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Kinder- und Jugendpolitik - Grundlagen und Strukturen - Tschechien

Hier gibt's Infos zu den Grundlagen und Strukturen der Kinder- und Jugendpolitik in Tschechien. Mehr lesen unter 

Relevante Gesetze

Die Kinderrechtskonvention der Vereinten Nationen trat in der Tschechischen Republik am 1. Januar 1993 in Kraft. Die dort enthaltenen Rechte und Schutzgesetze finden sich an verschiedenen Stellen der tschechischen Gesetzgebung wieder, unter anderem in folgenden Gesetzen und Verordnungen:

  • Familiengesetz (94/1963 Sb.)
  • Bürgergesetzbuch (40/1964 Sb.)
  • Arbeitsgesetzbuch (65/1965 Sb.)
  • Gesetz über die Pflegekinder (50/1973 Sb.)
  • Flüchtlingsgesetz (498/1990 Sb.)
  • Gesetz über den sozialen und rechtlichen Schutz von Kindern (359/1999 Sb.)
  • Gesetz über den Freiwilligendienst (198/2002 Sb.)
  • Gesetz über die Anstaltserziehung (109/2002 Sb.)
  • Gesetz über die Jugendgerichtsbarkeit (218/2003 Sb.)
  • Schulgesetz (561/2004 Sb.)
  • Wehrgesetz (585/2004 Sb.)
  • Gesetz über die Sozialdienste (108/2006 Sb.)
  • Gesetz zum Verbraucherschutz und zur Regulation der Werbung (36/2008 Sb.)
  • Strafgesetzbuch (40/2009 Sb.)

Eine der wichtigsten gesetzlichen Regelungen für den Kinder- und Jugendschutz ist das Gesetz über den sozialen und rechtlichen Schutz von Kindern (Zákon o sociáln?-právní ochran? d?tí), das 1999 in Kraft trat und 2005 zum bisher letzten Mal geändert wurde. Ziel des Gesetzes ist es, die positive Entwicklung und gute Erziehung für alle Kinder bis zum 18. Lebensjahr sicherzustellen und ihre Interessen zu schützen. Kinder sollen möglichst in der Geborgenheit ihrer Familie aufwachsen können. Kinder, bei denen dies nicht möglich ist, haben ein Recht auf besonderen Schutz durch den Staat.

Auf die Einhaltung der UN-Kinderrechtskonvention achtet in der Tschechische Republik der Rat der Regierung für Menschenrechte. Neben dem Rat beschäftigen sich mit Kinderrechten auch verschiedene Nichtregierungsorganisationen, die ein wichtiges Kontrollorgan der staatlichen Institutionen bilden. Eine Liste von Institutionen und Organisation, die sich mit Kinderrechten und dem Kindesschutz beschäftigen, ist unter www.prava-ditete.cz (auf Tschechisch) zu finden.

Altersbezogene gesetzliche Bestimmungen

Der Begriff junge Leute wird für die Bevölkerungsgruppe bis 26 Jahre benutzt. In Übereinstimmung mit UNESCO-Dokumenten und der UN-Kinderrechtskonvention spricht man in der Tschechischen Republik von Kindern bis zum Alter von 18 Jahren (oder auch von Minderjährigen). Mit mladí (Jugend) werden junge Leute im Alter von 18 bis 26 Jahren bezeichnet. Ein weiterer in der Jugendarbeit benutzter Begriff ist der Terminus mladiství (Jugendliche), mit dem Personen im Alter von 15 bis 18 Jahren bezeichnet werden. (Hinweis: Diese Unterscheidung ist in der deutschen Sprache nicht möglich, so dass im Folgenden die Begriffe „Jugend“ und „Jugendliche“ gleichberechtigt nebeneinander gebraucht werden.)

Schulpflicht

  • Beginn der Schulpflicht: 6 Jahre
  • Ende der Schulpflicht: 16 Jahre

Mündigkeit

  • Beginn der Strafmündigkeit: 15 Jahre
  • Sexuelle Mündigkeit: 15 Jahre
  • Volljährigkeit: 18 Jahre

Arbeit

  • Erlaubnis zur leichten, stundenweisen Beschäftigungen mit Einverständnis der Eltern: 14 Jahre 
  • Erlaubnis zur Vollzeitbeschäftigung (unter der Voraussetzung, dass keine Schulpflicht mehr besteht): 15 Jahre 

Recht zum Erwerb des Führerscheins

  • leichte Motorräder: 15 Jahre
  • schwere Motorräder, PKW und LKW: 18 Jahre

Wahlrecht

  • aktives Wahlrecht: 18 Jahre
  • passives Wahlrecht (Abgeordnetenhaus): 21 Jahre
  • passives Wahlrecht (Senat): 40 Jahre

Alkohol

  • Kauf und Konsum von alkoholischen Getränken und Tabakwaren: 18 Jahre

Die Wehrpflicht wurde in der Tschechischen Republik Ende 2004 abgeschafft.

Links
www.protection-of-minors.eu/de/country/CZ - Informationen zum Kinder- und Jugendschutz in Europa der BAG Kinder- und Jugendschutz, hier: Tschechien
http://wiki.crin.org/mediawiki/index.php?title=Czech_Republic - Wiki zu Kinderrechten in Tschechien

Relevante Ministerien und ihre Zuständigkeiten

Die Zuständigkeit für den Bereich der Kinder- und Jugendhilfe liegt in der Kompetenz des Ministeriums für Bildung, Jugend und Sport (Ministerstvo školství, mládeže a t?lovýchovy - MŠMT).

Das Ministerium befasst sich mit Fragen der jungen Generation im Vorschul- und Schulalter im Rahmen von Erziehung, Bildung und Freizeitgestaltung. Neben der Leitung der staatlichen Institutionen arbeitet es auch mit nichtstaatlichen Organisationen zusammen, die in hohem Maße das Freizeitangebot für Kinder und Jugendliche gewährleisten - sowohl im Sportbereich als auch in anderen Feldern der Kinder- und Jugendarbeit. Die Abteilung für Jugendfragen des Ministeriums ist unter anderem für die Vergabe von Fördermitteln, die internationalen Beziehungen im Jugendbereich und für Wettbewerbe zuständig. Zuständiger Minister: Ing. Robert Plaga, Ph.D.

Auf regionaler Ebene sind die Abteilungen für Jugend und Sport bei den entsprechenden Behörden angesiedelt und in der Regel den Abteilungen für das Bildungswesen untergeordnet. Struktur und Zuständigkeiten variieren von Region zu Region.

Weitere Ministerien, die sich mit kinder- und jugendrelevanten Bereichen befassen:

  • Ministerium für Arbeit und soziale Fragen (Ministerstvo práce a sociálních v?cí), das unter anderem für die Bekämpfung der Jugendarbeitslosigkeit und die soziale Unterstützung von Familien zuständig ist;
  • Innenministerium (Ministerstvo vnitra), das unter anderem für die Registrierung von Organisationen und Verbänden der Jugendarbeit sowie für die Bekämpfung der Jugendkriminalität zuständig ist;
  • Justizministerium (Ministerstvo spravedlnosti), das unter anderem für das System der Jugendgerichtsbarkeit/Jugendstrafrecht zuständig ist.

Weitere Informationen zur Kompetenzverteilung im Bereich der Jugendpolitik im Youth Wiki der Europäischen Kommission.

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Kinder- und jugendpolitische Schwerpunkte und Aktionsprogramme

Die Kinder- und Jugendpolitik der tschechischen Regierung beruht auf zwei Grundlagen:

  • der Verantwortung für die Gestaltung der Entwicklungsbedingungen für die junge Generation und
  • der Anerkennung und Unterstützung von Familien und Individuen, damit diese für sich selbst Verantwortung übernehmen können.

Dabei stehen dem Staat zwei Handlungsformen zur Verfügung:

  • Unterstützung (zum Beispiel Förderung der gesunden Entwicklung von Kindern und Jugendlichen, Förderung der Partizipation von Kindern und Jugendlichen, Hilfen für Kinder, Förderung gemeinnütziger Organisationen),
  • Schutz.

Die kinder- und jugendpolitischen Schwerpunkte und die damit verbundenen Umsetzungsmaßnahmen werden von der tschechischen Regierung für einen Zeitraum von vier bis sechs Jahren in dem Konzept für die staatliche Kinder- und Jugendpolitik (Koncepce státní politiky pro oblast d?tí a mládeže na období) festgelegt.

Das aktuelle Konzept gilt für den Zeitraum 2014 bis 2020 und orientiert sich an der Europäischen Jugendstrategie. Es spiegelt die Bedürfnisse der Jugendlichen wider, vor allem in den Bereichen non-formale Bildung, Beschäftigung, Kultur und Kreativität, Partizipation, Gesundheit und gesunde Lebensweise, Soziale Eingliederung und Freiwilligenarbeit. Ebenfalls befasst sich die neue Strategie mit globalen Umwelt- und Entwicklungsfragen sowie dem Zugang junger Menschen zu Recht und Information.

Die Jugendstrategie ist auf junge Menschen zwischen 13 und 30 Jahren ausgerichtet. Sie basiert auf drei Säulen:

  • die Förderung der jungen Menschen auf ihrem Weg zur Entwicklung einer individuellen Persönlichkeit, die für ihr Leben, ihre Familien, ihren Platz in der Gemeinschaft und der Gesellschaft verantwortlich ist,
  • die Orientierung an den tatsächlichen Bedürfnissen der und Chancen für junge Menschen,
  • die Förderung des Potenzials junger Menschen für die Entwicklung der Gemeinschaft.

Die horizontalen Schwerpunkte der Jugendstrategie sind:

  • Chancengleichheit,
  • interministerieller und sektorübergreifender Ansatz,
  • die Förderung der nichtformalen Bildung und der Qualität der Jugendarbeit,
  • die Beteiligung Jugendlicher an Entscheidungsprozessen,
  • Intergenerationelle Solidarität.

Die Jugendstrategie umfasst 13 strategische Ziele, die jeweils konkrete Maßnahmen und Aktionen beinhalten. Der Hauptkoordinator für die Umsetzung der Jugendstrategie ist das Ministerium für Bildung, Jugend und Sport. Mehr Informationen dazu und die Jugendstrategie zum Nachlesen auf der Website des tschechischen Ministeriums für Bildung, Jugend und Sport (auf Tschechisch).

In den Strategiedokumenten zur Jugendpolitik ist nicht explizit geregelt, dass die Kommunen eine eigene Jugendpolitik umsetzen sollen. Die nationale Regierung versucht, die Kommunen zu motivieren und zu unterstützen, damit diese im Sinne der nationalen und europäischen Jugendpolitik arbeiten. [Quellen: Becker, H. im Auftrag von JUGEND für Europa (2012). "Wir werden feststellen, dass wir alle voneinander gelernt haben." (verfügbar unter www.jugendpolitikineuropa.de/, letzter Zugriff am 23.02.18); JUGEND für Europa (2013). Geballte Erfahrung: Peer Learning in Sachen Jugendpolitik. (verfügbar unter www.jugendpolitikineuropa.de/, letzter Zugriff am 23.02.18)].

Als Mitglied der Europäischen Union ist Tschechien am EU-Programm Erasmus+ beteiligt. Verantwortlich für die Umsetzung des Programms Erasmus+ in Tschechien ist die zuständige Nationalagentur.

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Kinder- und jugendpolitische Einrichtungen und ihre Kompetenzen

Das ehemalige Nationale Kinder- und Jugendinstitut (Národní institut d?tí a mládeže - NIDM) entstand 2005 durch eine Zusammenführung des Kinder- und Jugendinstituts, des Instituts des Ministeriums für außerschulische Bildung (IZV) und des Zentrums für Bildung, Information und Dienstleistungen (SVIS). Es ist zum 1. Januar 2014 mit dem Nationalen Institut für Weiterbildung (Národního institut pro další vzd?lávání - NIDV) fusioniert.

Der ehemalige Bereich Informelle Bildung bei NIDM ist nun der Abteilung Bildung und Betreuung bei NIDV zugeordnet. Er unterstützt weiterhin die Umsetzung verschiedener vom Ministerium für Bildung, Jugend und Sport initiierter Programme. Dazu zählen beispielsweise Programme und Projekte für talentierte Schülerinnen und Schüler, die Organisation von Festivals für verbandlich nicht organisierte Kinder und Jugendliche sowie Aktivitäten im Bereich der Jugendinformation. Im internationalen Bereich ist die Abteilung Konzepte und Internationale Zusammenarbeit für die europäische Zusammenarbeit zuständig, fördert den Jugendaustausch und unterstützt Studienaufenthalte von Multiplikator(inn)en.

Darüber hinaus hat das ehemalige Institut NIDM die Datenbank zur Nationalen Kinder- und Jugendforschung (Národní registr výzkum? o d?tech a mládeži) aufgebaut, in der Studien zur Jugendforschung online in tschechischer und englischer Sprache abgefragt werden können.

Aufgabe der Jugendkammer des tschechischen Ministeriums für Bildung, Jugend und Sport (Komora mládeže Ministerstva školství, mládeže a t?lovýchovy) ist es, das Ministerium in Fragen des Schutzes und der Förderung von Kindern und Jugendlichen zu beraten sowie Gesetzesvorschläge und andere Dokumente zu begutachten. Die Jugendkammer setzt sich unter anderem aus Vertreter(inne)n gemeinnütziger Jugendorganisationen, schulischer Einrichtungen für Freizeitaktivitäten und Expert(inn)en der Jugendarbeit zusammen.

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Nationale und regionale Kinder- und Jugendräte

Der Kinder- und Jugendrat der Tschechischen Republik (?eská rada d?tí a mládeže - ?RDM) wurde 1998 von damals acht Kinder- und Jugendorganisationen gegründet. Aktuell (Februar 2018) hat er 99 Mitglieder. Das sind nicht-staatliche Kinder- und Jugendorganisationen, die insgesamt mehr als 200 000 Kinder und Jugendliche vertreten.

Die Mitglieder des ?RDM sind kleine und große Jugendorganisationen, zum Beispiel freizeitorientierte, ökologische, kulturelle sowie parteipolitische Kinder- und Jugendverbände. Dazu gehören auch neun regionale Jugendräte:

  1. Kinder- und Jugendrat der Region Südmähren (Jihomoravská rada d?tí a mládeže, JRDM),
  2. Regionaler Kinder- und Jugendrat der Region Karlsbad (Krajská rada d?tí a mládeže Karlovarského kraje, KRDMK),
  3. Regionalrat der Kinder und Jugendlichen Pilsen (Plze?ská krajská rada d?tí a mládeže, PKRDM),
  4. RADAMBUK – Kinder- und Jugendrat der Region Südböhmen (Rada d?tí a mládeže Jiho?eského kraje), 
  5. RADAMOK – Kinder und Jugendrat der Region Mähren-Schlesien (Rada d?tí a mládeže Moravskoslezského kraje),
  6. Kinder- und Jugendrat der Hauptstadtregion Prag (Rada d?tí a mládeže hl. m. Prahy),
  7. Kinder- und Jugendrat der Region Hochland (Rada d?tí a mládeže kraje Vyso?ina, RDMKV),
  8. SPEKTRUM – Rat der Kinder und Jugendlichen der Region Zlín (Krajská rada d?tí a mládeže Zlínského kraje),
  9. Kinder- und Jugendrat Mittelböhmen (St?edo?eská rada pro d?ti a mládež, SRDM).

Der ?RDM setzt sich für eine Verbesserung der Lebensbedingungen und die allgemeine Entwicklung von Kindern und Jugendlichen ein. Er fördert die non-formale Bildung und die Aktivitäten seiner Mitgliedsorganisationen, indem er sich für die Schaffung entsprechender (gesetzlicher, wirtschaftlicher, sozialer und kultureller) Rahmenbedingungen einsetzt. Darüber hinaus vertritt der ?RDM die Interessen seiner Mitglieder gegenüber der tschechischen Regierung, dem tschechischen Parlament und den nationalen Behörden sowie gegenüber internationalen Organisationen und Institutionen.

Eine der wichtigsten Aktivitäten des ?RDM war von 1998 bis 2016 die jährlich stattfindende Bambiriáda, eine mehrtägige Aktion, bei der in der gesamten Tschechischen Republik Kinder- und Jugendaktivitäten präsentiert werden. Ziel war es, öffentlich auf die Bedeutung der non-formalen Bildung und der Kinder- und Jugendarbeit aufmerksam zu machen.

Des Weiteren bringt der ?RDM achtmal jährlich das Magazin „Archa” heraus. Es beschäftigt sich mit Bildungsthemen und der Freizeitgestaltung von Kindern- und Jugendlichen. Darüber hinaus unterhält der Kinder- und Jugendrat das Informationsportal adam.cz. Dort präsentieren sich die tschechischen Kinder- und Jugendverbände mit ihren Themen und Aktivitäten der Öffentlichkeit. 

Seit Ende November 2012 ist der ?RDM Vollmitglied im Europäischen Jugendforum, der Dachorganisation von nationalen Jugendräten und internationalen Jugendorganisationen in Europa.

Informationen zum nationalen Kinder- und Jugendrat und regionalen Jugendräten sind auch im Youth Wiki der Europäischen Kommission zu finden.

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Finanzierung

Staatliche nationale Förderung

Das Ministerium für Bildung, Jugend und Sport schreibt jedes Jahr Förderprogramme zur Unterstützung der Kinder- und Jugendarbeit aus. Diese Zuschüsse sind für nichtstaatliche, gemeinnützige Organisationen (Nestátní neziskové organizace) der Kinder- und Jugendarbeit bestimmt. Vorraussetzung für den Erhalt dieser Zuschüsse ist, dass die Organisationen beim Innenministerium registriert sind. 

Die einzelnen Verbände reichen ihre Projektanträge beim Nationalen Institut für Weiterbildung NIDV ein (siehe Kapitel Kinder- und jugendpolitische Einrichtungen und ihre Kompetenzen). Dabei darf die Bezuschussung 70 % der geplanten Ausgaben für das beantragte Projekts nicht überschreiten.

Im Rahmen der staatlichen Unterstützungsprogramme für Nichtregierungsorganisationen für die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen für die Jahre 2017-2020 gelten für 2018 folgende Prioritäten:

  • Förderung einer gesunden Lebensweise von Kindern und Jugendlichen: Unterstützt werden Maßnahmen, die eine gesunde Lebensweise von Kindern und Jugendlichen durch körperliche Aktivität, Aufenthalte in der Natur und Ernährung fördern.
  • Förderung der Beteiligung von benachteiligten Kindern und Jugendlichen an regelmäßigen Freizeitaktivitäten, insbesondere von Kindern aus Kinderheimen.
  • Förderung der Beteiligung und des Interesses von Kindern und Jugendlichen, am öffentlichen Leben teilzunehmen und sich aktiv zu beteiligen,
  • Förderung der Kreativität im Handwerk.

Gemäß dem Staatshaushalt für das Jahr 2017 waren für die Förderung der Jugendarbeit 2017 im Haushalt des Ministeriums für Bildung, Jugend und Sport 231 532 391 tschechische Kronen (rund 9 077 020 Euro) eingeplant. 
(Quelle: Haushaltsplan des Ministeriums für Bildung, Jugend und Sport für das Jahr 2017)

Neben dem Ministerium für Bildung, Jugend und Sport vergeben auch das Arbeits-, das Gesundheits- und das Umweltministerium Fördermittel an Jugendorganisationen für die Projektarbeit mit Jugendlichen.

Private und sonstige Finanzierungsquellen

Allgemein gilt, dass außerschulische Jugendarbeit aus mehreren Quellen finanziert werden soll. Das heißt in der Praxis, dass es bei Projekten in der Regel eine Mischfinanzierung aus öffentlichen Mitteln (zum Beispiel Mittel der Regierung oder der Bezirke) und privaten Geldern gibt. Hinzu kommen Eigenmittel der Organisationen (zum Beispiel Teilnehmerbeiträge). In mehreren Städten besteht zudem die Möglichkeit, sich um Mittel aus dem kommunalen Haushalt zu bewerben. 

Der Beitrag von Sponsoren an Projekten der Jugendarbeit ist meist recht niedrig. Diese Sponsoren können Stiftungen, Unternehmen, Banken sein. Sponsorenbeiträge von Betrieben und Banken sind häufig an Bedingungen geknüpft, wie zum Beispiel die öffentlichkeitswirksame Nennung des Namens. Unterstützung bei der Suche nach Fördermittelgebern bietet das Informationszentrum für Stiftungen und gemeinnützige Organisationen (Informa?ní centrum nadací a jiných neziskových organizací). Es bietet gemeinnützigen Organisationen Informationen, Weiterbildung und Beratung an. Auf seiner Webseite findet man zudem nützliche Informationen rund um Finanzquellen, Förderungsprogramme und Kontaktpersonen. Zudem ist es möglich, einen „Zuschuss-Kalender“ zu bestellen, der aktuelle Informationen über die für tschechische Organisationen relevanten Finanzquellen enthält.

Auswahl an Stiftungen, die die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen unterstützen:

  • Stiftung zur Entwicklung der Bürgergesellschaft (Nadace rozvoje ob?anské spole?nosti - NROS): fördert die Entwicklung des Non-Profit-Sektors, Philanthropie und ehrenamtlicher Arbeit und leistet dadurch einen Beitrag zur Entwicklung der Zivilgesellschaft und der europäischen Integration. Sie unterstützt Non-Profit-Organisationen, welche benachteiligten oder gefährdeten Bevölkerungsgruppen Hilfe anbieten und setzt sich für Menschenrechte, demokratische Werte, Verständigung und Toleranz gegenüber Minderheiten ein. Eine ihrer wichtigsten Zielgruppen sind Kinder und Jugendliche, die die Stiftung im Rahmen spezieller Programme fördert. Daneben setzt sie sich für die Verbesserung des Informations- und Ausbildungsniveaus im Non-Profit-Sektor ein.

    • Helfen Sie Kindern! (Pomozte d?tem!): langfristiges Hilfsprojekt des öffentlich-rechtlichen tschechischen Fernsehens und der Stiftung zur Entwicklung der Bürgergesellschaft. Die Förderung wird jährlich nach einer öffentlichen Ausschreibung an gemeinnützige Organisationen vergeben, die durch konkrete Projekte gefährdeten und benachteiligten Kindern und Jugendlichen helfen.

  • Stiftung Via (Nadace Via): Die Stiftung hat ihren Schwerpunkt in der kommunalen Zusammenarbeit und fördert Projekte in den Bereichen kulturelles Erbe, Umweltschutz, Entwicklung von Gemeinschaften und Jugend.
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Jugendverbandsarbeit

Überblick über die Strukturen der Jugendverbandsarbeit  

Nach der Wende 1990 entstanden in Tschechien innerhalb des ersten Halbjahres Dutzende von Kinder- und Jugendvereinigungen. Unter diesen waren auch viele Kinder- und Jugendverbände, die bereits vor dem Zweiten Weltkrieg bestanden hatten und nach langer Unterbrechung ihre Arbeit wieder aufnahmen.

Dazu zählten zum Beispiel der tschechische Pfadfinderbund Junák, die Young Men’s Christian Association (YMCA) und die Liga der Waldweisheit (Liga lesní moudrosti). 

Nach der Samtenen Revolution und der Gründung der Tschechischen Republik führte der Demokratisierungsprozess zunächst zu einer starken Pluralisierung der Jugendverbandsszene. Dies führte zu einem verstärkten Wettbewerb unter den Jugendorganisationen. Erst nach und nach mündete dieser in eine Zusammenarbeit, vor allem wenn es um Jugendpolitik und Verhandlungen mit der Regierung ging. 

Trotzdem konnte man in Tschechien lange Zeit nicht von einer wirksamen Jugendvertretung sprechen, da die Beteiligung an politischen Prozessen auf eine kleine Anzahl großer Jugendorganisationen und Jugendplattformen begrenzt war. Gleichzeitig gab es eine Vielzahl von konkurrierenden Dachverbänden, was vor allem die Vertretung auf europäischer Ebene erschwerte. Dies hat sich in den letzten Jahren zum Positiven verändert und mündete im Frühjahr 2010 in die Aufnahme des Tschechischen Kinder- und Jugendrats in das Europäische Jugendforum (siehe auch Kapitel Nationale und regionale Kinder- und Jugendräte). Bis heute ist die außerschulische Jugendarbeit in Tschechien aber weniger organisiert und strukturiert als in Deutschland. Schätzungen gehen davon aus, dass in Tschechien weniger als 10 % der Kinder und Jugendlichen Mitglied eines Jugendverbandes sind.

Bei den Jugendverbänden in Tschechien ist es üblich, für ihre Mitglieder Sommerlager zu organisieren. Fast jedes tschechisches Kind verbringt einen Teil der Sommerferien (zwei bis drei Wochen) in einem Ferienlager. Geschlafen wird in Zelten oder Hütten, tagsüber gibt es ein Freizeitprogramm. Besonders beliebt sind Wanderlager, bei denen eine Gruppe für eine längere Zeit (meistens eine Woche) mit Rucksäcken unterwegs ist - zu Fuß, mit dem Boot oder dem Fahrrad.

Quelle: Ditta Dolejšiová: European Youth policies and their effects on the Czech and Slovak republics, in: Europarat (Hrsg.): Revisiting youth political participation. Challenges for research an democratic practice in Europe, Straßburg 2005, S. 111-120.

Überregionale Jugendverbände

Zu den größten Jugendverbänden in der Tschechischen Republik zählen folgende Organisationen:

  • Vereinigung der Jugendwandergruppen A-TOM (Asociace turistických oddílu mládeže) organisiert Outdoor-Aktivitäten für Kinder und Jugendliche. Neben Wanderungen und Zeltlagern zählen unter anderem Expeditionen im In- und Ausland und Bergsteigen dazu. Nach eigenen Angaben hat der Verband landesweit rund 9000 Mitglieder.
  • Regenbogen - Verein für Kinder und Jugendliche für Freizeit, Natur und Spaß (Duha
  • Bund der Pfadfinder und Pfadfinderinnen (Junák - svaz skaut? a skautek) ist mit geschätzten 50 000 Mitgliedern mit Abstand der größte Jugendverband in Tschechien. Seine Aktivitäten umfassen eine breite Palette von Bereichen wie Sport, Wissenschaft, Technik, Kultur und Wohltätigkeitsprojekte.
  • Pionier (Pionýr) ist ein Jugendverband, der Aktivitäten im Bereich der non-formalen Bildung anbietet und Freizeitaktivitäten organisiert. Der Verband fördert demokratische Verhaltensweisen sowie Toleranz und Vielfalt. 
  • Christlicher Verein Junger Menschen YMCA (K?es?anské sdružení mladých lidí) hat sich die harmonische Entwicklung junger Menschen zum Ziel gesetzt. Der Verband ist offen für alle Menschen ohne Unterschied von Rasse, Geschlecht, Religion, sozialem Status oder körperlichen und geistigen Fähigkeiten. Laut eigenen Angaben (Dezember 2016) hat der YMCA in Tschechien rund 3700 Mitglieder.
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Glaubensgemeinschaftliche Angebote für Kinder und Jugendliche

In der Tschechischen Republik ist in der konfessionellen Jugendarbeit vor allem die katholische Seite dominierend, da sie in einem Land, in dem 70 % der Bevölkerung ohne Konfession sind, mit etwa 25 % die größte Religionsgemeinschaft stellt.

Die verbleibenden 5 % werden von der Altkatholischen Kirche, unterschiedlichen evangelischen Kirchen, wie der Neuhussitischen Kirche oder der Evangelischen Kirche der Böhmischen Brüder, sowie der Baptistischen Union der Tschechischen Republik eingenommen.

In Tschechien sind Kirche und Staat strikt getrennt, die Religionsgemeinschaften erfahren nur selten Unterstützung seitens des Staates. In der Zeit des Kommunismus wurden die christlichen Kirchen und andere Glaubensgemeinschaften diskriminiert und Gläubige konnten ihren Glauben nur eingeschränkt ausüben. Nach der Wende 1990 entstanden neue Organisationen und Verbände und der Kontakt der Gläubigen untereinander wurde intensiver. Der von den Bischöfen erhoffte große Aufschwung der Glaubensgemeinschaften blieb allerdings aus. Der Großteil der tschechischen Gesellschaft bekennt sich weiterhin zum Atheismus, in manchen Landesteilen gehören über 80 % der Bewohner/-innen keiner Glaubensgemeinschaft an. Religionsunterricht wird in der Regel nur an kirchlichen Schulen gelehrt. Die Beziehungen zwischen Staat und Kirche sind nicht immer ungetrübt.

Die Jugendarbeit der katholischen Kirche ist Teil der Arbeit der tschechischen Bischofskonferenz. Diese gilt de facto als unabhängig, ist aber in der Praxis personell wie inhaltlich sehr eng mit der charismatischen Fokolar-Bewegung verbunden, die auch einen Großteil der kirchlichen Begegnungszentren unterhält. Die Mitarbeit dort erfolgt nicht auf verbandlicher, sondern persönlicher Grundlage. Pfarreiübergreifende Jugendarbeit findet aufgrund der wenigen Katholiken überwiegend auf Diözesanebene statt. Die Struktur der Jugendverbandsarbeit reicht anders als in Deutschland nicht bis in die Pfarrgemeinden hinein. Die Aktivitäten vor Ort werden häufig spontan organisiert. Die Qualität der Jugendarbeit ist nicht selten vom Engagement des Pfarrers bzw. der Pastoralassistent(inn)en abhängig. 

Um nach der Wende möglichst schnell ein effektives Netz von engagierten Gruppen in den Diözesen aufzubauen, wurde 1990 die Jugendsektion der Tschechischen Bischofskonferenz (Sekce pro mládež ?eské biskupské konference) gegründet. Sie koordiniert die Diözesanen Jugendzentren (Diecézní centrum mládeže - DCM) und die (kleineren) Diözesanzentren des Lebens der Jugend (Diecézní centrum života mládeže - DCŽM). Die Diözesanen Jugendzentren haben vom Bischof den Auftrag, die Jugendseelsorge in der Diözese auf möglichst breiter Ebene umzusetzen. Dazu gehört die Ausbildung von Jugendgruppenleiter(inne)n genauso wie die Fortbildung der Geistlichen für Aufgaben der Jugendseelsorge. Häufig werden auch Exerzitien, Kinderferienlager und Ähnliches organisiert.

Die jungen Gläubigen selbst treffen sich auf Diözesan- oder nationaler Ebene in so genannten Jugendforen, um ihre Ansichten zu zentralen Kirchenfragen zu formulieren und sie mit den Bischöfen zu diskutieren. Die im Jahr 2001 entstandene Internetseite signály.cz dient hierfür als zentrales Kommunikationsmittel.

Einmal jährlich lädt die Jugendsektion alle in der christlichen Jugendarbeit Aktiven zu einer Konferenz ein. Zudem ist sie im Jugendrat des nationalen Ökumenischen Kirchenrates vertreten und beteiligt sich an ökumenischen Jugendprojekten und -aktivitäten (Konzerte von Jugendbands, Exerzitien, karitatives Engagement etc.). Darüber hinaus arbeitet die Jugendsektion eng mit der Jugendabteilung des Päpstlichen Rates für Laien zusammen, entsendet Vertreter/-innen zu internationalen Konferenzen und beteiligt sich an der Vorbereitung der Weltjugendtage. 

Neben der katholischen Kirche spielen folgende Glaubensgemeinschaften in der Jugendarbeit Tschechiens eine bedeutendere Rolle:

  • Salesianer Don Boscos (Salesiáni Dona Boska – SBD): Die Arbeit der Salesianer begann in Tschechien bereits 1924. Schwerpunktmäßig betreiben sie in Tschechien zehn Jugendzentren, mehrere Pastoral- und Sozialzentren, eine weiterführende Schule und zwei Medienzentren, in denen vor allem benachteiligte Kinder und Jugendliche betreut und gefördert werden.
  • Die Salesianische Jugendbewegung (Salesiánského hnutí mládeže - SHD) ist eine gemeinnützige Jugendorganisation, die aus der Lehre von Jan Bosco hervorging und deren Arbeitschwerpunkt die Förderung von Kindern und Jugendlichen bildet. Die Organisation unterhält in verschiedenen tschechischen Städten Jugendklubs, die Programme und Freizeitaktivitäten für Kinder und Jugendliche anbieten. 
  • Die Evangelische Kirche der Böhmischen Brüder (?eskobratrská církev evangelická - ?CE) entstand 1918 durch die Verbindung reformierter und lutherischer Gemeinden in der damaligen Tschechoslowakei und zählt heute rund 120 000 Mitglieder. Sie betreibt aktive Jugendarbeit. Die meisten Aktivitäten finden auf gesamtkirchlicher und auf regionaler Ebene statt, insbesondere in den Regionen Prag, Hochland und Mähren. 
  • Die Altkatholische Kirche (Starokatolická církev) bietet ebenfalls Programme für junge Leute an. 
  • Die Apostolische Kirche (Apoštolské Církve) in Tschechien hat etwa 7000 Mitglieder. Ihre Jugendorganisation heißt Jugend der Apostolischen Kirche (Odbor Mládeže Apoštolské Církve - OMAK). Des Weiteren gibt es die Royal Rangers (Royal Rangers v ?R), eine weitere Organisation unter dem Dach der Apostolischen Kirche. Sie organisiert unter anderem Zeltlager für Kinder und Jugendliche.
  • Die Tschechische Union jüdischer Jugend (?eská unie židovské mládeže - ?UZM) ist die einzige jüdische Jugendorganisation in der Tschechischen Republik. Mit einem Programm, das von der Feier jüdischer Festtage über Seminare und Diskussionen bis hin zu kulturellen und sportlichen Aktivitäten reicht, versucht der Verband, die jüdische Identität unter Kindern und Jugendlichen in Tschechien zu fördern. 

Informationen über Aktivitäten und Angebote der muslimischen Jugend in der Tschechischen Republik können über das Forum of European Muslim Youth and Student Organisations (FEMYSO), das Forum der europäischen muslimischen Jugend- und Studierendenorganisationen, recherchiert werden.

Weitere Kirchen in der Tschechien Republik:

  • Brüderunität der Baptisten (Bratrská jednota baptist?), www.baptist.cz 
  • Evangelische Kirche A.B. in der Tschechischen Republik (Evangelická církev a.v. v ?R), www.ecav.cz 
  • Evangelisch-Methodistische Kirche (Evangelická církev metodistická), www.umc.cz 
  • Schlesische Evangelische Kirche A.B. (Evangelická - Slezská církev evangelická a. v.), www.sceav.cz 
  • Tschechoslowakische Hussitische Kirche (Církev ?eskoslovenská - C?SH), www.ccsh.cz 

Quelle: Alois K?iš?an: Eine junge Kirche bricht auf, in: Miteinander - Spole?n?. Arbeitshilfe für deutsch-tschechische Jugendbegegnungen. P?íru?ka k ?esko-n?meckým vým?nám mládeže, Düsseldorf 2000.

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Offene Jugendarbeit

In Tschechien gibt es eine mehr als 40-jährige Tradition von Jugendfreizeitzentren (St?edisko volného ?asu - SV?) beziehungsweise Kinder- und Jugendhäusern (Domy d?tí a mládeže - DDM), von denen es in jedem Kreis mindestens eines gibt.

 

 

Es handelt sich um selbstverwaltete Einrichtungen, die über qualifiziertes Fachpersonal und oft auch über einen großen Kreis von ehrenamtlichen Mitarbeitenden verfügen. Die Zentren bilden ein in sich geschlossenes Netz, welches von einem eigenen Ressort des Ministeriums für Schulwesen, Jugend und Sport verwaltet wird. Träger der meisten Freizeitzentren ist das Ressort für Schulwesen, in anderen Fällen die jeweilige Gemeinde oder Kirchengemeinde. Die Zentren stehen allen Kindern und Jugendlichen im Alter zwischen 7 und 18 Jahren offen. Sie bieten verschiedenste Aktivitäten an. Dazu zählen unter anderem

  • ein regelmäßiges Angebot von Arbeitsgruppen und Kursen,
  • die gelegentliche Durchführung von Veranstaltungen in den Bereichen Bildung, Kultur und Sport,
  • die systematische Arbeit mit begabten Kindern und Jugendlichen,
  • Angebote für die Feriengestaltung wie zum Beispiel Ferienlager und Ausflüge,
  • fachliche und methodische Hilfe sowie Beratung vor allem für Schulen und schulische Einrichtungen, für Bürgervereinigungen (ob?anské sdružení), also den anerkannten Trägern der Kinder- und Jugendarbeit und weitere Interessierte.

Analog zu diesen Freizeitzentren gibt es Schulklubs (Školní kluby), die den jeweiligen Schulen angegliedert sind. Außerhalb der Unterrichtszeiten bieten sie in den Schulräumen unter fachkundiger Leitung durch Lehrkräfte Kurse und Arbeitsgruppen für Schüler/-innen an. Ein ähnliches Freizeitangebot bieten die Schulhorte (Školní družiny) für Schüler/-innen in Grundschulen. Bei beiden Einrichtungen zahlen die Schüler/-innen symbolische Beiträge für die Teilnahme.

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Jugendinformation

Informations- und Beratungszentren für Kinder und Jugendliche

Das Nationale Jugendinformationszentrum (Národní informa?ní centrum pro mládež - NICM) ist beim Nationalen Bildungsinstitut (NUV) angesiedelt, welches wiederum direkt dem Ministerium für Bildung, Jugend und Sport (Ministerstvo školství, mládeže a t?lovýchovy – MŠMT) unterstellt ist.

Das NICM war das erste Jugendinformationszentrum (Informa?ní centrum pro mládež) in der Tschechischen Republik. Es wurde 1992 gegründet. Grundidee war es, alle Informationen, Informationsprodukte, Beratungsdienste und allgemeinen Dienste für Kinder und Jugendliche an einem Ort zu konzentrieren. 

Aufgaben 
Wichtigste Aufgabe des NICM ist die Verbreitung relevanter Informationen für Kinder und Jugendliche. Eine sekundäre Zielgruppe bilden Schulen, Schuleinrichtungen, Eltern, Lehrer/-innen, ehrenamtliche Mitarbeiter/-innen sowie Organisationen und Institutionen, die Freizeitaktivitäten für Kinder und Jugendliche organisieren. Darüber hinaus berät und unterstützt es regionale und lokale Jugendinformationszentren in methodischen und fachlichen Fragen. 

Fast jede Region in Tschechien verfügt über mindestens ein Jugendinformationszentrum. Eine vollständige Liste der ICM in der Tschechischen Republik findet sich auf der Webseite des NICM NIDM. Die Jugendinformationszentren stellen einheitlich Informationen zu folgenden Themenfeldern zur Verfügung:

  • Bildung in der Tschechischen Republik/Bildung im Ausland
  • Arbeiten in der Tschechischen Republik/Arbeiten im Ausland
  • Reisen in der Tschechischen Republik/Reisen im Ausland
  • Freizeit
  • Gesundheit
  • Ökologie
  • Sozial-pathologische Erscheinungen
  • Soziale Gruppen und Gruppierungen
  • Bürger und Staat
  • Jugend in EU

Internationale Kooperationen

Die Tschechische Republik ist Mitglied des europäischen Informationsnetzwerkes Eurodesk, das Jugendliche in allen EU-Mitgliedsstaaten zu Auslandsaufenthalten berät. In der Tschechischen Republik ist Eurodesk Tschechien beim Zentrum für internationale Zusammenarbeit (D?m zahrani?ní spolupráce, DZS) angesiedelt und verfügt über 30 lokale Kooperationspartner.

Tschechien ist auch Mitglied bei der European Youth Information and Counselling Agency (ERYICA), dem Zusammenschluss der Jugendinformationsangebote auf europäischer Ebene. Die Vertretung bei ERYICA übernimmt das Nationale Bildungsinstitut NUV.

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Notizzettel mit der Aufschrift "Impressum" - Foto: stock.xchng - BSK
Notizzettel mit der Aufschrift "Impressum" - Foto: stock.xchng - BSK

Impressum - Tschechien

Die Länderinfos zu TSCHECHIEN wurden zusammengestellt von: IJAB - Fachstelle für Internationale Jugendarbeit der Bundesrepublik Deutschland e.V. in Zusammenarbeit mit Lucie Piksová

Das Kapitel "Glaubensgemeinschaftliche Angebote für Kinder und Jugendliche" basiert auf einem überarbeiteten Text von Sebastian Kraft.

Letzte Aktualisierung: Januar 2018

Kontakt: dija(at)ijab.de