten in Schweden:
- UN-Kinderrechtskonvention 
- UN-Übereinkommen zur Beseitigung jeder Form der Diskriminierung von Frauen
- Zusatzprotokoll zum UN-Übereinkommen zur Beseitigung jeder Form der Diskriminierung von Frauen

Altersbezogene gesetzliche Bestimmungen

Volljährigkeit: 18 Jahre. Eine Person gilt vor dem Gesetz bis 18 Jahre als Kind. Die Altersgrenze, bis zu der Personen als Jugendliche gelten, ist nicht in allen Gesetzen einheitlich.

Heiraten: ab 18 Jahre, Kinder- und Zwangsheiraten sind nicht zugelassen.

Wahlrecht: 18 Jahre

Strafmündigkeit: 15 Jahre; bei Vergehen bis zur Volljährigkeit werden Geldstrafen verhängt oder die Betreuung durch Sozialdienste.

Aufenthalt in Nachtklubs, Bars etc.: für Kinder nicht per Gesetz verboten, aber Alkohol und Tabak dürfen nicht an diese verkauft werden. Meist individuelle Regelungen der einzelnen Klubs bezüglich des Zutritts von Unter-18-Jährigen.

Verkauf von Alkohol: verboten für Unter-20-Jährige, in Restaurants Altersgrenze 18 Jahre.
Filmvorführungen: je nach Film Altersgrenzen 11, 15 und 18 Jahre

Tabakkonsum, -verkauf: Konsum nicht per Gesetz verboten, aber Verkaufsverbot von Tabak an Kinder.

Arbeiten: Kindern ab 13 Jahre sind leichte Arbeiten gestattet, aber nicht mehr als 12 Stunden pro Woche

Sexuelle Beziehungen: verboten zu Kindern unter 15 Jahren und strafbar

Links
www.protection-of-minors.eu/de/SE_overview.php - Informationen zum Kinder- und Jugendschutz in Europa der BAG Kinder- und Jugendschutz, hier: Schweden
http://wiki.crin.org/mediawiki/index.php?title=Sweden - Wiki zu Kinderrechten in Schweden

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Staatliche nationale Förderung

Der Bereich Jugendpolitik gehört in den Bereich 17 - Kultur, Medien, religiöse Gemeinschaften und Freizeitaktivitäten des 27 Bereiche umfassenden schwedischen Staatsbudgets.

Das Staatsbudget 2015 sieht für den Bereich der Jugendpolitik rund 294 Millionen Schwedische Kronen (SEK) vor (31.496.700 €). Davon sind rund 260 Millionen SEK (27.854.200 €) für die Förderung der nationalen und internationalen Jugendarbeit vorgesehen.

(Quelle: http://www.regeringen.se/content/1/c6/24/83/43/887a6274.pdf Zugriff 31.3.15)

Private und sonstige Finanzierungsquellen

In Schweden gibt es zahlreiche Stiftungen und Fonds, die an Jugendliche gerichtete Projekte unterstützen und fördern. In der Regel muss dann ein Projektbericht vorgelegt werden, wo die Verwendung der Projektmittel dokumentiert wird. Der Nationale Jugendrat Schwedens LSU hat eine Liste mit Stiftungen und deren Antragsfristen sowie Schwerpunkten der Kinder- und Jugendförderung zusammengestellt.

Beispiele für Stiftungen:

  • Die Stiftung 90. Geburtstag von König Gustav V. (Konung Gustaf V:s 90-årsfond) fördert ehrenamtliche Arbeit von jungen Leuten, insbesondere durch die Förderung von Trainings und Fortbildungsmaßnahmen für Jugendleiter/-innen seitens schwedischer Jugend- und Sportverbände in Zusammenarbeit mit internationalen Partnern.
  • Der Anna Lindh Memorial Fund (Anna Lindhs Minnesfond) fördert primär Frauen und junge Leute, die im Geiste der ermordeten Politikerin Anna Lindh handeln. Angesprochen sind Personen, die im täglichen Leben den Mut zur Bekämpfung von Gleichgültigkeit, Vorurteilen, Unterdrückung und Ungerechtigkeit haben und ein Zusammenleben der Menschen in einem von Respekt für die Menschenrechte geprägten Umfeld fördern möchten. Der Anna Lindh Preis wird sowohl an Menschen, Organisationen und Projekte im In- als auch im Ausland vergeben.
  • Die Swedish Inheritance Fund Commission (Arvsfonden) unterstützt NGOs und andere ehrenamtliche Organisationen, die mit neuen Ideen und Methoden Maßnahmen für Kinder, Jugendliche und Menschen mit Behinderungen entwickeln.

Relevante Ministerien und ihre Zuständigkeiten

Kinder- und Jugendpolitik auf nationaler Ebene
Kinder- und Jugendpolitik sind in Schweden zwei getrennte Bereiche.

Zuständig für den Bereich der Jugendpolitik, also Angelegenheiten, die Jugendliche zwischen 13 und 25 Jahre betreffen, ist seit Januar 2011 das Bildungsministerium (Utbildningsdepartementet) und wird von der Abteilung Jugendpolitik und Zivilgesellschaft koordiniert. Jugendpolitik ist ein sektorübergreifender Arbeitsbereich. Zuständige Ministerin: Helene Hellmark Knutsson.

Das Thema Jugend durchzieht die verschiedensten Bereiche der schwedischen Gesellschaft wie Wohnungsbau, Justiz, Arbeit, Bildung, Gesundheit und Beteiligung. Das Ministerium für Bildung ist verantwortlich für die Koordinierung der staatlichen Jugendpolitik, für Angelegenheiten, die Jugendverbände betreffen und die internationale jugendpolitische Zusammenarbeit. Ausführendes Organ für die Umsetzung der staatlichen Jugendpolitik im Auftrag des Ministeriums ist die Behörde für Jugend und Fragen der Zivilgesellschaft (Myndigheten för ungdoms- och civilsamhällesfrågor, MUCF). Durch die erweiterten Aufgabenbereiche und Zuständigkeiten auch für Fragen der Zivilgesellschaft hatte der ehemalige Nationale Rat für Jugendfragen zum 1. April 2014 einen Namenswechsel vorgenommen.

Das Bildungsministerium arbeitet eng mit anderen Ministerien und Behörden zusammen. Ebenso kooperiert es mit Jugendverbänden, dem Schwedischen Verband der lokalen Behörden und Regionen (Swedish Association of Local Authorities and Regions) sowie einer Reihe von innovativen Jugendprojekten.

Für die Kinderpolitik ist das Sozialministerium (Socialdepartementet) verantwortlich. Zuständig für diesen Bereich ist die Ministerin für Kinder, Senioren und Gleichstellung, Åsa Regnér.

Jugendpolitik auf kommunaler Ebene
Hier ist zu unterscheiden zwischen den Gemeinden (kommuner, derzeit 290) und den Provinziallandtagen (landstinger / regioner, derzeit 20). Letztere sind eine Art Kommunenverbund. Die Gemeinden nehmen kommunale Aufgaben wie Schulwesen, soziale Dienstleistungen, Kinder- und Altenbetreuung sowie die kommunale Infrastruktur wahr. Die Rahmenbedingungen werden zentral, zum Beispiel von der Staatlichen Schulbehörde (Skolverket), bestimmt. Die Provinziallandtage sind für Bereiche der kommunalen Selbstverwaltung zuständig, die die Möglichkeiten einzelner Gemeinden übersteigen wie Gesundheitswesen und Krankenpflege, Regionalverkehr und Verkehrsplanung. Die schwedischen Gemeinden und Provinziallandtage sind sehr autonom. Deshalb sind auch jugendpolitische Entscheidungen, die durch das schwedische Parlament verabschiedet werden, für die kommunale Ebene nicht verpflichtend. Die Jugendpolitik auf kommunaler Ebene kann die nationalen Zielsetzungen als Ausgangspunkt nehmen, sich in der Umsetzung aber an den vorhandenen Bedingungen vor Ort orientieren und dementsprechend entscheiden, was zu tun ist. Häufig schließen sich die Kommunen bei bestimmten Aufgabenbereichen zusammen, um die Ausgaben geringer zu halten.
(Quellen: Wikipedia; MUCF)

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Kinder- und jugendpolitische Schwerpunkte und Aktionsprogramme

Die schwedische Jugendpolitik ist ein sektorübergreifender Arbeitsbereich, der vom Bildungsministerium koordiniert wird. Sie dreht sich insbesondere um die Themen, die die Lebenssituation Jugendlicher bestimmen wie Bildung, Beschäftigung, Gesundheit, Kultur und Freizeit sowie Beteiligung.

Ziel der Jugendpolitik der Regierung ist es, allen Jugendlichen den Zugang zu sozialen Leistungen und zu echter Beteiligung zu ermöglichen.

Der Vorschlag für eine neue Jugendpolitik (pdf, 1 MB, in Schwedisch) wurde 2014 verabschiedet. Das jugendpolitische Handlungsprogramm für 2014-2017 umfasst rund 40 Maßnahmen in drei Schwerpunkten:

  • Jugendbeteiligung
  • Eigenverantwortung und Eigenversorgung
  • Mentale Gesundheit

Zu den Schwerpunkten der Kinderpolitik, die in die Zuständigkeit des Sozialministeriums fallen, gehören:

  • die Durchsetzung von Kinderrechten (UN-Kinderrechtskonvention) und
  • Fragen der Kinder- und Jugendhilfe (Betreuung, Missbrauch, soziale Betreuung, In-Obhutnahme, Elternarbeit etc.).

(Quellen: Schwedischer Reichstag; MUCF)

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Kinder- und jugendpolitische Einrichtungen und ihre Kompetenzen

Im schwedischen Parlament (Riksdagen) ist der Kulturausschuss (Kulturutskottet) für das Thema Jugend zuständig. 

Schweden hat seit 1993 einen Ombudsmann für Kinder (Barnombudsmannen). Als Regierungsbehörde ist er beauftragt, die Rechte und Interessen von Kindern und Jugendlichen zu vertreten. 2012 standen dem Kinderombudsmann ein Budget von 21 Millionen Kronen (ca. 2 419 340 Euro) zur Verfügung sowie ein Pool von ca. 20 Mitarbeiter/-innen.

Aufgrund eines Regierungsbeschlusses von 2006 wurde an der schwedischen Universität in Örebro das Nationale Zentrum für Kinderrechte (Barnrättsakademin) eingerichtet. Die Angebote umfassen neben Fortbildungskursen und einer Informationsdatenbank auch wissenschaftliche Arbeiten zum Thema Kinderrechte und zur Umsetzung der UN-Kinderrechtskonvention.

Link
www.blogg.barnombudsmannen.se/ - Blog des schwedischen Ombudsmanns für Kinder

Nationale und regionale Kinder- und Jugendräte

Der schwedische nationale Jugendrat heißt Landsrådet för Sveriges Ungdomsorganisationer (LSU). Er ist das Dach für rund 85 Jugendverbände und -organisationen mit insgesamt rund 700 000 Mitgliedern.

Seit 2003 gibt es den Schwedischen Jugendrat (Sveriges Ungdomsråd), der als Dachverband für Jugendräte auf regionaler und lokaler Ebene auftritt. Ziel ist vor allem der weitere Ausbau des Netzwerkes landesweit. Derzeit hat der Schwedische Jugendrat rund 50 aktive Mitgliedsorganisationen.

Links 
www.svea.org – Website des Schwedischen Schüler/-innen-Rates (Sveriges Elevråd, Svea)

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Jugendarbeit

Junge Frau blickt über Stockholm
Junge Frau blickt über StockholmBild: qimono / pixabay.com

Jugendverbandsarbeit
Glaubensgemeinschaftliche Angebote für Kinder und Jugendliche
Offene Jugendarbeit
Jugendinformation

Jugendarbeit ist in Schweden kein fest definierter Begriff. Sie findet sowohl im schulischen als auch im außerschulischen Bereich statt. Alle in der Jugendarbeit tätigen Menschen verfolgen jedoch dasselbe Ziel: Jugendliche mit ihren Angeboten dabei zu unterstützen, ihre Zukunft zu gestalten. Berufsgruppen, die im Bereich der Jugendarbeit tätig sind, sind: Sozialarbeiter/-innen, Berufs- und Studienberater/-innen, Sonderpädagog(inn)en, Psycholog(inn)en, Lehrer/-innen, Krankenschwestern. Keks ist ein Netzwerk für Jugendarbeiter.
Quelle: Working with young people: The value of youth work in the EU. Country report: Sweden. ICF GHK, Dezember 2012

Jugendverbandsarbeit

Überblick über die Strukturen der Jugendverbandsarbeit

Die Bandbreite der schwedischen Jugendverbände erstreckt sich von parteipolitischen Jugendorganisationen über Studentenbewegungen, kirchliche Organisationen, Jugendverbände im Umweltbereich bis zu Sportverbänden. Als Dachorganisation der schwedischen Jugendorganisationen und -verbände tritt der Nationale Rat der Schwedischen Jugendorganisationen (Landsrådet för Sveriges Ungdomsorganisationer, LSU) auf.

Laut des Berichts Ung idag 2012 waren in den Jahren 2008/2009 rund 61 % der 16- bis 25-Jährigen verbandlich organisiert. 30 % der 16- bis 25-jährigen Jugendlichen gehörten einem Jugendverband oder einer Jugendorganisation an. 

Für Jugendliche, die im ländlichen Raum leben, spielt die Mitgliedschaft in einem Verein eine weitaus größere Rolle als für Jugendliche in städtischen Gebieten.

Mehr Informationen im Kapitel Kultur och Fritid des Berichts Ung idag 2012 (pdf, 2,7 MB).

Überregionale Jugendverbände

Der Nationale Rat der Schwedischen Jugendorganisationen (Landsrådet för Sveriges Ungdomsorganisationer, LSU) wurde 1949 gegründet, um die Kontakte zwischen jungen Menschen in Ost- und Westeuropa zu intensivieren. Heute ist der LSU als Plattform zu unterschiedlichen Fragen, bei internationalen sowie nationalen Thematiken tätig. Durch diese Zusammenarbeit können die derzeit 81 (September 2013) Mitgliedsorganisationen des Rates Erfahrungen austauschen, Projekte durchführen und die Gesellschaft beeinflussen. Die Mitglieder kommen aus allen Arten von Organisationen, von parteipolitischen Jugendorganisationen über Studentenbewegungen, kirchliche Organisationen, Umweltschützer bis zu Schachspielern. Die Arbeit des LSU auf nationaler Ebene konzentriert sich auf Themen von gemeinsamem Interesse für ihre Mitgliedsorganisationen. Die Regierung führt einen kontinuierlichen Dialog und arbeitet mit dem LSU zusammen.

Der YMCA Schweden (KFUM Sverige) ist einer der ältesten und größten Jugendverbände im Land. Er hat über 400 lokale Verbände und über 60 000 Mitglieder.

Ebenfalls einer der größten und landesweit aktiven Jugendverbände, der auch international sehr aktiv ist, aber ebenso landesweit Angebote für Kinder und Jugendliche macht, ist 4H Schweden (Sveriges 4H).

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Glaubensgemeinschaftliche Angebote für Kinder und Jugendliche

Gut 100 000 Menschen singen in einem der Chöre der Schwedischen Kirche. Fast doppelt so viele nehmen an der Kinder- und Jugendarbeit teil. Viele sind auch in Kursen unterschiedlicher Art, Frauenkreisen und internationalen Gruppen aktiv.

Viele Menschen sind als Mandatsträger in der Schwedischen Kirche engagiert. Sie sind an Entscheidungen auf Gemeindeebene bis zu die ganze Kirche betreffenden Entscheidungen beteiligt. Andere sind als Kirchenälteste im Gottesdienst aktiv, sie begrüßen die Gottesdienstbesucher und tragen mit Textlesungen und dem Einsammeln der Kollekte zum Gottesdienst bei. In vielen Gemeinden arbeiten Freiwillige als Betreuer, vor allem in der Kinder- und Jugendarbeit, der Konfirmandenbetreuung und der diakonalen Arbeit.

Kinder und Jugendliche machen einen großen und wichtigen Teil der Schwedischen Kirche aus. Viele Kinder versammeln sich in den offenen Vorschulen und Kinderaktivitäten der Schwedischen Kirche. Spiel und Gemeinschaft werden mit Liedern, Bibelerzählungen und Gedanken über das Leben gemischt. Für die Eltern sind die Kinderaktivitäten der Kirche ein geschätzter Treffpunkt. Auch für Jugendliche gibt es viele Aktivitäten. Die Jugendorganisation der Schwedischen Kirche Svenska Kyrkans Unga hat etwa 30 000 Mitglieder. Hier gibt es auch Raum für Diskussionen über große und tief gehende Lebensfragen, es geht darum, den christlichen Glauben zu verstehen und Teil einer großen Gemeinschaft zu sein.

Weitere Glaubensgemeinschaften wie die Schwedische Baptistische Kirche, die Methodistische Kirche Schwedens oder die Schwedische Missionskirche haben ihre eigenen Jugendverbände:
- Schwedischer Baptistischer Jugendverband (Svenska Baptisternas Ungdomsförbund, SBUF), führen Aktivitäten unterschiedlichster Art durch wie Vorschule und Singspiele für Kinder sowie Bibelstunden, Musikschule und Chorteilnahme, Jugendwochenenden, Konfirmationsunterricht für die Jugendlichen
- Jugendverband der Methodistischen Kirche (Metodistkyrkans Ungdomsförbund, MKU) 
- Jugend der Schwedischen Missionskirche (Svenska Missionskyrkans Ungdom
- Jugendorganisation der Evangelischen Freikirche (Evangeliska Frikyrkans Ungdomsorganisation, EFK UNG). Widmet sich und koordiniert Kinder- und Jugendarbeit innerhalb der Evangelischen Freikirche

Auch die Christliche Studentenbegegnung (Kristna Studentrörelsen i Sverige, KRISS) als Mitglied der World Student Christian Federation (WSCF) ist in Schweden aktiv.

Die Pfingstjugend (Pingst ung) hat rund 30 000 über das Land verstreute Mitglieder. Rund 24 000 davon sind zwischen 7 und 25 Jahre alt. Die Pfingstjugend sieht ihre Rolle in der  Schaffung von Räumen für Kinder und Jugendliche und deren Glauben an Gott, Zugehörigkeit, Belohnung, Entwicklung und Familie.

Den Schwedischen Jungen Katholiken (Sveriges unga katoliker) gehören rund 3000 junge Menschen zwischen 7 und 28 Jahren an. 

Der Jugendverband der Syrisch-Orthodoxen Kirche (Syrisk Ortodoxa Kyrkans Ungdomsförbund i Sverige, SOKU-Sverige) besteht seit 1996, ist ein Dachverband für rund 25 landesweit bestehende Mitgliedsverbände mit rund 9600 Mitgliedern. SOKU-Sverige führt unter anderem ein jährliches Chorturnier sowie einen Bibelwettstreit durch. Außerdem gibt es Lesungen, Seminare, Lager, Sommeraktivitäten, Theaterspielen und andere Angebote für Kinder und Jugendliche.

Der Jugendverband der Jungen Schwedischen Muslime (Sveriges Unga Muslimer) bemüht sich darum, dass Schwedens muslimische Jugendliche den Islam kennen lernen und ihre muslimische Identität stärken können. Ferner dreht sich die Tätigkeit des Verbandes um die Informations- und Wissensvermittlung über den Islam auch an nicht-muslimische Personen und die Zusammenarbeit mit anderen Verbänden und Organisationen.

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Offene Jugendarbeit

In Schweden gibt es eine große Fülle an Einrichtungen, die im Bereich der offenen Jugendarbeit tätig sind: Jugendzentren, Nachbarschaftszentren, Jugendhäuser, Gemeindezentren, Kulturhäuser, lokale Verbände.

Gemeinsam verfolgen sie alle das gleiche Ziel: Sie möchten Angebote schaffen, die für alle Altersgruppen offen sind, die genutzt werden können, wenn man Lust dazu hat und die nicht verpflichtend sind. Gleichzeitig leisten die Angebote auch einen Beitrag zur Persönlichkeitsentwicklung derjenigen, die an diesen teilnehmen.

Die größte Dachorganisation von Jugendklubs und Nachbarschaftszentren in Schweden ist das Fritidsforum. Über 350 Einrichtungen haben sich hier zusammengeschlossen.

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Jugendinformation

Strukturen der Jugendinformation

In Schweden gibt es keine speziellen Jugendinformationszentren. Bestehende Informationszentren verfolgen eher einen ganzheitlichen Ansatz und spezialisieren sich auf bestimmte Themen, auch Themen, die insbesondere für Jugendliche interessant und relevant sind, zum Beispiel Gesundheit, Verhütung, Sexualität.

Ebenso gibt es Berufsberatungszentren. Alle staatlichen Einrichtungen, ob Ministerien, Regierungsbehörde, regionale und kommunale Stellen tragen selbst die Verantwortung für die Aufbereitung und leicht zugängliche Bereitstellung von jugendrelevanten Themen und Inhalten wie Bildung, Beschäftigung, Wohnen, Gesundheit, Kultur etc.
(Quelle: Youth Partnership. 2009. Questionnaire "Information" Sweden, Zugriff 19.7.13) 

Viele Städte haben eigene Jugendinformationsangebote beziehungsweise -portale wie zum Beispiel Stockholm das Portal WE ARE STOCKHOLM.

Die Rolle der Bibliotheken als Informationsquelle für Kinder und Jugendliche nimmt immer mehr zu. Öffentliche Bibliotheken versuchen Kindern das Lesen näher zu bringen, in dem sie unter anderem Vorlesestunden, Schulprogramme oder fahrende Bibliotheken organisieren. Eltern werden dazu angehalten, ihren Kindern vorzulesen.

Internationale Kooperationen

Schweden ist Mitglied des europäischen Informationsnetzwerkes Eurodesk mit einer Datenbank zu den Themen Jugend, Ausbildung, Bildung und Mobilität in Europa, die in jedem Mitgliedsland mit nationalen Daten ergänzt wird. In Schweden ist Eurodesk beim CIU (Centrum för Internationellt Ungdomsutbyte) angesiedelt.

Schweden ist außerdem Mitglied bei ERYICA (European Youth Information and Counselling Agency), dem Zusammenschluss der Jugendinformationsangebote auf europäischer Ebene. Dort ist Schweden ebenfalls durch das CIU vertreten.

Der Verband der schwedischen Jugendpresse Ung Media Sverige ist Mitglied im europäischen Netzwerk European Youth Press, einem Dachverband junger Journalistinnen und Journalisten unter 30.

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Impressum
ImpressumBild: MIH83 / pixabay.com

Impressum - Schweden

Die Länderinfos zu SCHWEDEN wurden zusammengestellt von: IJAB - Fachstelle für Internationale Jugendarbeit der Bundesrepublik Deutschland e.V.

Letzte Aktualisierung: Juni 2016

Kontakt: dija(at)ijab.de