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Willkommen bei den Länderinfos RUMÄNIEN

Umriss des Landes Rumänien auf einer Rumänisches Landesfahne.
Umriss des Landes Rumänien auf einer Rumänisches Landesfahne.Bild: epicioci / pixabay.com

Der Text zu Grundlagen und Strukturen der Kinder- und Jugendpolitik in Rumänien gliedert sich in die vier Kapitel:


Im Impressum erhalten Sie Informationen über Erstellungsdatum, Verfasser/-in und Ansprechpartner/-in.

Die 'Länderinfos RUMÄNIEN' auf einen Blick.

Relevante Gesetze

Justitia, Rechtsbücher und ein Globus.
Justitia, Rechtsbücher und ein Globus.Bild: jessica45 / pixabay.com

Gemäß Artikel 49 der Verfassung Rumäniens genießen Kinder und junge Menschen einen besonderen Schutz sowie Unterstützung bei der Verwirklichung ihrer Rechte. Der Staat gewährt Zuwendung und Hilfe für die Betreuung kranker oder behinderter Kinder. Jugendlichen unter 15 Jahren ist die entgeltliche Anstellung nicht gestattet. Die öffentlichen Behörden verpflichten sich außerdem, dazu beizutragen, den jungen Menschen die freie Teilnahme am politischen, sozialen, wirtschaftlichen, kulturellen und sportlichen Leben zu ermöglichen.  

Gesetzliche Grundlage der Kinder- und Jugendpolitik in Rumänien ist das Nationale Jugendgesetz Nr. 350/2006 (veröffentlicht 27. Juli 2006). Das Gesetz stellt den erforderlichen juristischen Rahmen dar, um angemessene Bedingungen zur sozialen und beruflichen Eingliederung der Jugendlichen entsprechend ihrer Bedürfnisse und Bestrebungen zu schaffen. So werden Grundsätze, Verwaltung und die Finanzierung für Aktivitäten zur Durchführung der nationalen Jugendpolitik festgelegt.

Das Jugendgesetz definiert die Bereiche der Jugendpolitik und legt die darin enthaltenen Aufgaben des Staates fest, um:

  • den Jugendlichen gesellschaftliche Partizipation, uneingeschränkten Zugang zur Bildung, Teilhabe am kulturellen Leben, Mobilität und sozialen Schutz zu gewährleisten,
  • soziale Inklusion, ehrenamtliche Jugendarbeit, Unternehmensgründungen und den interkulturellen Dialog zu fördern,
  • Rassismus, Xenophobie und Intoleranz unter Jugendlichen zu bekämpfen.   

Darüber hinaus existiert eine Reihe kinder- und jugendrelevanter Gesetze sowie Verordnungen: 

  • Bildungsgesetz Nr. 84 vom 24. Juli 1995 (zuletzt 2010 aktualisiert)
  • Wohnungsgesetz Nr. 114 vom 11. Oktober 1996
  • Gesetz Nr. 197 vom 17. November 1997 über die Einführung des jährlich stattfindenden Teenager-Tages
  • Regierungsverordnung Nr. 26 vom 30. Januar 2000 über die Verbände und Stiftungen bestätigt durch das Gesetz Nr. 246 vom 18. Juli 2005.
  • Gesetz Nr. 76 vom 16. Januar 2002 über die Arbeitslosenversicherung und Beschäftigungsförderung; Kapitel V zur Stimulation der Erwerbsbeteiligung von sozialer Ausgrenzung bedrohter junger Menschen
  • Dringlichkeitserlass Nr. 195 vom 27. Dezember 2001 über die Bereitstellung von Geldern zur Finanzierung von Wohnung und Sporthallen für junge Menschen bestätigt durch das Gesetz Nr. 195 vom 16. April 2002
  • Gesetz Nr. 646 vom 7. Dezember 2002 über die staatliche Unterstützung von jungen Menschen im ländlichen Raum
  • Gesetz Nr. 116 vom 15. März 2002 über die Prävention und Bekämpfung sozialer Ausgrenzung
  • Volontariats-Gesetz Nr. 195 vom 20. April 2001 abgeändert und ergänzt durch die Regierungsverordnung Nr. 58 vom 22. August 2002, bestätigt durch das Gesetz Nr. 629 vom 19. November 2002 und nochmals abgeändert und ergänzt durch das Gesetz Nr. 339 vom 17. Juli 2006
  • Gesetz Nr. 146 vom 1. April 2002 über die rechtliche Regelung der Jugend-Kreisstiftungen abgeändert durch den Dringlichkeitserlass Nr. 166 vom 20. November 2002
  • Gesetz Nr. 53 vom 24. Januar 2003 (Arbeitsgesetzbuch), abgeändert und ergänzt durch das Gesetz Nr. 40 vom 31. März 2011; Arbeitsschutz- und Zeitgesetz für junge Menschen
  • Gesetz Nr. 272 vom 21. Juni 2004 über den Schutz und die Förderung der Rechte von Kindern
  • Gesetz Nr. 425 vom 25. Oktober 2004 zur Einführung des Nationalen Jugendtags
  • Gesetz Nr. 279 vom 5. Oktober 2005 über die Ausbildung am Arbeitsplatz
  • Gesetz Nr. 351 vom 21. Juli 2006 über die Gründung, Organisation und Funktion des Nationalen Jugendrates Rumäniens 
  • Gesetz Nr. 333 vom 17. Juli 2006 über die Gründung von Jugendinformations- und Beratungszentren
  • Gesetz Nr. 396 vom 30. Oktober 2006 über die Gewährung finanzieller Mittel zur Familiengründung
  • Regierungsverordnung Nr. 669 vom 24. Mai 2006 über die Nationale Strategie zur sozialen Eingliederung junger Menschen, die das Kinderschutzsystem verlassen
  • Gesetz Nr. 72 vom 26. März 2007 über die Beschäftigung von Schülern und Studenten
  • Gesetz Nr. 287 vom 17. Juli 2009 (Familienrecht, erstes Buch des Zivilgesetzbuches)
  • Regierungsverordnung Nr. 776 vom 28. Juli 2010 über die Organisation und Funktion der Jugendbezirksämter
  • Regierungsverordnung Nr. 11 vom 9. Januar 2013 über die Organisation und Funktion des Ministeriums für Jugend und Sport
  • Regierungsverordnung Nr. 502 vom 13. Juli 2017 über die Organisation und Funktion der Kinderschutzkommission

Rumänien hat die Internationale Kinderrechtskonvention 1989 sowie das Übereinkommen Nr. 182 über das Verbot und unverzügliche Maßnahmen zur Beseitigung der schlimmsten Formen der Kinderarbeit (2000) der International Labour Organization (ILO) unterschrieben und ratifiziert.

Link

http://legislatie.just.ro/Public/Acasa  - Gesetzesportal: Kinder- und jugendrelevante Gesetze und Verordnungen

Altersbezogene gesetzliche Regelungen

Als junge Menschen gelten in Rumänien Personen im Alter von 14-35 Jahre.
Kind ist, wer das 14.  Lebensjahr noch nicht erreicht hat.
Jugendlicher ist wer zwischen 14 und 18 Jahre alt ist.   

  • Schulpflicht: bis einschließlich 10. Klasse
  • Mindestalter zum legalen Erwerb oder Verbrauch von alkoholischen Getränken sowie Tabakwaren: 18 Jahre
  • Mindestalter für Beschäftigung: 16 Jahre
  • Wahlrecht: 18 Jahre

Führerscheinerwerb

  • Moped: 16 Jahre
  • Auto: 18 Jahre
  • LKW: 18 Jahre
  • Motorrad: 24 bzw. früher, wenn mindestens 2 Jahre Erwerb des Autoführerscheins gilt
  • Bus: 24 Jahre

Links

https://www.edu.ro/descriere - Webseite des rumänischen Ministeriums für Bildung mit Informationen zum Bildungssystem (Sprachauswahl oben rechts)
http://www.copii.ro/?lang=en - Webseite der Nationalen Behörde für den Schutz der Kinderrechte und Adoption

Relevante Ministerien und ihre Zuständigkeiten

Jungen spielen Fußball.
Jungen spielen Fußball. Bild: joshdick75 / pixabay.com

Das Ministerium für Jugend und Sport ist zuständig für die Kinder- und Jugendpolitik in Rumänien. Seit seiner Gründung im Jahre 1990 unterlag es einigen Umstrukturierungen, zuletzt am 19.01.2013. Seine Zuständigkeiten umfassen:

  • die Umsetzung des Regierungsprogramms im Bereich Jugend und Sport, wobei es die Möglichkeit hat, der Regierung jugendpolitische Strategien vorzuschlagen bzw. diesen zuzustimmen,
  • Vorschläge für Gesetze machen bzw. ausarbeiten sowie Gesetzesinitiativen der Regierung zustimmen, die die Umsetzung der politischen Jugendstrategie zum Ziel haben,
  • die Zusammenarbeit mit anderen Ministerien oder öffentlichen Einrichtungen auf zentraler oder lokaler Ebene,
  • die Umsetzung der internationalen Vereinbarungen in Bezug auf die Jugend,
  • die Umsetzung der Nationalen Jugendstrategie Rumäniens.

Der Beirat für Jugendfragen (Consiliul Consultativ pe Probleme de Tineret) berät und unterstützt das Ministerium für Jugend und Sport.

Dem Ministerium für Jugend und Sport direkt untergeordnet sind:  

die in Zusammenarbeit mit den jeweiligen Jugendbezirksämtern (siehe Näheres zu den Jugendbezirksämtern unter 'Kreisebene') für die direkte Umsetzung von Kultur- und Sportprojekten von und für junge Menschen zuständig sind.

Auf parlamentarischer Ebene gibt es zwei parlamentarische Ausschüsse, die sich unter anderem mit dem Thema Jugend befassen. In der Abgeordnetenkammer sowie im Senat ist jeweils die Kommission für Bildung, Wissenschaft, Jugend und Sport dafür zuständig.  
Kommission für Bildung, Wissenschaft, Jugend und Sport in der Abgeordnetenkammer
Kommission für Bildung, Wissenschaft, Jugend und Sport im Senat 

Weitere Ministerien mit Berührungspunkten zu Kinder- und Jugendfragen sind:

Die rumänische Regierung lässt sich darüber hinaus von Fachleuten der Kommission für Bildung, Jugend, Sport, Forschung, berufliche Weiterbildung und Kultur des rumänischen Wirtschafts- und Sozialrats (Consiliul Economic și Social) zu jugendpolitischen Themen beraten.  

Kreisebene

Rumänien ist verwaltungstechnisch in 41 Kreise (județ, Pl.: județe) sowie die Hauptstadt Bukarest als eigenständiger Kreis unterteilt. Jeder dieser Kreise besitzt einen Kreistag (Consiliu Județean) (Liste aller Kreistage Rumäniens), die politische Vertretung der dort ansässigen Bürger/-innen. Zuständig für die Umsetzung der Kinder- und Jugendpolitik auf Kreisebene ist die jeweilige Kommission.

In jedem Kreis gibt es zudem ein Jugendbezirksamt. Dies ist eine öffentliche Einrichtung mit eigener Rechtspersönlichkeit. Die Zuständigkeiten der jeweiligen Jugendbezirksämter (Direcţiile judeţene pentru sport şi tineret) sind: 

  • die Umsetzung der Nationalen Jugendstrategie, der Regierungsprogramme und der Rechtsvorschriften im Bereich Jugend und Sport auf Kreisebene,
  • die Zusammenarbeit mit anderen zentralen und dezentralen Behörden, Kultur- und Sporteinrichtungen, um kulturelle, künstlerische, touristische (national und international), sowie Sport- und Bildungsprojekte für junge Menschen zu organisieren,
  • die Organisation und Durchführung von sozialen Projekten insbesondere für benachteiligte junge Menschen,
  • die Organisation von thematischen Jugendcamps, Freizeitcamps und Seminaren auf Grundlage non-formaler Bildung,
  • die fachkundige Unterstützung anderer öffentlicher Einrichtungen zur Gestaltung von neuen Jugendprogrammen,
  • die Bereitstellung von Beratung- und Informationszentren für junge Menschen,
  • die Datenbankerstellung von nichtstaatlichen Jugendorganisationen auf Kreisebene.

Kommunalebene

Auf Kommunalebene befinden sich die Stadträte (Consiliu Local), die politische Vertretung der Bürger der Städte und Kommunen. Zuständig für die Umsetzung der Kinder- und Jugendpolitik auf Kommunalebene ist auch hier die jeweilige Kommission. 

Link

http://legislatie.just.ro/Public/DetaliiDocument/121289 - Regierungsverordnung Nr. 776 vom 28. Juli 2010 über die Organisation und Funktion der Jugendbezirksämter

Kinder- und jugendpolitische Schwerpunkte und Aktionsprogramme

Mädchen im Kletterwald.
Mädchen im Kletterwald. Bild: eugeniu / pixabay.com

Die Nationale Jugendstrategie Rumäniens (2015-2020) (in Rumänisch, 978kb) wurde 2015 durch einen Regierungsbeschluss formuliert.
 
Ziel der Strategie ist es, junge Menschen darin zu unterstützen, sich am sozialen, wirtschaftlichen, politischen und kulturellen Leben zu beteiligen. Gleichzeitig sollen gleiche Ausbildungs- und Arbeitsbedingungen geschaffen sowie ein würdiges Leben für alle jungen Menschen, inklusive schutzbedürftiger Jugendgruppen gewährleistet werden.

Es wurden fünf Aktionsfelder vereinbart, in denen das Ministerium für Jugend und Sport größtenteils in Zusammenarbeit mit dem Ministerium für Arbeit und soziale Gerechtigkeit und dem Ministerium für Europäische Fonds jedoch auch mit anderen Ministerien Maßnahmen durchführt:

  1. Formale und non-formale Bildung und Kultur
  2. Gesundheit, Sport und Freizeitgestaltung
  3. Teilhabe und Freiwilligentätigkeit
  4. Soziale Eingliederung
  5. Beschäftigung und Unternehmergeist

Allerdings herrscht keine klare Verteilung der Zuständigkeiten innerhalb der Ministerien und der nachgeordneten Behörden für die Umsetzung von Maßnahmen im Bereich der Jugendpolitik. So können zum Beispiel Strategien für die Freiwilligentätigkeit von jungen Menschen vom Ministerium für Jugend und Sport und/oder vom Arbeitsministerium umgesetzt werden.

Links

EKCYP Country Sheet zur Jugendpolitik in Rumänien (in Engl.)

Jugendpolitische Rahmenprogramme

Das Ministerium für Jugend und Sport setzt jährlich vier jugendpolitische Rahmenprogramme gemäß Anordnung 316 vom 18.03.2016 mit folgenden Zielen um:

-    Ausbau der jugendpolitischen Infrastruktur
-    Förderung von Jugendprojekten
-    Förderung von Studentenprojekten
-    Jugendforschung

Mit Jugendforschung sind Studien, Analysen und Auswertungen gemeint, die das Verhältnis der Bedürfnisse der jungen Menschen mit den umgesetzten Politiken bzw. jugendpolitischen Strategien untersuchen. Forschung ist somit ein Prinzip der Jugendpolitik in Rumänien. Dies ist auch an den zahlreichen Jahresprogrammen, Jahrbücher, Fallstudien und Forschungsberichten etc. zu erkennen. An dieser Stelle daher auch die detaillierten Evaluationsberichte zu nennen: Im Dezember 2016 wurde ein Untersuchungsbericht vom Ministerium für Jugend und Sport veröffentlicht, in dem die von 2010 bis 2015 stattgefundenen Projekte im Bereich der Jugendarbeit ausgewertet und anhand der fünf Kriterien Relevanz, Effektivität, Effizienz, Zweckmäßigkeit und Nachhaltigkeit beurteilt wurden.

Einen Plan für ein regelmäßiges Monitoring der Projekte mit anschließender Auswertung gibt es allerdings nicht. Daher stellt der zuvor genannte Auswertungsbericht eine Ausnahme dar, auf dessen Grundlage auch keine Zukunftsstrategie formuliert worden ist. Das Ministerium für Europäische Fonds hat jedoch zwei Evaluationsprogramme durchgeführt und die jeweiligen Ergebnisse veröffentlicht: erstmals 2015 in Bezug auf die EU-Jugendprojekte in Rumänien und 2016 in Bezug auf die Situation der Arbeitslosigkeit junger Menschen unter 25 Jahre mit entsprechenden Gegenstrategien.

Es handelt sich jedoch bei beiden Evaluationsberichten ebenfalls um einmalige ad-hoc Initiativen.

Aktionsprogramme des Rumänischen Jugendforums

  1. Das Rumänische Jugendforum hat in den Jahren 2014, 2015 und 2016 in Kooperation mit dem Ministerium für Jugend und Sport ein jeweils mehrtägiges Forum unter dem Titel „Nationalrat der jungen Menschen aus Rumänien“ organisiert. Unter dem Motto youth empowerment haben sich hier über 250 junge Menschen aus ganz Rumänien in unterschiedlichen Diskussionen und Workshops zu allen fünf politischen Aktionsfeldern ausgetauscht, Prioritäten und Ziele festgelegt und in Form von konkreten Lösungsvorschlägen dazu beigetragen, das Strategiepapier des Ministeriums für Jugend und Sport weiter auszubauen und zu konkretisieren.
  2. Das Jugendforum setzt sich grundsätzlich dafür ein, jungen Menschen ihr Wahlrecht bewusst zu machen und sie zu animieren, es wahrzunehmen. Die Onlineplattform www.DecidePentruTINEri.ro ist ein Informationsportal für Erstwähler, auf dem insbesondere während der Wahlkampagnen nützliche Informationen zu Ablauf und Organisation des Wahlvorgangs zu finden sind.  
  3. In Zusammenarbeit mit UNICEF Rumänien zielt das Initiativen-Netzwerk für Teenager darauf ab, Jugendlichen im Alter von 14 bis 18 Jahren aus fünf Städten (Bukarest, Iași, Constanța, Cluj, Bacău) Raum zu geben, sich aktiv an den rechtlichen Entscheidungsprozessen ihrer Gemeinde zu beteiligen und diese mitzugestalten. Im Rahmen dieses Projektes wurde ein Netzwerk- und Informationsportal „Chancen für alle Teenager“ erstellt.

Nationale und regionale Kinder- und Jugendräte

Im Wald sitzt eine Gruppe Jugendlicher auf einem Holzzaun.
Im Wald sitzt eine Gruppe Jugendlicher auf einem Holzzaun.Bild: moffi12 / pixabay.com

Der Nationale Jugendrat Rumäniens ist ein freier Zusammenschluss der nicht-staatlichen Einrichtungen von jungen und für junge Menschen. In dieser Funktion ist er eine unabhängige juristische Person des Privatrechts, ohne gewinnorientierte Ziele und der wichtigste nicht-staatlichen Akteur im Bereich der Jugendpolitik. Ziel des Jugendrats ist es, sich für den Schutz und die Förderung der Rechte junger Rumän(inn)en im In- und Ausland sowie deren aktive Teilnahme am politischen, sozialen, wirtschaftlichen und kulturellen Leben in Rumänien einzusetzen. Er unterstützt und vertritt die gemeinsamen Interessen seiner Mitglieder auf lokaler, regionaler, nationaler, europäischer und internationaler Ebene.

Der Nationale Jugendrat Rumäniens ist die Plattform der nationalen Jugendvertretungen. Er vereint zurzeit 23 Dachorganisationen für über 400 Jugendorganisationen von und für junge Menschen. Er ist zugleich die einzige rumänische Institution, die Mitglied im Europäischen Jugendforum (European Youth Forum) sowie in der Weltversammlung der Jugend (World Assembly of Youth) ist. Der Jugendrat war an der Ausarbeitung der Nationalen Jugendstrategie beteiligt und hat zu einer Optimierung der Finanzierungen von Jugendprogrammen in Rumänien beigetragen, insbesondere durch die Adaption internationaler Praktiken im Bereich der Verwaltung öffentlicher Gelder.

Mitglieder des Nationalen Jugendrats Rumäniens sind:

Links

http://ctr.ro/membri-si-structuri-partenere/ - Liste der Mitglieder des Nationalen Jugendrats Rumäniens

Jugendverbandsarbeit

Mit Kreide ist auf einer Tafel ein Organisationsschema abgebildet.
Mit Kreide ist auf einer Tafel ein Organisationsschema abgebildet. Bild: geralt / pixabay.com

Überblick über die Strukturen der Jugendverbandsarbeit

Als junge Menschen gelten Personen im Alter von 14-35 Jahren. Jugendarbeit wird definiert als jegliche Tätigkeit, die die soziale und wirtschaftliche Integration von jungen Menschen entsprechend ihrer Bedürfnisse und Bestrebungen fördert. Die jeweiligen Zuständigkeiten der zentralen und lokalen Behörden im Bereich der Jugendpolitik sind hier geregelt. Als nichtstaatliche Jugendorganisationen werden gemeinnützige Organisationen angesehen, deren mehrheitlichen Ziele direkt die Jugendlichen betreffen und in denen mindestens zwei Drittel ihrer Mitglieder junge Menschen sind.

Überregionale Jugendverbände

Hände und Füße zeigen in einem Kreis zueinander.
Hände und Füße zeigen in einem Kreis zueinander. Bild: vait_mcright / pixabay.com

Das Rumänische Jugendforum repräsentiert als eine nichtstaatliche, unpolitische und gemeinnützige Föderation 155 Jugendverbände bzw. Jugendorganisationen (6 nationale und 149 regionale). Das Forum wurde 2014 als Reaktion auf die mangelnden Partizipationsmöglichkeiten junger Menschen an den politischen Entscheidungsprozessen der lokalen und nationalen Behörden, der Sozialpartner und der Zivilgesellschaften gegründet.

Schwerpunktbereiche der Aktivitäten der zahlreichen Jugendvereine in Rumänien sind:

  • demokratische Mitbestimmung von jungen Menschen an den politischen Entscheidungsprozessen zu gewährleisten und zu erhöhen,
  • Förderung der Rechte und Interessen von jungen Menschen und
  • Partizipation am politischen, sozialen, wirtschaftlichen und kulturellen Leben.
  • Bereitstellung von unterschiedlichen Bildungsangeboten durch klassische berufliche Weiterbildungen und Schulungen oder in Form von Informations- und Sensibilisierungskampagnen, Konferenzen, Symposien, Kongressen aber auch durch Diskussionsforen und Seminare zu diversen jugendspezifischen Themen 

Der Slogan „Durch Lernen zur Transformation Rumäniens!“ der rumänischen Nationalagentur für das EU-Programm Erasmus+ spiegelt ebenso den hohen Stellenwert der Bildung wider. 

Politische Jugendorganisationen, die sich an den großen politischen Parteien orientieren, sind:

Eine Liste eingetragener Jugendvereine und Stiftungen in Rumänien und ihrer jeweiligen Aktivitäten ist auf der Internetseite des Ministeriums für Jugend und Sport erhältlich (in Rumänisch, Stand 2010).

Zentrale Einrichtungen und Organisationen

Mädchen sitzt auf der Straße auf einer Kiste und schaut in eine Landkarte.
Mädchen sitzt auf der Straße auf einer Kiste und schaut in eine Landkarte.Bild: langll / pixabay.com

Für die Umsetzung der Aktionsprogramme der EU ist die dem Ministerium für Nationale Bildung unterstellte Rumänische Nationalagentur für Gemeinschaftsprogramme im Bereich der allgemeinen und beruflichen Bildung (ANPCDEFP) verantwortlich. Sie ist somit zuständig für die nationale Verwaltung, Verteilung und Vergabe der Rumänien zustehenden EU-Mittel zur Umsetzung der europäischen Programme in den Bereichen Bildung, berufliche Weiterbildung und Jugend. In diesem Rahmen ist sie seit 2013 für die Abwicklung des Projekts Erasmus+ im Zeitraum 2014-2020 und die Verwaltung der EEA-Grants zuständig. Darüber hinaus ist sie auch an nationalen Gesetzesvorschlägen bzw. -änderungen beteiligt, wie zum Beispiel bei der Einführung des Volontariats-Gesetzes. Bestandteile der Nationalagentur sind unter anderem:

Rumänien ist außerdem Mitglied in folgenden europäischen und internationalen Jugendorganisationen bzw. Initiativen:

Zusammenarbeit mit Deutschland

Die Deutsch-Rumänische Gesellschaft e.V. organisiert einmal jährlich einen zwei- bis dreiwöchigen Schüleraustausch, sowie unterschiedliche Studienreisen für junge Menschen nach Rumänien.

Der 1992 gegründete Verein Rumänien Soforthilfe e.V. unterstützt bei dem Aufbau von Kinderheimen und Krankenhäusern, fördert Einrichtungen und Projekte der örtlichen Jugendschutzkommission und organisiert Jugendaustauschprojekte, wie zum Beispiel das Jugendprojekt zum Abbau von Vorurteilen in Lippa finanziert durch das EU-Programm „Jugend in Aktion“.

Die Botschaft von Rumänien in Deutschland bietet eine Auflistung der Deutsch-Rumänischen Vereine beziehungsweise Gesellschaften.

Universitäre Partnerschaften existieren zwischen der

Deutschsprachige Minderheit in Rumänien

Das Deutschtum in Rumänien war erst nach dem Ersten Weltkrieg zahlenmäßig von Bedeutung, da die Gebiete mit hohem deutschsprachigem Bevölkerungsanteil wie das Banat und Siebenbürgen erst durch den Vertrag von Trianon und nach dem Ungarisch-Rumänischen Krieg Teil Rumäniens wurden. Umsiedlung und Flucht am Ende des Zweiten Weltkriegs, die Emigration aufgrund der Unterdrückung während der Zeit des Kommunismus sowie die Massenauswanderung nach der Rumänischen Revolution 1989 reduzierten die Zahl der Deutschen in Rumänien stark. Von ehemals etwa 800.000 Rumäniendeutschen lebten 2011 nach Angaben des letzten Zensus noch etwa 36.000 im Land. Das Demokratische Forum der Deutschen in Rumänien (DFDR) hat 2017 das Strategiepapier Forum 2030 entworfen – eine Jugendstrategie des Forums, die mit seiner Jugendarbeit einen Beitrag zur Zukunftssicherung der deutschen Minderheit und zugleich einen Beitrag zur persönlichen Entwicklung der Jugendlichen leisten will. 

Impressum - Rumänien

Die Länderinfos zu Rumänien wurden von IJAB – Fachstelle für Internationale Jugendarbeit der Bundesrepublik Deutschland e.V. und in Zusammenarbeit mit Rita Loumites zusammengestellt.

Letzte Aktualisierung: Dezember 2018

Kontakt: dija(at)ijab.de