Gesetzliche und finanzielle Grundlagen

Relevante Gesetze
Altersbezogene gesetzliche Bestimmungen
Finanzierung

Relevante Gesetze

Die Kinderrechtskonvention der Vereinten Nationen trat in der Tschechischen Republik am 1. Januar 1993 in Kraft. Die dort enthaltenen Rechte und Schutzgesetze finden sich an verschiedenen Stellen der tschechischen Gesetzgebung wieder, unter anderem in folgenden Gesetzen und Verordnungen:

Eine der wichtigsten gesetzlichen Regelungen für den Kinder- und Jugendschutz ist das Gesetz über den sozialen und rechtlichen Schutz von Kindern (Zákon o sociáln?-právní ochran? d?tí), das 1999 in Kraft trat und 2005 zum bisher letzten Mal geändert wurde. Ziel des Gesetzes ist es, die positive Entwicklung und gute Erziehung für alle Kinder bis zum 18. Lebensjahr sicherzustellen und ihre Interessen zu schützen. Kinder sollen möglichst in der Geborgenheit ihrer Familie aufwachsen können. Kinder, bei denen dies nicht möglich ist, haben ein Recht auf besonderen Schutz durch den Staat.

Auf die Einhaltung der UN-Kinderrechtskonvention achtet in der Tschechische Republik der Rat der Regierung für Menschenrechte. Neben dem Rat beschäftigen sich mit Kinderrechten auch verschiedene Nichtregierungsorganisationen, die ein wichtiges Kontrollorgan der staatlichen Institutionen bilden. Eine Liste von Institutionen und Organisation, die sich mit Kinderrechten und dem Kindesschutz beschäftigen, ist unter www.prava-ditete.cz (auf Tschechisch) zu finden.

Altersbezogene gesetzliche Bestimmungen

Der Begriff junge Leute wird für die Bevölkerungsgruppe bis 26 Jahre benutzt. In Übereinstimmung mit UNESCO-Dokumenten und der UN-Kinderrechtskonvention spricht man in der Tschechischen Republik von Kindern bis zum Alter von 18 Jahren (oder auch von Minderjährigen). Mit mladí (Jugend) werden junge Leute im Alter von 18 bis 26 Jahren bezeichnet. Ein weiterer in der Jugendarbeit benutzter Begriff ist der Terminus mladiství (Jugendliche), mit dem Personen im Alter von 15 bis 18 Jahren bezeichnet werden. (Hinweis: Diese Unterscheidung ist in der deutschen Sprache nicht möglich, so dass im Folgenden die Begriffe „Jugend“ und „Jugendliche“ gleichberechtigt nebeneinander gebraucht werden.)

Schulpflicht

Mündigkeit

Arbeit

Recht zum Erwerb des Führerscheins

Wahlrecht

Alkohol

Die Wehrpflicht wurde in der Tschechischen Republik Ende 2004 abgeschafft.

Links
www.protection-of-minors.eu/de/country/CZ - Informationen zum Kinder- und Jugendschutz in Europa der BAG Kinder- und Jugendschutz, hier: Tschechien
http://wiki.crin.org/mediawiki/index.php?title=Czech_Republic - Wiki zu Kinderrechten in Tschechien

Finanzierung

Staatliche nationale Förderung

Das Ministerium für Bildung, Jugend und Sport schreibt jedes Jahr Förderprogramme zur Unterstützung der Kinder- und Jugendarbeit aus. Diese Zuschüsse sind für nichtstaatliche, gemeinnützige Organisationen (Nestátní neziskové organizace) der Kinder- und Jugendarbeit bestimmt. Vorraussetzung für den Erhalt dieser Zuschüsse ist, dass die Organisationen beim Innenministerium registriert sind. 

Die einzelnen Verbände reichen ihre Projektanträge beim Nationalen Institut für Weiterbildung NIDV ein (siehe Kapitel Kinder- und jugendpolitische Einrichtungen und ihre Kompetenzen). Dabei darf die Bezuschussung 70 % der geplanten Ausgaben für das beantragte Projekts nicht überschreiten.

Im Rahmen der staatlichen Unterstützungsprogramme für Nichtregierungsorganisationen für die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen für die Jahre 2017-2020 gelten für 2018 folgende Prioritäten:

Gemäß dem Staatshaushalt für das Jahr 2017 waren für die Förderung der Jugendarbeit 2017 im Haushalt des Ministeriums für Bildung, Jugend und Sport 231 532 391 tschechische Kronen (rund 9 077 020 Euro) eingeplant. 
(Quelle: Haushaltsplan des Ministeriums für Bildung, Jugend und Sport für das Jahr 2017)

Neben dem Ministerium für Bildung, Jugend und Sport vergeben auch das Arbeits-, das Gesundheits- und das Umweltministerium Fördermittel an Jugendorganisationen für die Projektarbeit mit Jugendlichen.

Private und sonstige Finanzierungsquellen

Allgemein gilt, dass außerschulische Jugendarbeit aus mehreren Quellen finanziert werden soll. Das heißt in der Praxis, dass es bei Projekten in der Regel eine Mischfinanzierung aus öffentlichen Mitteln (zum Beispiel Mittel der Regierung oder der Bezirke) und privaten Geldern gibt. Hinzu kommen Eigenmittel der Organisationen (zum Beispiel Teilnehmerbeiträge). In mehreren Städten besteht zudem die Möglichkeit, sich um Mittel aus dem kommunalen Haushalt zu bewerben. 

Der Beitrag von Sponsoren an Projekten der Jugendarbeit ist meist recht niedrig. Diese Sponsoren können Stiftungen, Unternehmen, Banken sein. Sponsorenbeiträge von Betrieben und Banken sind häufig an Bedingungen geknüpft, wie zum Beispiel die öffentlichkeitswirksame Nennung des Namens. Unterstützung bei der Suche nach Fördermittelgebern bietet das Informationszentrum für Stiftungen und gemeinnützige Organisationen (Informa?ní centrum nadací a jiných neziskových organizací). Es bietet gemeinnützigen Organisationen Informationen, Weiterbildung und Beratung an. Auf seiner Webseite findet man zudem nützliche Informationen rund um Finanzquellen, Förderungsprogramme und Kontaktpersonen. Zudem ist es möglich, einen „Zuschuss-Kalender“ zu bestellen, der aktuelle Informationen über die für tschechische Organisationen relevanten Finanzquellen enthält.

Auswahl an Stiftungen, die die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen unterstützen:

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